Im richtigen Film

Nächste Hauptrolle wartet auf Bachgau-Abiturienten

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Exakt 100 Abiturienten zählt in diesem Jahr das Bachgau-Gymnasium. Gekleidet in feinen Kleidern und Anzügen stand vor der Feier in der Stadthalle das obligatorische Gruppenfoto auf dem Programm.

„Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie wir vor zwölf Jahren hier zu seiner Einschulung standen“, sagt Steffi Weidler, als sie diese Woche mit ihrem Sohn Robin und Ehemann Harald Weidler in festlicher Abendgarderobe die Stadthalle betritt.

Babenhausen – Der kleine nachdenkliche Blick zurück, wie schnell doch die Zeit vergeht, war aber schnell vergessen, schließlich stand mit dem Abi-Ball des Bachgau-Gymnasiums doch ein bedeutender Grund zum Feiern an. Exakt 100 Schüler schafften in diesem Jahr ihre allgemeine Hochschulreife. Für sie und ihre Eltern hatte das Abi-Ball-Komitee einen kurzweiligen Abend organisiert. Neben der Zeugnis-Übergabe der fünf Tutorien und einem großen Büfett enthielt das Programm zahlreiche Unterhaltungselemente, darunter den Auftritt der Schulband, eine beeindruckende Gesangseinlage von Reneé Bludau und ein Gewinnspiel, bei dem die Lehrertaschen richtig zugeordnet werden mussten.

Für den Ball hatte man die humorvolle Überschrift „Abiversum – 12/13 Jahre im falschen Film“ kreiert, was mit diversen Anspielungen auf Hollywood im Verlauf des Abends umgesetzt wurde. Die Moderation übernahmen die Schüler Anne Hesse und Max Osbeck. Letzterer war es auch, der den Forumspreis, gestiftet vom Förderverein, erhielt. Damit wird ein besonderes Engagement für die Schulgemeinde ausgezeichnet. Die Laudatio hielt Nicolas Wenzel und damit wie üblich der Preisträger des letzten Jahres. Er lobte Osbeck für seinen Einsatz als stellvertretender Schulsprecher, in der Cafeteria oder bei der Organisation des Abi-Balls. Als Geschenk erhielt er eine Plastik in Form einer Eule.

Wie Schulleiterin Monika Zentgraf in ihrer Rede betonte, seien die Abiturienten ganz sicher im richtigen Film gewesen. Schließlich stehe 19-mal die eins und 56-mal die zwei beim Abi-Schnitt vor dem Komma. „Das ist eine tolle Leistung für die rund 2 800 Stunden am Bachgau-Set“, meinte Zentgraf.

Auch auf die Lücke, die gewöhnlich zwischen Film und Wirklichkeit klafft, ging sie ein. So habe ihre Schule versucht, so realitätsnah wie möglich auf das Leben vorzubereiten. Das sei teilweise gelungen, fast noch wichtiger sei aber das vermittelte Vermögen, über den Tellerrand hinauszugucken. Für den nächsten spannenden Film im Leben, für den hoffentlich eine Hauptrolle herausspringt, wünschte die Schulleiterin alles Gute.

Anne Hesse und Max Osbeck waren die die Moderatoren des Abi-Balls. Osbeck erhielt auch den Forumspreis des Fördervereins für sein soziales Engagement innerhalb der Schulgemeinde.

Im Namen der Schülervertretung sagte Max Osbeck, dass er in seiner Schülerrede bewusst auf übliche Floskeln, wie „endlich frei“, verzichtet. Er rief dazu auf, an die Menschen zu denken, denen es heute nicht so gut geht. So wolle man das Rest-Budget des Abi-Balls an die ökumenische Aktion „Gesegnete Mahlzeit“ in Babenhausen spenden.

Den besten Abi-Schnitt erzielten Ole Limbach (1,0) sowie Valerie Rolke und Rasmus Patton (beide 1,1). Für herausragende Leistungen in den einzelnen Fachbereichen wurden Julian Veit, Ole Limbach, Ali Fuat Pak und Hanna Mühlon (Physik), Julian Veit (Mathematik und MINT), Valerie Rolke (Deutsch) und Jannik Hirschmüller sowie Max Osbeck (Erdkunde) geehrt.

Für die Schulabgänger beginnt nun ein neuer Lebensabschnitt. Einige wollen erst einmal auf Reisen gehen, andere studieren und wiederum andere, wie Robin Weidler, ein Freiwilliges Soziales Jahr einlegen. Für die meisten geht es nach den Sommerferien beziehungsweise im Herbst weiter. Bis dahin bleibt noch reichlich Zeit, die allgemeine deutsche Hochschulreife zu feiern. Der Abi-Ball alleine war diese Woche nicht ausreichend: Nach der Stadthalle führte der Weg am Mittwochabend nach Schaafheim, wo zur After-Show-Party gebeten wurde.

VON MICHAEL JUST

Quelle: op-online.de

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