Abschied im Zeichen der Rose

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Zum letzten Gruppenfoto kamen die Abgänger an der Stadthalle zusammen.

Babenhausen (ula)-  Sie gingen mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Für über 200 Jugendliche ging die Schulzeit an der Offenen Schule Babenhausen (OSB) offiziell zu Ende.

Festakt, feine Garderobe, Foto-Shooting, feierliche Zeugnisübergabe in der Stadthalle - dies waren die äußeren Zeichen des Abends. Vielen Schülern sah man ihre Emotionen an, hier herrschte ein Potpourri aus Stolz über die geschaffte Leistung, ein Durchatmen nach vielen Jahren Schulbank drücken, aber auch Trauer über den Verlust einer schönen Gemeinschaft.

„Trauer und Freude“, dieses Motto hatten die Moderatoren Mira Schweingruber und Lucas Dähn dann auch für den Abend gewählt – eine riesige schwarze Rose prangte symbolisch über der Eingangstür des überfüllten Saals.

Für die meisten jungen Leute ist der Abschied von der OSB kein Ausstieg aus dem Schulleben. Von 220 Absolventen der Abschlussklassen haben sieben gar eine Vernunftlösung gewählt: Die Schüler des Gymnasialzweigs wiederholen freiwillig die 10. Klasse, um so besser gerüstet das G-8-Abitur an einem Oberstufengymnasium in Angriff zu nehmen. Das Gros der übrigen Gymnasialschüler, 89 an der Zahl, wird die Bachgauschule besuchen, die übrigen wechseln zu Schulen außerhalb Babenhausens.

„Alle Schüler mit Migrationshintergrund haben die Qualifikation für die Oberstufe“, freute sich Annette Ahle, Leiterin des Realschulzweigs. 63 Realschüler werden direkt an ein berufliches oder allgemeines Gymnasium wechseln, um das Abitur zu erringen. 18 Jugendliche starten ins Berufleben durch und beginnen eine Lehre. „Auch unsere Hauptschüler haben wir alle unter“, sagte Ahle stolz.

„Fast jeder hat einen Platz an seiner Wunschschule oder einen Ausbildungsplatz“, meinte auch Uwe Schimsheimer, kommissarischer Leiter der Bachgauschule. Vor zwei Jahren habe es noch eine schlechte Prognose, insbesondere für schwächere Hauptschülern gegeben, „jetzt sieht es recht gut aus.“ Eine Chance sei der allseits beklagte Fachkräftemangel.

Besten Hauptschulabschluss

18 Jugendliche haben den Hauptschulabschluss errungen, elf davon den qualifizierten. Doch lediglich zwei Absolventen starten per Lehrvertrag direkt ins Berufsleben durch. Vier junge Leute streben den Realschulabschluss an, sechs gehen an eine Berufsfachschule und ebenfalls sechs in ein berufsvorbereitendes Jahr. Wo Licht ist, gibt es auch Schatten: Zwei junge Menschen verlassen die OSB ohne einen Abschluss.

Für besondere Leistungen im schulischen und sozialen Bereich wurden zu vorgeschrittener Stunde zahlreiche Schüler geehrt: Realschülerin Anna Krapp errang mit einem Notendurchschnitt von 1,0 das beste Zeugnis, Torben Schlüter folgte mit einem Schnitt von 1,3. Mit dem besten Zeugnis im Gymnasialzweig starten Rhiannon Zarotiadis und Pascal Boller (beide 1,2) ans „Gymmi“ durch.

Den besten Hauptschulabschluss schaffte Sarah Goretzki (1,3) gefolgt von Mücella Pak (1,5).

Für ihre gastronomischen Leistungen wurde die Mensacrew Katharina Mahr, Eva Fischer, Jonathan Liller und Simon Walter geehrt. Auch die Schulsanitäter Sören Gundmann und Jana Rudolf standen im Rampenlicht.

Für soziales Engagement wurde Schulsprecher Michael Riezler und seine Stellvertreterinnen Michaela Bausch, Saskia Franz und Jessica Höreth ausgezeichnet sowie die Jahrgangssprecher Anika Bender und Daniel Stöckel.

„Ihr ward ein quirliger Haufen kleiner Kinder“, ein bisschen Wehmut klang schließlich an, als Uwe Schimsheimer vor den vielen strahlenden jungen Menschen sprach, „wir hoffen, dass ihr nun das Rüstzeug habt, die Welt zu gestalten - macht es besser als wir.“

Quelle: op-online.de

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