Zwiespältige Gefühle beim Abschied

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Schulsprecher Berker Yarkut jubelt zum Abschlussfest der Offenen Schule in Babenhausen: „“s ist vorbei“.

Babenhausen - „Wir haben endlich unseren Abschluss“, jubelt Schulsprecher Berker Yarkut. Das trifft allerdings nur für einen Teil der 252 Schüler zu, die nun die Offene Schule Babenhausen (OSB) verlassen. Von Ulrike Bernauer

Lediglich die Haupt- und Realschüler halten ein Abschlusszeugnis in den Händen, der nicht unbeträchtliche Rest, die Schüler des Gymnasialzweiges, halten nur ein ganz normales Zeugnis in den Händen.

Fast alle von Gymnasiasten werden an andere Schulen wechseln, um das Abitur abzulegen. Allerdings werden auch etliche Haupt- und Realschüler nicht gleich in die Ausbildung starten, sondern ebenfalls weiterführende Schulen besuchen.

Am Freitagnachmittag wurden die 252 Schüler in einer feierlichen Veranstaltung in der Stadthalle entlassen. Nachdenkliche Worte findet Schulleiter Rainer Becker, der seiner Rede den Satz voranstellt: „Nicht für das Leben, für die Schule lernen wir.“ Becker fragt, woher ein Kind wissen soll, wofür es später mal Trigonometrie oder Englisch benötigen wird. Der Schulleiter ermahnt die Erwachsenen im Saal, auch künftig achtsam mit den jungen Menschen umzugehen.

Ausgesprochen witzig gerät die Überraschung im Programm, die von einigen Lehrern gestaltet wird. Die nehmen erst mal Schülersprüche auf die Schippe, um dann gemeinsam das Lied „Über sieben Brücken“ mit angepasstem Text anzustimmen. „Über harte Jahre muss ich gehen, 1000 Tage Schule überstehen, 1000 Mal im Blick der Lehrer sein, OSB jetzt lässt Du mich allein.“

Viele der Schüler, die jetzt ihr Zeugnis in den Händen halten, freuen sich auf einen neuen Abschnitt in ihrem Leben. Alexandra Müller hat ihren Realschulabschluss gemacht und wird bereits am 1. August ihre Lehre zur Bürokauffrau beginnen. Ishara Schreiber wird erst mal ein weiteres Jahr die Schulbank in der Landrat-Gruber-Schule drücken. Für die gewünschte Ausbildung als Altenpflegerin benötigt sie den Realschulabschluss. Zwiespältig sind die Gefühle von Ceynen Düsinger: „Ich bin auf der einen Seite froh, dass es rum ist, auf der anderen Seite nicht.“

Neben dem Zeugnis erhält jeder Schüler eine langstielige Gerbera. Allerdings werden die Schüler nicht namentlich aufgerufen. Während die einzelnen Klassen von ihren Lehrern auf der Bühne verabschiedet werden, läuft Musik und über eine Leinwand sind Fotos der Schüler zu sehen.

Timo Engel und Calvin Radigh sind nicht so ganz zufrieden mit diesem Prozedere: „Wir fanden es schöner, als im letzten Jahr alle Schüler namentlich aufgerufen wurden. So ist es so unruhig und wenn ein Schüler ein paar Worte sagt, dann kann man die gar nicht verstehen.“

Quelle: op-online.de

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