Ärztemangel

Ein Hausarzt pro 2285 Einwohner

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Aus dem ganzen Ostkreis waren Vertreter zur Pflegekonferenz gekommen, um sich nicht nur mit der Situation von Senioren, sondern auch mit medizinischen Versorgung zu beschäftigen.

Groß-Umstadt/Babenhausen - In Babenhausen fehlt es an Medizinern. Das ist auch Thema bei der Pflegekonferenz. Heute gibt es weitere Infos bei einer Versammlung. Von Ulrike Bernauer 

Zwei Themen bestimmten die gut besuchte Pflegekonferenz in der Seniorenwohnanlage gegenüber dem Rathaus in Groß-Umstadt. Zum einen ging es um die Fortschreibung der Seniorenpolitik in Umstadt. Ein weiterer wichtiger Themenkomplex war das Gesundheitskonzept für Babenhausen, das Elke Keller von der Firma Ad Sanitatem Ducens, die innovative Konzepte die Gesundheit betreffend entwickelt, vorstellte. Keller bestätigte bei ihrer Bestandsaufnahme, dass die gefühlte Unterversorgung mit Ärzten in Babenhausen auch eine tatsächliche ist. So kommen hessenweit im Durchschnitt auf einen Hausarzt 1 671 Einwohner. In Babenhausen sind es 2 285 Einwohner. „Es fehlen also definitiv zwei Hausärzte in Babenhausen“, stellte Keller fest.

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Das führe nicht nur zu den ganz offensichtlichen Problemen wie langen Wartezeiten, sondern auch dazu, dass beispielsweise die K&S Seniorenresidenz Schwierigkeiten hat, ihre Zimmer zu belegen, weil die Hausärzte keine neuen Patienten aufnehmen und die Versorgung der Menschen nicht garantiert werden kann. Nicht nur Bürgermeisterin Gabi Coutandin stellte die Frage in den Raum, warum der Beruf des Hausarztes heutzutage für viele angehende Ärzte nicht mehr attraktiv ist. Ein Grund für Coutandin, viele junge Mediziner strebten heutzutage ein Angestelltenverhältnis an, folglich müsse man Konzepte erarbeiten, wo das auch in Praxen möglich sei.

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Die Bürgermeisterin verwies auch darauf, dass es wenig bringe, „alleine vor sich hin zu wurschteln, letztendlich sind wir nur Teil einer Region“. Die erste Kreisbeigeordnete Rosemarie Lück zeigte sich dennoch erfreut darüber, dass die Stadt Babenhausen auch in diesem Bereich Verantwortung für ihre Bürger übernommen habe. Lück fragte aber auch, ob es in diesem Bereich angehe, dass die Kommunen das Versagen der Politik auf anderer Ebene, also des Landes und des Bundes auffange. „Übernehmen wir das oder verweisen wir auf andere Zuständigkeiten?“, fragte Lück. Dass der Kreis sich seiner Verantwortung stelle, sei auch deutlich an der Gründung des Medizinischen Versorgungszentrums in Ober-Ramstadt, das der Kreis über die Kreiskliniken initiiert habe. Zudem sei man dabei, für den Landkreis ein medizinisches Versorgungskonzept zu erarbeiten.

Auch Groß-Umstadts Bürgermeister Joachim Ruppert fühlte sich von der großen Politik allein gelassen. „Wir müssen die Lücken in diesem kranken Gesundheitssystem schließen.“ Die Stadt Babenhausen möchte nun in einer Informationsveranstaltung eine breite Öffentlichkeit darüber informieren, was im Einzelnen vorgesehen ist und wie sich interessierte Bürger gegebenenfalls einbringen können. Der Info-Abend ist, wie bereits bekannt gegeben, am heutigen Donnerstag, 19 Uhr, im Sitzungssaal des Rathauses.

Quelle: op-online.de

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