Akustischer Ausflug ins endlose All

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Das Babenhäuser Blasorchester lud zu seinem Jahreskonzert 2010 ein. 500 Zuhörer ließen sich das klangvolle Ereignis nicht entgehen.

Babenhausen ‐ „Verfolgt von den finsteren Agenten des Imperiums jagt Prinzessin Leia an Bord ihres Sternschiffes als Hüterin der erbeuteten Pläne nach Hause, die ihr Volk retten und der Galaxis die Freiheit wieder bringen könnten“, erzählt Moderator Jens Kutscher. Von Michael Just

Nicht bei einem Fantreffen von „Krieg der Sterne“ fallen diese Worte, sondern beim großen Jahreskonzert des Blasorchester Babenhausen (BB) als Einleitung auf das nächste Stück. Unter dem Motto „Über den Sternen...“ unternahmen das Jugendorchester sowie das Große Orchester am Samstagabend einen bisher nie da gewesenen akustischen Ausflug in die unendlichen Weiten des Alls. Damit bewiesen die Bläser Kreativität und das Bewusstsein, dass es nötig ist, einem erwartungsfrohen Publikum stets etwas Neues zu bieten. Das kam auch diesmal wieder in großer Anzahl mit rund 500 Besuchern in die Stadthalle.

Das Jugendorchester, erstmals von Uwe Wittenberger dirigiert, eröffnete die Mission und trug die Zuhörer mit Melodien der Stücke „Mars“ (aus „Die Planeten“ von Gustav Holst) und „Ein Tag im Weltraum“ in den Orbit. Mit seinen sinfonischen Fähigkeiten stieg das Große Orchester wenig später ebenfalls in einen Weltraumgleiter ein.

Doppelte Premiere

Es folgten „March to Mars“, „Apollo 13“ und die in diesem Falle unverzichtbare „Star Wars Saga“. Wer im „Krieg-der-Sterne-“Epos unbewandert ist, erkannte die Melodie von der Oskar-Verleihung in Hollywood wieder. Mit der „Star Wars Saga“ war eine doppelte Premiere verbunden, denn die eröffnete erstmals die Möglichkeit, dass eine Harfe bei einem Konzert des BB zum Einsatz kommt. Die Hergershäuserin Barbara Ding hatte hierbei einen beachteten Auftritt.

Wie gewohnt zeigte sich das Große Orchester (Leitung: Christoph Bernius) mit seinen 60 Mitwirkenden als bestens aufgelegt, auch wenn das spärliche Platzangebot auf der Bühne für etwas Wehmut sorgte: „Es ist eng wie in einer Wursthaut“, konstatierte Vorsitzender Klaus Mohrhardt die Musiker- und Instrumentendichte. Nur durch zusätzliche Bühnenteile und Aufbauten konnte man das Problem abschwächen, sich bei der Intonation der einzelnen Sätze nicht ins Gehege zu kommen. Das wäre schon deshalb schade gewesen, weil sich die Musiker vor ihrem wichtigsten Auftritt des Jahres intensiv in Wald-Michelbach vorbereitet hatten. Seit zehn Jahren fährt die Truppe bereits für den richtigen Feinschliff für ein langes Wochenende ins Odenwälder „Trainingslager“. Mit dem Jugendheim des Landkreises Offenbach hat sie dafür die richtige Lokalität gefunden.

Keine Wünsche für Opernfreunde offen gelassen

Im zweiten Teil hatte das BB immer noch die Gestirne im Blick, bezog sich im übertragenen Sinne aber mehr auf die Sterne des Musikhimmels. Damit war ein Tribut an die älteren Zuhörer verbunden, die besonders die klassischen Stücke schätzen. Die wurden bereits am Ende des ersten Programmteils mit dem „Astronauten-Marsch“ angekündigt, der ein Schmankerl für die Freunde des unvergessenen Ernst Mosch war.

Mit gleich zwei Gesangseinlagen ließ wenig später die Sopranistin Sabine Bussalb keine Wünsche für Opernfreunde offen: Sie sang die Arien „Mein Herr Marquis“ und „Im Feuerstrom der Reben“ aus der „Fledermaus“ von Johann Strauß. Beim letzten Stück des Abends kamen die Musical-Freunde mit einem Streifzug durch „Elisabeth“ zum Zug. Klaus Mohrhardt hatte zuvor mit seiner Ankündigung auf das Jahreskonzert nicht zu viel versprochen: „Die Ausdruckskraft unserer heutigen Solisten wie auch des Blasorchesters wird stellenweise für Gänsehaut sorgen.“

Die bekamen die Musiker am Ende mit einem lang anhaltenden Beifallssturm aus stehenden Publikumsreihen zurück.

Quelle: op-online.de

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