Anlieger wollen mitreden

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Großes Interesse zeigten Babenhäuser bei der Vorstellung der Pläne zum Umbaus des Bahnhofsvorplatzes.

Babenhausen - „Ich war überrascht, dass doch so ein großes Interesse herrscht. Es gab viele gute Gespräche und Tipps“, bilanziert Katharina Freckmann vom städtischen Fachbereich Bau- und Stadtplanung am späten Samstagnachmittag. Mit Stadtentwickler Dr. Von Michael Just

Jürgen Schmitt stand sie zuvor bei einer Infoveranstaltung drei Stunden lang Rede und Antwort über die künftigen Planungen am Bahnhof. Die teilen sich mit der Zusammenführung der Bushaltestellen, der Errichtung einesKreisverkehrs sowie Park+Ride-Plätzen in das Bahnhofsumfeld, was die Aufgabe der Stadt ist. Der Gleisbereich (Modernisierung der Bahnsteige, Einbau von Aufzügen, Schaffung neuer Fußgängerunterführungen) obliegt der Deutschen Bahn.

Sanierung könnte in einem Jahr beginnen

Schon seit über zehn Jahren wollen Stadt und Lokalpolitik den Bahnhofsvorplatz und den Bismarckplatz umgestalten. Doch der dazu vorgesehene Erwerb von DB-Grundstücken scheiterte immer wieder an langwierigen Kauf- und Verhandlungsprozessen. Dazu zeigte die Bahn selbst wenig Interesse, ihren Teil der Sanierung anzugehen. Darüber, dass die Bahn es diesmal ernst meint, ist sich Freckmann sicher: „Bei der DB geht es nun um die Ausführungsplanung als einer der letzten Schritte. Zurzeit wird auf die Genehmigung des Eisenbahnbundesamtes gewartet.“ So könnten in einem Jahr die Sanierungen beginnen. Parallel ist es möglich, dass auch die Arbeiten am Bismarckplatz starten. Hier muss mit der Absegnung der Pläne durch die Stadtverordnetenversammlung aber noch eine wesentliche Hürde genommen werden.

Das Gros der Interessierten am Samstag waren Anwohner, die wissen wollten, was mit Beginn der Arbeiten auf sie zukommt. So befürchten jene aus der Wilhelm-Leuschner-Straße, dass sie bei einem Kreisel kaum noch aus ihrem Viertel kommen. Die anwesenden Bahnfahrer zeigten sich in erster Linie froh, dass überhaupt was passiert: „Einen Kinderwagen die Treppe runter zu bekommen, ist ein Zustand. Dafür muss ich jedes Mal meinen Mann anrufen“, sagte eine Frau. Ein naher Grundstückseigentümer monierte, dass nur ein Umgestaltungsplan ohne Alternativen vorliegt. Bei dessen Erstellung seien die Anlieger zudem nicht im Boot gewesen. Das sei ein Fehler: Stuttgart 21 hätte gezeigt, dass man die betroffenen Menschen nicht außer Acht lassen darf.

WC eher unwahrscheinlich

Mit „Jetzt wird der tollste Plan vorgelegt und vorher war für den Bahnhof nicht die geringste Pflege drin“, hagelte es weitere Kritik. Dass an den Vorhaben eventuell noch Verbesserungsbedarf besteht, sieht auch die CDU: Sie will, dass die Busse nicht in einem großen Wendehammer vor dem Bahnhof drehen, sondern in einer großen Schlaufe um das Raiffeisen-Gelände anfahren. Nur so könnten bei künftig immer mehr Verkehr Stockungen verhindert werden. „Bekommt der Bahnhof endlich eine Toilette?“, wurde gefragt. Die Antwort fiel allerdings ernüchternd aus: Die Unterhaltskosten dürften einen WC wohl eher unrealistisch machen.

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Rollt es beim Bahnhof endlich?

Die meisten Bürger zeigten sich nach der Info-Veranstaltung voller Hoffnung, dass am Bahnhof endlich Bewegung in die Sache kommt. Eine Mahnung nahmen vor allem die Politiker mit: „Wir wollen alle miteinbezogen werden“, machte ein Anwohner klar.

Quelle: op-online.de

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