Rührende Rede der Schulsprecherdes Bachgau-Gymnasiums

Liebeserklärung an die Eltern

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115 Abiturienten zählt in diesem Jahr das Bachgau-Gymnasium. In feinster Abendgarderobe waren sie zum Abiball in die Stadthalle gekommen.

Babenhausen - Mit einem Notenschnitt von 2,41 zählt das Bachgau-Gymnasium zu den besten Schulen in Hessen. 34 der 115 Schüler hatten eine „1“ vor dem Komma. Von Michael Just 

Mit dem Circus HalliGalli zogen Joko und Klaas im Privatfernsehen eine „Manege des Wahnsinns“ auf. Sie parodierten, lästerten, fragten, lachten oder sangen zum Thema Showbusiness. Für ihren Abi-Ball haben die Abiturienten des Bachgau-Gymnasiums den Titel nun ein wenig verändert und garnierten ihn mit einer Prise Sarkasmus: Unter dem Motto „Circus AbiGalli – Wenn ich Du wäre, hätte ich Abi“ traten sie zur feierlichen Übergabe ihrer Reifezeugnisse in der Stadthalle an.
Wie gewohnt überwog feinste Abendgarderobe: Wer in die Babenhäuser „Guud Stubb“ blickte, wähnte sich mehr bei den Filmfestspielen in Cannes oder Berlin als in der Gersprenzstadt. In weiser Voraussicht hatten die Organisatoren einen Porträt-Fotografen engagiert, der im Foyer das Glück von 115 jungen Menschen als ewige Lebenserinnerung festhielt.

Mit dem Kilimandscharo, dem Mount Everest oder dem Nanga Parbat rief Schulleiterin Monika Zentgraf in ihrer Begrüßung die höchsten Berge der Welt in Erinnerung. Zwar stelle das Abi eine große Leistung dar, dennoch befinde man sich nunmehr erst im Basislager. Das hätten einige gut vorbereitet erreicht, bei anderen sei etwas Sauerstoffzufuhr vonnöten gewesen. „Der nächste Gipfel ist immer schwieriger und größer als der vorherige“, kündigte die Schulleiterin an. In der Bergsteigerschule des Bachgau-Gymnasiums sei man dafür aber bestens vorbereitet worden. Jetzt gelte es, vor allem mit Trittsicherheit den Weg weiter bergauf zu beschreiten und die gesteckten Ziele im Auge zu behalten.

Ungewöhnlich zeigte sich die Rede der Schulsprecher Allegra Wolf und Jasper Edelhoff: Sie formulierten eine ausgefallene Liebeserklärung an die Eltern. Ohne sie würde man in vielfacher Hinsicht hier nicht stehen. Die Bedeutung der Eltern wurde so ehrlich und ergreifend vorgetragen, dass nicht wenige Mamas und Papas im Saal daraufhin eine Träne verdrückten. Ein Dank ging auch an die Lehrer für das Erfüllen ihrer Aufgabe als Freunde, Ratgeber und Vertrauenspersonen.

Wie groß der Anteil der Lehrer am Abitur-Gesamtschnitt war, lässt sich nicht feststellen. Fakt ist aber, dass das Bachgau-Gymnasium mit einem Notendurchschnitt von 2,41 zu den besten Schulen in Hessen zählt. Sage und schreibe 34 Schüler verbuchten eine „1“ vor dem Komma. Ein Geschenk gab es für Douglas Böhm, Annika Heim und Tabea Klepper: Sie erzielten eine glatte 1,0. Der Forumspreis für soziales Engagement ging an Tabea Klepper und Alegra Wolf. Bei der Erstgenannten war dafür ihr unermüdlicher Einsatz in der Cafeteria ausschlaggebend, bei der Zweitgenannten die vorbildliche Arbeit als Schulsprecherin.

Eine bewegende Geschichte war mit dem Französisch-Leistungskurs von Joachim Reiter verbunden. Eigentlich sollte die Klassenfahrt nach Paris gehen. Durch die Anschläge in der französischen Hauptstadt wich man dann aber nach Genf aus. Mit seinen Worten verband Reiter die Hoffnung, dass die Welt wieder friedlicher wird. Der Lehrer schlug seinen Schülern vor, dass man sich in zehn Jahren zum Abi-Jubiläum in dem Pariser Hotel trifft, das zunächst geplant war und das dann abgesagt wurde. Im zweiten Teil des Abends durften die Moderatoren Tom Pusch und Sarah Bernhard „AbiGalli“ ansagen: Bei der zum Abi-Ball gehörenden Lehrereinlage formten sieben Lehrer als Musiker und Schauspieler einen Song der Sportfreunde Stiller so um, dass das Abitur zum Größten überhaupt wird. Nach der Gesangseinlage von Gaetano Bergmann stand der Höhepunkt mit 18 Abiturienten als Männerballett bevor. Das Einstudieren hatten Hannah Klein und Sophia Grimm übernommen. Acht Lieder schnitten sie zu einer 15-minütigen Sequenz zusammen. Da die beiden nicht aus dem Tanzbereich kommen, orientierten sie sich an Fastnachtssendungen. Mit der passenden Menschenführung wurde der Auftritt ein Erfolg: ,,Klaro mussten wir auch mal hart durchgreifen. Insgesamt hat‘s aber gepasst“, bilanzieren die beiden.

Quelle: op-online.de

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