Bauarbeiten im Seniorenzentrum Bethesda beendet

„Alles schön neu und gemütlich“

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Voneinander lernen Die Villa Bethesda des Christlichen Sozialwerks begrüßt die ersten Besucher der Tagespflege. Alltag und Abwechslung, heißt das Motto. Petra Jorissen (rechts) lauscht Helga Krautwurst, als sie von früher erzählt.

Harreshausen/Schaafheim - Helga Krautwurst beginnt den Tag gerne etwas früher. Die Schaafheimerin ist um die Ecke zu Hause und hat nur ein paar Schritte bis zur Villa Bethesda. Dort verbringt sie ihren Tag. In Gesellschaft anderer Senioren.

Nachdem die Bau- und Einrichtungsarbeiten beendet sind, ist Leben in die Tagespflege-Einrichtung eingezogen. Helga Krautwurst und die älteren Menschen, die mit dem Fahrdienst an die Wilhelmstraße kommen, werden von Petra Jorissen und Nicole Glänzel empfangen. Der Frühstückstisch wird gedeckt und die Gäste nach ihren kulinarischen Vorlieben gefragt. „Wir können bei maximal 15 Gästen pro Tag individuell betreuen. Jetzt sind wir noch nicht voll belegt, da geht das noch viel besser“, sagt die Jorissen.

Das Erleben steht für Pflegedienstleiterin Glänzel an erster Stelle. „Die Gäste sollen bei uns außergewöhnliche Tage erleben. Dazu integrieren wir sie in den Alltag, paaren das aber auch mit Abwechslung.“ Petra Jorissen lässt sie Kräuter erriechen. Ein Erlebnis für die Sinne, wie sie sagt. Ein Buch mit Gegenständen aus früheren Tagen bringt Helga Krautwurst zum Plaudern.

Skepsis und Unsicherheiten verschwunden

Mittlerweile sind die Damen und Herren aus Seligenstadt angekommen. Mitarbeiterin Karin Krautwurst kocht am Mittag mit den Gästen und für sie. Die sind begeistert, beim Kartoffelschälen helfen zu dürfen und die Frikadellen anzubraten. „Wir helfen gerne, achten aber auch auf Erfolgserlebnisse für die Senioren. Wenn sie etwas noch gut können, ist das sehr wichtig für sie“, berichtet Glänzel.

Eine Dame sagt völlig begeistert: „Es ist alles so schön neu und gemütlich hier. Einfach toll.“ Nach dem Mittagessen ist auch die letzte Skepsis und Unsicherheit der Gäste aus den Gesichtern verschwunden. Sie fühlen sich wohl und bewegen sich sicher durch das Esszimmer in den angrenzenden Ruheraum oder durch das geräumige Wohnzimmer auf die Terrasse zum Sonne genießen. Der Spaziergang durch Schaafheim ist für einige fremd, denn sie kommen aus Seligenstadt. Pflegekraft Metka Eifert macht die Ortsfremden mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut.

„Wir sind genauso aufgeregt wie unsere Gäste und müssen uns erst an die Villa Bethesda gewöhnen“, erklärt Nicole Glänzel. „Das ist ja gerade das Schöne“, ergänzt Petra Jorissen und lacht. „So lernen wir nur voneinander.“

Rituale sind wichtig für die Senioren

Teilstationäre Einrichtungen haben sich in den letzten Jahren zu einem wichtigen Baustein in der Altenhilfe entwickelt. Das Christliche Sozialwerk in Harreshausen bietet diese seit Kurzem ebenfalls an. Der Tag beginnt damit, dass je nach Wohnort Gäste ab 7 Uhr mit einem Fahrdienst abgeholt und ab 16 Uhr wieder nach Hause gebracht werden. Gemeinsam werden Frühstück, Mittagessen, Kaffee und Kuchen am Nachmittag zubereitet. Wichtig für die Senioren sind Rituale: Dazu gehören Zeitungsrunden, Aktivierungsanstöße für demenziell Erkrankte und die Mittagsruhe nach dem Essen. Aktiv werden können die Besucher aber auch. Bewegung, Tanz, kreatives Gestalten und Gesellschaftsspiele werden angeboten - die Teilnahme ist freiwillig.

Das ändert sich durch die Pflegereform

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Das Berechnungssystem für den Besuch ist kompliziert, Interessenten sollten sich von Experten beraten lassen. Für ein unverbindliches Gespräch steht Susanne Gerhold, Telefon: 06073/7286111, zur Verfügung. Wer eine Pflegestufe hat, erhält zwischen 225 und 1 550 Euro für den Besuch. So lassen sich mehrere Tage mit geringer Zuzahlung finanzieren. In besonderen Fällen kann der Besuch sogar gar nichts kosten.

st

Quelle: op-online.de

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