„500 Jahre Babenhäuser Schnitzaltar“

Kunstschatz voller Rätsel

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Kunsthistorischer Blickfang in der Babenhäuser Stadtkirche: der Schnitzalter. Am Pfingstmontag würdigt die evangelische Kirchengemeinde diesen mit einer Feierstunde.

Babenhausen - „Kostbarstes Kunstwerk unserer Vaterstadt“ – so beschrieb der 1995 verstorbene Babenhäuser Heimatforscher Hermann Stotz den Schnitzaltar in der Stadtkirche.

Und nicht nur das: Er ist davon überzeugt, dass der Altarschrein zu den „ganz großen Kunstwerken des Rhein-Main-Gebietes zählt“. Und er birgt darüber hinaus auch große Rätsel, wie Klaus Mohrhardt berichtet, der regelmäßig Kirchenführungen anbietet. Dazu gehört das Entstehungsdatum: „Es lässt sich nicht genau ermitteln – aber auf einen Zeitraum von 1503 bis 1518 eingrenzen“, weiß Mohrhardt. Die evangelische Kirchengemeinde hat nun die Jahreszahl 1518 aufgegriffen und lädt für Pfingstmontag, 21. Mai, zu einer Feierstunde mit dem Titel „500 Jahre Babenhäuser Schnitzaltar“.

Zu Gast sein und den Festvortrag halten wird eine profunde Kennerin des Schnitzaltars: Kunsthistorikerin Christine Hartung aus Wuppertal. 2009 hat sie an der Johannes-Gutenberg Universität Mainz ihre Magisterarbeit über den Babenhäuser Altar geschrieben. Sie ist auch die Autorin des Beitrages „Das spätgotische Retabel“ in der 2014 erschienen Publikation „Evangelische Stadtkirche Babenhausen“.

Bilder: Babenhausen und Stadtteile

In ihrem Vortrag, so viel sei verraten, wird es eben auch um jene Rätsel gehen, die den Altar umgeben:

  • Was ist dran an dem mündlich überlieferten Gelübde der Gräfin Sybille von Baden-Sponheim, bei der Geburt eines Sohnes einen Altar für ihre (Hof-)Kirche in Babenhausen zu stiften? Sybille war seit 1505 mit dem regierenden Graf Philipp III. von Hanau verheiratet und hatte nach vier Töchtern 1514 den Sohn Philipp IV. zur Welt gebracht. Sie starb 1518.
  • Wo stand der Altar nach seiner Entstehung und was geschah mit ihm nach der Reformation in Babenhausen (1545)? Wie kam er zu seinem heutigen Standort?
  • Wer sind die drei Figuren im Mittelteil des Altars (Heiliger Bonifatius? Papst Gregor? Heiliger Valentin?) und wer die Figuren auf den Seitenflügeln?
  • Wer hat sie geschnitzt: Tilman Riemenschneider, Hans Backoffen oder ein unbekannter Meister? (nkö)

Im Anschluss an das Fest der christlichen Gemeinden (siehe Infokasten) auf dem Marktplatz beginnt an Pfingstmontag, 21. Mai, um 15 Uhr die Feierstunde „500 Jahre Babenhäuser Schnitzaltar“. Nach einem Anspiel und der Begrüßung sowie Einleitung durch Klaus Mohrhardt wird Kunsthistorikerin Christine Hartung in ihrem Vortrag den Altar würdigen. Mit dem Schlusswort von Kirchenvorstandsvorsitzenden Christoph Kleinert endet die Feierstunde.

Quelle: op-online.de

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