Altstadtfest in Babenhausen

Clownerie und Chorgesang

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Flanieren und einen Plausch halten: Beim Altstadtfest ging es gewohnt locker zu.

Babenhausen - „Der wirkliche Schatz Babenhausen ist die Altstadt.“ Diesen Schatz, wie ihn Landrat Klaus Peter Schellhaas beschrieb, brachten Vereine, Gewerbetreibende, engagierte Bürger, Künstler und Kulturtreibende zum Glänzen. Von Ursula Friedrich

Das 34. Altstadtfest am Wochenende lockte Tausende in die historischen Gassen Babenhausens. Flanieren, schlemmen, genießen und bestaunen, Angebote in Hülle und Fülle. Hofreiten öffneten für Floh- und Trödelmärkte, das historische Straßenpflaster wurde zum Tanzparkett, die Bummelgass´ zur Schlemmermeile, der Marktplatz zur Opern-Air-Bühne für Musiker, Sportler und Kulturtreibende. Clownerie, Coverband, Currywurst und Chorgesang – das Spektrum war schillernd und abwechslungsreich.

„Das Altstadtfest ist ein regionales Familienfest, getragen von unseren Vereinen, die sich in ihrer Vielfalt präsentieren, aber auch auswärtigen Gästen unsere Stadt vorstellen“, sagte Bürgermeisterin Gabi Coutandin. Zur Eröffnung des 34. Altstadtfests steckte sie noch in der Regenjacke – ein kräftiges Gewitter am Morgen hatte schlimmste Befürchtungen geweckt. Doch just zum „Anpfiff“ des bunten Festtreibens verzogen sich die grauen Wolken.

27 Vereine nahmen diesmal am Altstadtfest teil, darunter der Volkschor Sängerbund, ein Veteran unter den Standbetreibern. „Wir machen schon immer mit“, bekräftigte das Team am Tresen, das die offizielle Delegation mit Häppchen und Sekt verwöhnte. Aber: Nicht in jedem Verein gelänge es, genügend Aktive aufzubieten, die die viele Arbeit stemmen. So ist der Stand des ein oder andere Vereins wieder von der Festmeile verschwunden. Der umgekehrte Trend setzte beim Gewerbeverein Babenhausens ein. Das neue Vorstandsteam ist wenige Monate jung, hochmotiviert, und war freilich mit einem Stand vertreten. Die rührige Vereinspolitik zahlte sich aus.

„Seit wir unsere Arbeit aufgenommen haben, ist der Mitgliederstand von 51 auf 71 angewachsen“, so die Bilanz der neuen Vorsitzenden Silke Kasamas, die beim Altstadtfest weitere Mitglieder anwarb – bis zum 31. Dezember soll das 100. Mitglied unterschreiben. Einen solchen Boom hätte sich das Organisationsteam gewünscht. „Wir bräuchten noch zwei, drei Leute und neue Ideen – manchmal gehen die einem aus“, sagte Helmut Fendt, Vorsitzender des Gremiums der Babenhäuser Vereine, bei dem die organisatorischen Fäden zusammen liefen. Trotz „großer Routine organisieren sie das Fest mit Herzblut und Begeisterung“, lobte Coutandin.

Babenhäuser feiern Altstadtfest

Babenhäuser feiern Altstadtfest

Neu im Programm war die Schau historischer Traktoren zwar nicht – dennoch ein Publikumsmagnet. Die Oldtimer-Ausstellung der Traktorfreunde Babenhausens hinter der Stadtmühle wurde rege besucht. „Ich habe eine ganze Woche poliert“, sagte Landwirt Tino Seitz, der seinem Kramer Baujahr 69 liebevollüber die grüne Motorhaube strich. Weil er Regen fürchtete, hatte Seitz gar ein Zelt für sein Schmuckstückchen aufgebaut, das am kommenden Wochenende die diesjährige Weinkönig Groß-Umstadts mit ihrem Hofstaat ziehen soll. Wegen möglicher Regenfälle war die historische Fahrzeugschau mit gut 200 „Oldies“ diesmal etwas bescheidener ausgefallen.

In der Stadtmühle kamen Eisenbahnfans auf ihre Kosten, die, selbst am Regler, tuckernde Lego- und Märklinzüge über ein gigantisches Schienennetz manövrierten. Danielle Buchi, Bürgermeisterin der elsässischen Partnerstadt Bouxwiller, hatte sich den Besuch des Altstadtfests nicht nehmen lassen. Zum „Kronjuwel“ in der Schatzkammer, der Altstadt Babenhausens, adelte Landrat Schellhaas das neue Territorialmuseum in der Amtsgasse – und brachte den lang ersehnten Zuwendungsbescheid des Landkreises über 71 168 Euro Fördermittel mit. Mit diesem Betrag kann der Innenausbau des im Jahre 1555 erbauten Anwesens nun abgeschlossen werden – die Gesamtkosten betragen 157  000 Euro. Im Frühjahr 2014 soll das Museum eröffnen, verriet Georg Wittenberger vom Heimat- und Geschichtsverein. Für neugierige Besucher öffnete das Museum bereits an diesem Wochenende seine Pforten.

Quelle: op-online.de

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