Schriftliche Abiturprüfungen an der Bachgauschule

Hauptsache einen Punkt rausholen

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Mathe-Abi – davor fürchten sich die meisten. Seit gestern haben es aber auch die Abiturienten der Bachgauschule geschafft. Freude herrschte gestern bei den Abiturienten der Bachgauschule. Nach den Matheprüfungen wurde vor der Schule gefeiert.

Babenhausen - Annika steht nervös vor der Schule. Das Eingangstor ist noch verschlossen. „Ich habe Angst“, gibt sie zu. Sonst kommt niemand freiwillig zu früh zum Unterricht, an diesem Tag ist das aber anders. Von Corinna Hiss 

Eigentlich ist alles anders an diesem Tag, denn er entscheidet die Zukunft. Die schriftlichen Abiprüfungen haben begonnen. Seit Montagmorgen sitzen in ganz Hessen Abiturienten konzentriert vor vorgefertigtem Papier, vor Aufgaben, die im ersten Moment schier unlösbar erscheinen, dann aber doch irgendwie machbar sind. Auch in der Bachgauschule wird in diesen Tagen zentrales Abitur geschrieben. Am Montag waren Deutsch, Geschichte und Politik dran. Es waren so viele Schüler, dass die Schulaula komplett gefüllt war. „Jeder braucht einen großen Tisch für sich allein“, sagt Schulleiterin Christina Martini-Appel.

Neben Stift und Papier sind die Tische mit Proviant gefüllt. Eine Flasche Wasser, belegte Brötchen, Müsliriegel für den schnellen Hunger und Traubenzucker als Energielieferant sind dort zu finden. „Die Klausuren gehen teilweise vier Stunden, da ist es notwendig, dem Körper ausreichend Flüssigkeit und Kohlenhydrate zu geben“, mahnt die Schulleiterin. Viele der Abiturienten sind während der Prüfungen aber so vertieft, dass das Essen schnell zur Nebensache wird. Elf Tage lang dauert das Zentral-Abi, je nachdem welche Fächer gewählt wurden ist aber bei vielen schon nach vier Tagen alles geschafft. Der vierte Abiturtag, der gestern anstand, ist für viele der schlimmste. Dann ist Mathe dran, das in Hessen Pflichtfach ist. Die Schüler können nur wählen, ob sie das Fach als Grund- oder Leistungskurs belegen. Für den Grundkurs ist die Prüfung nach vier Stunden vorbei.

Feierstimmung nach den Matheprüfungen

Mittags tummeln sich vor der Bachgauschule lachende Abiturienten, die Sektkorken knallen, Glückwünsche werden ausgesprochen. „Ich hoffe, ich hab’ mein Ziel erreicht: einen Punkt zu holen“, lacht Laura und genehmigt sich noch einen kräftigen Schluck von dem prickelnden Getränk. Obwohl ein Punkt nicht viel ist, ist es für viele das Maximum. Nur keine null Punkte schreiben, hoffen sie. Feierstimmung herrscht nach den Matheprüfungen bei den meisten. Dabei kommt es nicht darauf an, gut abzuschneiden.

Der ein oder andere wird dann, wenn er das Ergebnis schwarz auf weiß sieht, vielleicht doch enttäuscht sein. Daran will jetzt aber niemand denken. Der Tag des Mathe-Abis ist ein Tag zum Feiern – jedenfalls wenn die Pflicht getan ist. „Ich hatte vor Mathe sogar weniger Angst als bei den anderen Prüfungen“, erzählt David. „Da weiß ich eh, dass ich schlecht drin bin, also mache ich mir nicht so viel Druck.“ Drei Fachbereiche gilt es bei der gefürchteten Prüfung zu bearbeiten: Geometrie, Analysis und Wahrscheinlichkeit. Die letzten Wochen haben sie damit verbracht, Formeln herauszuschreiben, Übungsaufgaben zu rechnen und nicht zu verzweifeln.

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„Ich werde sicher in die mündliche Matheprüfung gehen müssen“, erzählt Dea. Im Moment will sie daran aber noch nicht denken. „Bei Mathe geht’s ums Überleben“, fasst es David zusammen. Jetzt, da alles rum ist, ist auch der Druck weg. Die Abiturienten vom Mathegrundkurs denken an diesem Tag nicht an Hochschulbewerbungen, Numerus clausus, Eignungstests oder was sonst noch in der Zukunft auf die zukommen wird. Was jetzt zählt, ist die Gegenwart. Und die heißt für viele nach vier Tagen: Das schriftliche Abi ist vorbei.

Quelle: op-online.de

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