2011 soll‘s beim Bahnhof losgehen

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Der Bahnhof soll saniert und barrierefrei gemacht werden, mit dem Park&Ride-Platz wird es wohl noch dauern.

Babenhausen ‐ Wer mit dem Zug unterwegs ist und in Babenhausen aussteigt, dem bietet sich ein alles andere als einladender Blick: Der Bahnhof sieht heruntergekommen aus, Graffiti, verschmierte Fliesen all überall. Und für Menschen, die schlecht zu Fuß sind, ist der Ein- und Ausstieg besonders mühsam. Von Stefan Scharkopf

Seit vielen Jahren fordern Passagiere und Stadtverwaltung die Sanierung des Bahnhofs und die Verbesserung der nutzerunfreundlichen Rahmenbedingungen. Doch der Fortschritt ist zäh und mühsam.

„Um den Planungsprozess zum barrierefreien Ausbau des Bahnhofs und den Durchstich der Personenunterführung zur Aschaffenburger Straße hin voranzubringen, finden seit einem halben Jahr regelmäßige monatliche Abstimmungstermine statt“, teilt Bürgermeisterin Gabi Coutandin mit. Denn insgesamt vier verschiedene Partner müssen ihre Maßnahmen aufeinander abstimmen: der an der Planung beteiligte Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV), das DB Station & Service/Bahnhofsmanagement Darmstadt, das beauftragte Planungsbüro Schüßler-Plan Ingenieurgesellschaft mbH, Frankfurt, sowie natürlich die Stadt Babenhausen.

Nach aktuellem Stand wird derzeit der Planungs-Entwurf fertiggestellt, wobei sich die Zuarbeit von einigen, teilweise Fachplanern der Bahn, immer wieder verzögert hat. Danach gibt es zunächst eine bahninterne Prüfung, bevor der Entwurf beim Eisenbahnbundesamt zur Genehmigung eingereicht werden kann.

Für den Bereich der Baustelleneinrichtung auf der Fläche der späteren Park&Ride-Anlage an der Aschaffenburger Straße wurde kürzlich vom Magistrat ein sogenannter landschaftspflegerischer Begleitplan in Auftrag gegeben, der ebenfalls für das eisenbahnrechtliche Genehmigungsverfahren erforderlich ist. Knapp 12 000 Euro nimmt die Stadt Babenhausen hierfür in die Hand.

Baubeginn in erster Jahreshälfte 2011

Neben dem baurechtlichen Okay muss die Finanzierung und Beantragung von Fördermitteln geregelt werden. Parallel zur Planung werden deshalb die ermittelten Kosten verhandelt und aufgegliedert. Auf dieser Basis gibt es zurzeit Erörterungen zum Entwurf eines Finanzierungsvertrages. Dieser wird als Grundlage für die Realisierung des Vorhabens zwischen Stadt Babenhausen, RMV, DB Station & Service AG und DB Energie GmbH abgeschlossen. „Es wird Aufgabe der städtischen Gremien sein, in den nächsten Wochen darüber zu beraten“, meint Coutandin.

Die Terminplanung sieht - bei planmäßiger Fortführung des Verfahrens - vor, in der ersten Jahreshälfte 2011 mit dem Bau zu beginnen. Es wird mit gut zwei Jahren Bauzeit gerechnet.

Wie Katharina Freckmann vom Fachwesen Bau der Stadt auf Anfrage sagte, beziehen sich die Arbeiten, die für die erste Hälfte des kommenden Jahres vorgesehen sind, auf den barrierefreien Zugang zu den Gleisen mit Erhöhung des Bahnsteigs. Hier haben Behinderte Schwierigkeiten, in die neue Generation der Waggons einzusteigen. Die beiden auf der rechten Seite gelegenen Treppen (vom Bahnhofsgebäude gesehen) werden zugemacht. An ihre Stellen werden Aufzüge montiert. Die Stadtverwaltung verhandelt derzeit weiterhin mit den Besitzern des Bahnhofs-Vorplatzes, einer Gesellschaft, über den Ankauf, um das Areal insgesamt in einen modernen Park & Ride-Platz umgestalten zu können. Viel Bewegung hat es noch nicht gegeben.

Quelle: op-online.de

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