Babbelkraftwerk Badesalz im Capitol Offenbach

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Einsiedler und Paraglider: Knebel und Nachtsheim.

Offenbach - Die lange Bühnenabstinenz ist beendet: Henni und Gerd sind wieder da. Mit einem neuen Programm, das konsequent „Bindannda“ lautet. Und wenn Badesalz wieder da ist, sind die Fans es auch. Von Maren Cornils

In ihrem gewagten Mix aus Comedy und Theater präsentieren sich Nachtsheim und Knebel im Capitol Offenbach von ihrer abgedrehtesten Seite. Das neue Programm geht als absurdes Kammerspiel durch und gibt dem schrillen Duo die Freiheit, jedwede Genre-Grenze zu überschreiten.

Peter Lembach (Nachtsheim), einen biederen Dosenfabrikanten, verschlägt es nach einem missglückten Paragliding-Ausflug in die Einöde. Hier trifft er auf den Einsiedler. Noah (Knebel), eine Mischung aus Prophet, Öko-Jünger und Psychiatrie-Flüchtling. Mangels Funknetz von jedwedem Außenkontakt abgeschnitten, fügt sich der gutgläubige Lembach in sein Schicksal und freundet sich mit dem Sonderling an. Bei „Bisamratte à la Berlusconi“ amüsiert sich das ungleiche Paar, indem es Gedanken-Mikado spielt, Konzepte zur Rettung der Welt entwirft und über den Sinn von Aluminiumdosen streitet.

Erfindung des Babbelkraftwerks

Zwischen der Erfindung des Babbelkraftwerks und abstrusen Gag-Einlagen wird kräftig gerappt, gerockt und musikalische Register von Blues bis Flamenco gezogen. Udo Jürgens bekommt dabei ebenso sein Fett weg wie Peter Fox, Eckhart von Hirschhausen, Amy Winehouse oder andere TV- und Musikgrößen. Das mag i nicht immer politisch korrekt und mitunter makaber sein – übel nehmen kann man das dem Duo nicht. Denn Knebel und Nachtsheim präsentieren sich mit ungeheurer Spielfreude und Spaß am Absurden.

Am Ende eines höchst vergnüglichen Abends bleibt den Zuschauern nur eine Frage: Wie zum Teufel kommt man dazu, sich so einen hanebüchenen Blödsinn auszudenken? Und warum hat es so lange gedauert?

Quelle: op-online.de

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