Anerkennung für gelungene Sanierung

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Für die qualitativ hochwertige Sanierung der Stadtkirche wurde die evangelische Gemeinde Babenhausen geehrt. Pfarrer Frank Fuchs (Mitte) nahm den Preis stellvertretend zusammen mit Architekt Claus Giel (Dritter von rechts) und Christoph Kleinert (rechts) vom Kirchenvorstand an. Links im Bild der Geschäftsführer von Lotto Hessen, Heinz-Georg Sundermann, die Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Eva Kühne-Hörmann, sowie der Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege, Gerd Weiß (Zweiter von rechts).

Babenhausen - „Einen solch imposanten Ort für unsere Ehrungszeremonie hatten wir wahrlich noch nicht“, gab sich der Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege, Gerd Weiß, sichtlich beeindruckt. Von Dirk Beutel

Das durch die Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigte und nun durch Investitionen in Höhe von 22,5 Millionen Euro aufwändig restaurierte Jugendstilbad in Darmstadt war am Montag Veranstaltungsort und zugleich Preisträger des 24. Hessischen Denkmalschutzpreises. Vor rund 150 Gästen wurden neun der insgesamt 49 vorgeschlagenen Objekte vorgestellt und prämiert.

Damit vermeldete die Lotterie-Treuhandgesellschaft als Wettbewerbsinitiator einen neuen Einreichungsrekord. „Nicht nur die Fülle, sondern auch die Qualität jedes einzelnen Vorschlags beeindruckte die Jury. Jeder hätte eine Auszeichnung verdient“, erklärte Heinz-Georg Sundermann, Geschäftsführer von Lotto Hessen. Seit der Einführung der Rubbellose 1986 flossen aus deren Erträgen über 65 Millionen Euro in die Erhaltung und Restaurierung hessischer Kulturdenkmäler.

Von 2001 bis 2006 wurde die Stadtkirche aufwändig saniert. Das im 19. Jahrhundert um etwa 40 Zentimeter erhöhte Fußbodenniveu wurde dabei wieder abgesenkt.

Denkmalschutz ist mehr als historische Verantwortung, er schafft Identität mit einer Region und kann auch als wirtschaftlicher Faktor beitragen“, erinnerte die Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva Kühne-Hörmann. Ein Beispiel, das sich an den schwarzen Zahlen, die das Jugendstilbad seit seiner Eröffnung verbucht, gut ablesen lasse.
In diesem Jahr wurde der mit 15 000 Euro dotierte Preis unter den ersten vier Gewinnern aufgeteilt. Preisträger sind stets Privatpersonen, Bürgerinitiativen oder Körperschaften. Der mit 5 000 Euro versehene erste Rang ging an den Förderkreis Synagoge im nordhessischen Vöhl für die dortige vorbildliche Sanierung. Ebenfalls unter den Preisträgern befand sich die evangelische Kirchengemeinde Babenhausen, die für die Sanierung der aus dem 14. und 15. Jahrhundert stammenden St. Nikolai Kirche zwar kein Geld, aber eine Anerkennung samt Urkunde erhielt. Die Sanierung ist noch immer nicht ganz fertig gestellt: „Im südwestlichen Bereich der Kirche müssen noch einige Fresken überarbeitet werden“, sagte Pfarrer Frank Fuchs, der die Bilder Ende des Jahres in frischen Farben erwartet. Damit wären die Wand- und Deckenmalereien aus der Zeit der Spätgotik und des Frühbarocks vollständig, deren Ornamente dem Charakter des Langhauses neuen Glanz verleihen sollen.

Ein weiterer Kandidat aus dem Kreis Darmstadt-Dieburg, das Diakoniezentrum Groß-Bieberau, schaffte es auf den mit 3 000 Euro dotierten vierten Platz. Im Ergebnis stand die Sanierung der ehemaligen Rothenhäuser Hofreite aus dem 17. Jahrhundert.

Quelle: op-online.de

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