Zwei Choreografen zu Gast beim TVB

„Akzeptanz“ ist hautnah dran

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Beim Workshop erhielten rund 20 Tänzerinnen der „Akzeptanz“ einen Einblick, wie die Profis aus dem Ruhrgebiet arbeiten.

Babenhausen - Grazil und leichtfüßig schweben die Körper über das Parkett, Oberkörper und Beine scheinen keinerlei Grenzen beim Dehnen und Strecken zu unterliegen. Das „Ballett im Revier“ gilt als eines der besten seiner Art. Schwer wiegt deshalb die Freude bei der Tanzsparte „Akzeptanz“ des TV Babenhausen, dass ein enger Austausch mit den Profis aus Gelsenkirchen stattfindet. Von Michael Just 

Möglich macht dies die Gastspielkooperation der Westfalen mit der Stadt Aschaffenburg. „In den nächsten zwei Jahren werden wir regelmäßig am Main sein“, berichtet Manager Florian König. Los geht es bereits am Samstag (9. ) um 20 Uhr in der Aschaffenburger Stadthalle.

Unter der Überschrift „Breiner, Scholz, Kylian“ gibt das Tanztheater einen Einblick in seine Arbeit. In der Trilogie kommen drei herausragende Stücke der bekannten Choreografen Bridget Breiner, Uwe Scholz und Jiri Kylian zur Aufführung. Besonders gespannt darf man auf „Jeunehomme“ von Uwe Scholz sein, das an ein Klavierkonzert von Mozart angelehnt ist. „Nur wenige Choreografen beherrschen die Kunst, klassische Sinfonien so formvollendet in einen abstrakten Tanz umzusetzen“, weiß König. Gastspiele werden von „Tanzland“, einer Kulturstiftung des Bundes, finanziell unterstützt.

Die Förderbedingungen sehen vor, dass das Ensemble in der unterfränkischen Stadt oder um sie herum drei Partner findet, die von den Profis profitieren. Die Wahl fiel dabei – neben einer Aschaffenburger Tanzschule und dem Dalberg-Gymnasium – auf die „Akzeptanz“ aus Babenhausen. „Das Kulturamt in Aschaffenburg kennt uns noch von früher, als das National Performance Team aus Dänemark in Deutschland zu Gast war und dabei auch ein Auftritt in Aschaffenburg anstand. Damals stellten unsere Mitglieder private Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung“, so „Akzeptanz“-Sprecherin Jutta Koser.

Die Tanzsparte des TV besteht seit über 25 Jahren. Mittlerweile gibt es sieben Gruppen mit Mädchen und Frauen von sechs bis 50 Jahren. Die Stile reichen von Showtanz, Jazz, über Modern Dance bis hin zu zeitgenössischem Tanztheater. Über die Jahre erwarb die „Akzeptanz“ den Ruf, ihr Hobby mit viel Passion und höchsten Ansprüchen auszuüben. Dafür steht unter anderem die Teilnahme an der Weltgymnastrada in Helsinski oder beim internationalen deutschen Turnfest in Berlin, wo sie sich den Titel „Showgruppe des Jahres“ sicherten.

Während die Babenhäuser Breitensportler sind, tanzt das „Ballett im Revier“ hauptberuflich. Die 14 Mitglieder aus elf Nationen (sieben Frauen und sieben Männer) trainieren an fünf Tagen der Woche. Am sechsten ist Vorstellung, der Montag ist frei. Alle Mitglieder besitzen eine klassische Tanzausbildung, wozu auch das Bewegen auf der Spitze gehört. Von Schwanensee bis modern wird eine umfangreiche Bandbreite abgedeckt. Bereits zweimal wurde die Kompanie mit dem deutschen Theaterpreis „Der Faust“ ausgezeichnet. Die Finanzierung der Tänzer erfolgt durch Stadt und Land.

„Für uns ist es ein Kompliment, in die Kooperation eingebunden zu sein“, hebt Jutta Koser heraus. Die begann für „Akzeptanz“ bereits: In der TVB-Halle boten Ballettmanager Florian König und die choreografische Assistentin Marika Carena einen Workshop an. Rund 20 Frauen der „Akzeptanz“ nahmen Teil und übten als Höhepunkt eine kleine Passage von der Aufführung am Samstag ein. Gemeinsame Auftritte des Starballetts und der „Akzeptanz“ folgen zwar nicht, dafür haben die TVB-Tänzer die seltene Möglichkeit, den Profis über die Schulter zu schauen. „Es ist schon ein Unterschied, ob man entfernt im Publikum sitzt oder hautnah dran ist und Fragen stellen darf“, erläutert Koser, die sich für den Sportverein viele neue Erfahrungswerte erhofft. Zu drei großen Auftritten kommt das Ballett aus dem Ruhrgebiet an den Main. Alle werden die Mitglieder von „Akzeptanz“ ganz nah miterleben. Im Mai 2018 steht für die Babenhäuser zudem eine Fahrt nach Gelsenkirchen an, wo sie den „Tanzalltag“ der Ballettkompanie mit weiteren Auftritten und Proben erkunden.

Quelle: op-online.de

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