Alte Schule vor dem Abriss

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Die Abrissbirne wird auf alten Schulgebäude nicht geschwungen, vielmehr werden die schweren Bauteile zerlegt.

Babenhausen - Das Ende der OSB ist eingeläutet. Es gibt Untersuchungen auf Schadstoffe, damit keine heiklen Substanzen in die Umgebung gelangen. Von Petra Grimm

Nachdem der Neubau der Offenen Schule jetzt bezogen ist, hat nun der Abriss des alten Schulgebäudes begonnen. Wie dieser Abbruch abläuft und welche weiteren Baumaßnahmen geplant sind, darüber informierten Vertreter der beteiligten Firmen und Holger Gehbauer vom Da-Di-Werk für den Landkreis als Schulträger jetzt vor Ort.

„Im Moment sind wir noch mit der Demontage der Innenraumflächen beschäftigt, das heißt Fußböden, Decken, Lampen und altes Mobiliar werden entfernt. In etwa vier bis sechs Wochen, wenn die Abrissgenehmigung für die schwereren Bauteile da ist, beginnt der eigentliche Abbruch“, sagte Matthias Ruhr vom Architekturbüro e-g-n aus Darmstadt. „Das ist heute aber eher eine Demontage, ein Zerlegen des Gebäudes in Einzelteile. Eine Abrissbirne kommt dabei nicht zum Einsatz“, erklärte der Architekt. Recyclingfähiges Material wird entfernt und zur Wiederverwendung aufgearbeitet.

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„Es werden auch Schadstoffscreenings durchgeführt“, sagte Holger Gehbauer. Damit heikle Substanzen wie Asbest oder chemische Produkte, die bei der normalen Nutzung keine gesundheitlichen Probleme verursacht haben, beim Abriss nicht in die Umgebung gelangen können. „Bei der Demontage sind einige Dinge zu beachten, dass kein Schaden für Dritte oder die Umwelt entsteht. Schleusen und anderes werden verhindern, dass Gefahrstoffe, die ausgebaut werden, entweichen können“, erklärte Ingenieurin Alexandra Kohn von der Firma Prokon.

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Der Abriss des alten Gebäudes wird bis Juni beendet sein. Während der Abbrucharbeiten wird das Gelände zur Sicherheit auch immer wieder nach Kampfmitteln, also Überresten aus den zwei Weltkriegen, abgesucht. Mit größeren Erschütterungen durch den Abriss wird nicht gerechnet, aber immer, wenn erdeingreifende Maßnahmen stattfinden, ist die Kampfmittelsondierung geboten. „Das Schulgelände ist in der Nähe des Flugplatzes und der ist im Krieg stark bombardiert worden. Da ist es gut möglich, beispielsweise wenn ein Flugzeug defekt war und die Lasten einfach irgendwo abgeworfen wurden, dass hier was liegt. Wir wissen einfach nicht, welche Flächen nach dem Krieg abgesucht wurden“, erklärte Dieter Schwetzler, der beim Regierungspräsidium Darmstadt für den Kampfmittelräumdienst zuständig ist.

Am Platz des alten Schulgebäudes entsteht der Mensa-Neubau

Wenn das alte Schulgebäude im Sommer dann entfernt ist, wird dort, also im vorderen Bereich der Bürgermeister-Willand-Straße, mit dem Mensa-Neubau begonnen. Die Planungen dafür laufen. Außerdem wird noch ein zentrales Heizkraftwerkes vor der Eduard-Flanagan-Schule errichtet, mit dem das gesamte Schulareal und die Sporthallen geheizt werden. „Bis 2016 sollen alle Bauarbeiten abgeschlossen sein“, sagte Gehbauer. „Die alte Mensa bleibt noch zwei, drei Jahre stehen, bis die neue fertig ist, und kann nach einigen Umbauarbeiten so lange auch von der Eduard-Flanagan-Schule genutzt werden“, erklärte der Architekt Matthias Ruhr.

Schulleiter Rainer Becker, der die überschaubare Gästeschar beim Info-Abend begrüßte, wies darauf hin, dass Feuerwehr, Polizei und Katastrophenschutz das Abrissgelände noch für eine große Übung nutzen wollen.

Quelle: op-online.de

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