Alles hat Platz auf einem Gelände

Babenhausen - Ursprünglich ging es lediglich um den Ankauf von Erweiterungsflächen für den Bau der Kita „Kunterbunt“. In der Parlamentsdebatte am Montag sollte jedoch auch erneut an einer grundsätzlichen Entscheidung gerüttelt werden. Von Stefan Scharkopf

Die „Allianz für Babenhausen“ aus SPD, FWB und FDP hatte, wie berichtet, den Beschluss von CDU und Grünen, den Kindergarten „Kunterbunt“ in der Heinrich-Heine-Straße neu zu bauen, gekippt und die Sanierung und Erweiterung am alten Standort in der Ludwigstraße durchgesetzt. Die „Allianz“ und Ingrid Schumacher („Bürger“) beschlossen nun den Ankauf von Erweiterungsflächen. CDU und Grüne waren dagegen.

War zunächst geplant, eine Fläche von rund 1150 Quadratmetern aus drei angrenzenden Flurstücken im Rahmen der Baumaßnahme zu einem Pauschalpreis von 150.000 Euro zu kaufen, kommt jetzt noch eine Restfläche von rund 439 Quadratmetern, auf dem derzeit ein Haus steht, hinzu. Das kostet nochmal 85.000 Euro, so dass für die jetzt 1589 Quadratmeter Erweiterungsfläche 235.000 Euro fällig werden. Die Kosten für Vermessung, Einzäunung und Abriss vorhandener Gebäude und alle anderen Nebenkosten trägt die Stadt.

Wie Bürgermeisterin Gabi Coutandin in der Sitzung sagte, seien die Grundstücksbesitzer mit dem Verkauf einverstanden. Insgesamt stehen für die Kita am alten Standort nun 4232 Quadratmeter zur Verfügung, während es in der Heine-Straße wohl nur 2 325 gewesen wären. Die 1000 bis 1200 Quadratmeter Grundfläche für den sechsgruppigen Kindergarten wäre in beiden Fällen gleich.

Kritik von CDU und Grünen

Für Bürgermeisterin Gabi Coutandin liegt der Vorteil des vergrößerten Areals auf der Hand: Alle Angebote für die Kleinen sind auf dem Gelände, der Spielplatz auf der gegenüber liegenden Straßenseite muss also nicht aufgesucht werden; damit entfällt die Fahrbahn-Überquerung als Gefahrenquelle. Dadurch, dass die Familie dem Kaufvertrag zustimme, herrsche gleich Planungssicherheit, und die Architekten könnten sich Mitte Juni mit dem Grundstückszuschnitt beschäftigen. Bei der von der „Allianz“ befürworteten Variante könne auch der Altstadtrundgang in diesem Geviert fortgeführt werden.

Politisch entschieden wurde seinerzeit, dass die Gesamtmaßnahme Kita „Kunterbunt“ 2,7 Millionen Euro nicht überschreiten soll. Derzeit besuchen rund 100 Mädels und Jungs die Kita, auch künftig dürften es so viele sein.

In der Parlamentsdebatte gab es seitens der früheren Kooperation heftige Kritik. Für Friedel Sahm (CDU) war die Rücknahme des gefällten Beschlusses für den Standort Heine-Straße „ein denkwürdiger Vorgang, der das politische Klima belastet. Von einer ausgestreckten Hand, wie es immer behauptet wird, kann keine Rede sein.“

Grüne: Neubau billiger

Frank Ludwig Diehl (Grüne) war der Auffassung, dass der Neubau in der Heine-Straße billiger wäre, es in der Ludwigstraße Probleme mit dem Denkmalschutz geben könnte und das Areal zu beengt, der Gebäudezuschnitt nicht optimal sei: „Aber der Beschluss soll ja durchgepeitscht werden.“

Anderer Meinung waren die Vertreter der „Allianz“. Willi Schäfer (SPD): „Wir haben bereits vor der Kommunalwahl gesagt, dass die Kita bleiben soll, wo sie ist. Es ist deshalb keine Machtdemonstration.“ Ingrid Schumacher befand, dass eine Kita in die Stadtmitte gehöre, schließlich seien die benachbarten Garagen zum Breschturm hin früher schon mal ein Kindergarten gewesen.

„Dass es nach einer Wahl andere Beschlusslagen gibt, ist in einer Demokratie völlig normal“, sagte Dr. Heinrich L. Kolb (FDP). Dass die Wahl so ausgegangen sei, zeige ja, dass die Bürger Veränderungen wollten. Das müsse sich auch im Verwaltungshandeln niederschlagen. Es gehe um den Wettstreit der Ideen. Dass der Gebäudezuschnitt nicht optimal sei, bezeichneten Kolb und Adolf Breer (SPD) als „Herausforderung für den Architekten.“

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Christoph Aron/pixelio.de

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