Schultüten zum Abschied

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Mit Marion Pritz und Otto Haus verabschiedete sich am Donnerstag die Schulleitung der Bachgauschule in den Ruhestand.

Babenhausen - Mit einer Schultüte haben Marion Pritz und Otto Haus wohl nicht gerechnet. Zu ihrer Ausschulung bekamen sie eine der bunten Tüten, der stellvertretende Schulleiter der Bachgauschule, Haus, freute sich über eine Tüte in Grün mit schwarz-rot-goldenen Bommeln. Von Ulrike Bernauer

Schulleiterin Pritz wurde mit einer Riesentüte in Gelb und Rosa bedacht, bei der jeder Erstklässler in die Knie gegangen wäre. Waren die Tüten anfänglich leer, so wurden sie mit nützlichen Utensilien gefüllt, Fahrradfan Haus bekam Müsliriegel und ein Fahrradtrikot, für Pritz, als relativ frischgebackene Oma, ein Märchenbuch zum Vorlesen für die Enkelin und Pralinen. Auch Lehrerin Ina Donnhauser geht nach 34 Jahren und Hausmeister Willi Trillinger nach 18 Jahren an der Bachgauschule in den Ruhestand.

Bunt und unterhaltsam war das Programm, das sich Lehrer und Schüler für die Scheidenden ausgedacht hatten. Der neue Schulchor überzeugte mit einem Medley aus dem Film „Sister-Act“, die Lehrer überraschten nicht nur mit der Queen in einem Theaterstück, sondern auch mit Wunderkerzen nach einem musikalischen Evergreen.

Ein gutes und beliebtes Team

Ein gutes und beliebtes Team waren die beiden offensichtlich, wobei sich manche Fragen zwischen Pritz und Haus erst bei der Ausschulung klärten. Pritz hatte im Laufe der Veranstaltung am Donnerstag moniert, dass sie immer auf ein Kompliment von Haus für ihre Arbeit gewartet habe. Das bekam sie am Tag der Ausschulung. „Wenn Du noch ein Jahr weitergemacht hättest, dann wäre ich auch noch so lange geblieben“, so Haus.

Das Kollegium der Bachgauschule überraschte mit einem Theaterstück und Wunderkerzen.

Während der stellvertretende Schulleiter praktisch sein ganzes Lehrerdasein an der Bachgauschule verbracht hat, kam seine „Chefin“ erst im Jahr 2008 an die Bachgauschule. „Ich wollte meine letzten Arbeitsjahre an einer kleinen Schule verbringen, nachdem ich viele Jahre an der Albert-Schweitzer-Schule in Bürstadt, einer sehr großen Schule verbracht habe“, erklärte Pritz ihren späten Wechsel nach Babenhausen, den sie erklärtermaßen nicht bereut hat. Mit vielen Anekdoten würzte Pritz ihre Abschiedsrede, in der sie nicht nur ihr Verhältnis zum Schulamt und zum Schulträger (zu beiden nicht ganz unproblematisch), aber auch zum Kollegium schilderte.

Job mit einer neunköpfigen Hydra

Stellvertreter Haus brauchte ein wenig Zeit, um die Frage, ob er mit einem lachenden oder weinenden Auge gehe, zu beantworten. Er verglich seinen Job mit einer neunköpfigen Hydra, bei der jeder Kopf drei Augen habe, die einen 360-Grad-Rundumblick böten. „Ich gehe mit 24 lachenden und drei weinenden Augen“, sagte der Mathematiklehrer, „es stimmt, Sie können nachrechnen.“ Thema war auch ein beliebter Streitpunkt zwischen den beiden, ob Mathematik oder Latein das wichtigere Fach ist. Streiten konnten die Leiterin und ihr Stellvertreter gut und hart miteinander, wenn es um die Sache ging, menschlich kamen sie jedoch sehr gut miteinander aus.

Das lachende und wohl eher das weinende Auge gibt es aber auch beim Kollegium, zumal für beide Stellen noch kein Nachfolger feststeht. Schulamtsdirektor Thomas Geisel bedauerte ebenfalls das Ausscheiden dieser sehr erfolgreichen Schulleitung, versprach aber, dass mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit am 1. August zumindest die Stellvertreterstelle wieder besetzt sein werde. Es gebe bereits drei Interessenten.

Quelle: op-online.de

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