„Als hätte Bach in Brasilien gelebt“

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Organist Detlef Steffenhagen bei seinem Benefizkonzert in der Stadtkirche Babenhausen.

Babenhausen ‐ Eine sehr gut besuchte Stadtkirche erwartete den Organisten Detlef Steffenhagen am Freitagabend zum Neujahrskonzert in Babenhausen. Die Gäste genossen das Benefizkonzert, das unter dem Motto „Bach goes Brazil“ stand und mit deren Spenden ein Heim für geistig und körperlich behinderte Kinder in Brasilien unterstützt werden soll. Von Verena Scholze

Um den Zuschauern einen guten Blick auf den Künstler bieten zu können, wurden die Bänke extra für das Konzert mit Blick auf die Orgel ausgerichtet, „Ich habe bestimmt schon über zehn Mal in Babenhausen gespielt und ich freue mich jedes Mal aufs neue, wieder hier zu sein“, lächelte Steffenhagen.

Niemand anderer als Steffenhagen wäre prädestinierter, eine solche musikalische Mischung und ein außergewöhnliches Programm anzubieten, wie es bei „Bach goes Brasil“ geschieht. Begonnen hatte das Konzert mit Entrada von Murillo Furtado, danach folgte Concerto a-Moll (Bach goes Italy) von Johann Sebastian Bach nach einem Konzert von Antonio Vivaldi, und Toccata prima von Jose Antonym Carlos de Seixas. Bei seinem zweiten Stück hatte der Organist kurzzeitig mit einem Ausfall der Elektronik zu kämpfen, konnte aber seine Darbietung nach ein paar Minuten wieder fortsetzen. „Es hatte sich zum Glück nur ein Stecker gelöst“, erklärte der Organist nach dem Konzert.

Steffenhagen plant eine neue Tournee

Weiter bekamen die Besucher Präludium in C-Dur, Dorische Toccata, „Wohl mir, dass ich Jesu habe“, Badeneria, Air und Toccata Fuge d-Moll zu hören. Hierbei handelte es sich um Werke von Johann Sebastian Bach, alle nach einem Arrangement von Steffenhagen. „Es ist so, als ob Bach selbst einige Jahre in Brasilien gelebt hätte“, erklärt der Künstler seine Bearbeitungen. Nach drei Zugaben stand er den Besuchern zur Verfügung, die signierte CDs von ihm am Ausgang erwerben konnten.

Ich habe noch zwei Konzerte an diesem Wochenende“, berichtete der Organist,, „bevor ich am Montag wieder nach Brasilien zurückreise.“ Steffenhagen, der seine Tournee mit diesen Konzerten beendet, will sich in der Heimat seiner brasilianischen Frau die nächsten Monate Zeit nehmen und eine neue Tournee planen.

Vita

Der Organist wurde 1961 geboren und begann seine musikalische Ausbildung im Alter von fünf Jahren. Mit 14 gab er bereits sein erstes Orgelkonzert. Er studierte am Hoch'schen Konservatorium in Frankfurt und anschließend bei Gerd Zacher an der Folkwang-Musikhochschule in Essen. Von 1988 bis 1999 war er Kantor der Johanniskirche, Frankfurts bedeutendster Barockkirche. Steffenhagen war mehrfacher Preisträger beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ und konzertiert inzwischen hauptsächlich in Europa sowie Nord- und Südamerika. CD-Einspielungen bei Sony Classical sowie Rundfunk- und Fernsehaufnahmen brachten ihm weltweite Anerkennung ein. 1998 unterzeichnete er einen Exklusivvertrag mit Sony Classical und veröffentlichte bei diesem internationalen Label erstmals seine Orgelfassung der „Vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi. Von 1999 bis 2006 lebte er in Curitiba (Brasilien) und lehrte an der Musikhochschule.

Quelle: op-online.de

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