Ältester Schwimmanfänger war 87

+
Wer so viel Gutes tut wie die DLRG, freut sich über die entsprechende Würdigung – wie hier Dieter Sähring.

Babenhausen ‐ Ein Schwimmbad ohne Rettungsschwimmer? Undenkbar. Eine Veranstaltung an einem See, ohne Menschen, die ihn absichern? Unmöglich. Von Veronika Szeherova

Denn wenn man sie braucht, sind sie immer da – die freiwilligen Helfer der DLRG. Ganz selbstverständlich. Die breite Masse ist sich dessen deshalb auch kaum bewusst.

„Das liegt wohl an unserer größten Tugend – der Bescheidenheit“, vermutet lächelnd der Vorsitzende des Babenhäuser DLRG-Ortsverbands, Dieter Sähring. Und fügt ernster hinzu: „Unsere Organisation hat lange Jahre die Öffentlichkeitsarbeit schmählich liegen lassen. Wir sind auf kaum einem Bild in der Zeitung zu sehen, sind in den Medien kaum präsent.“ Umfragen haben ergeben, dass zwar mehr als 80 Prozent der Bevölkerung die Wortmarke „DLRG“ kennen, aber nur die wenigsten wissen, was sie überhaupt bedeutet: „Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft“.

Leben zu retten, ist einigen der rund 100 Mitglieder der hiesigen Ortsgruppe bereits gelungen. „Das ist der größte Ansporn, den wir für unsere Arbeit bekommen können“, so Sähring.

Die Mitglieder haben einen festen Jahresplan, nach dem sie sich richten. Von September bis Mai haben sie die technische Leitung im Dieburger Hallenbad. Im Sommer, von Mai bis September, trifft man sie am Strandbad Königsee in Zellhausen an. Dort sind sie für die „Rundumbetreuung“ verantwortlich – von der Einlasskontrolle bis zu Sanitätsdiensten. Weitere Aufgabe im Sommer: Aufsicht im Freibad in Dieburg. „Das sind unsere Standarddienste, die wir untereinander aufteilen müssen“, erklärt Sähring.

Obwohl die Helfer ehrenamtlich arbeiten, ist die Finanzierung der zahlreichen Aktivitäten immer ein Thema. Doch die Babenhäuser Ortsgruppe hat ein Ass im Ärmel: Die begehrte endgültige Zertifizierung der Berufsgesnossenschaften, Ersthelferkurse durchzuführen. „Wir bilden durchschnittlich 350 Ersthelfer im Jahr aus“, erzählt der Vorsitzende. So kann das Team sich selbst, die Ausrüstung und die drei Rettungsboote finanzieren.

Sähring ermutigt jeden Nichtschwimmer, einen Kurs zu besuchen: „Es gibt extrem viele Menschen, die nicht schwimmen können. Hier bekommen sie es sanft beigebracht, in kleinen Gruppen von höchstens sechs Teilnehmern und mit zwei Trainern.“ Der nächste Erwachsenen-Schwimmkurs beginnt am 17. Oktober.

Weitere Infos auf der DLRG-Internetseite

Seit 2007, als die Ortsgruppe nach etlichen Jahren das Babenhäuser Schwimmbad verlassen musste und nach Mainhausen ging, verlor sie viele Kinder als Mitglieder. Momentan sind etwa 70 Prozent der Vereinsmitglieder Erwachsene. Sähring hofft darauf, wieder mehr Kinder gewinnen zu können, und hat schon einen handfesten Plan: „Wir haben am Babenhäuser Schwimmbad ein Grundstück erworben. Dort werden wir ein Wasserrettungs- und Schulungszentrum errichten. Wenn wir alles wieder an einem Ort haben, und nicht so verteilt wie bisher, erwarten wir auch wieder mehr Zuspruch.“

Quelle: op-online.de

Kommentare