Anmutiger Preis für harte Arbeit

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Siegfried Auffermann vom Wirtschaftskomitee überreicht den „Goldjupiter“ mit Urkunde an Barbara und Dieter Aumann. Rechts Bürgermeisterin Gabi Coutandin, dahinter freuen sich die Söhne Kevin und Markus Aumann über die Auszeichnung für ihren Vater.

Babenhausen - Anmutig steht die goldene Figur mit darbietender Geste auf dem Sockel, Bart und Kranz verweisen auf einen griechisch-römischen Gott. Der „Goldjupiter“ symbolisiert den  Grundsatz des antiken römischen Senats: „Die Jugend fordern und fördern, die Alten stützen“. Von Michael Just

Drei Kilo schwer, 32 Zentimeter hoch und mit 24 Karat vergoldet - die Statue als Symbol einer der größten Auszeichnungen im deutschen Mittelstand wurde gestern Morgen im Rathaus an die Firma „Aumann GmbH“ verliehen. Der auch als „Wirtschaftsoskar“ bezeichnete Goldjupiter ist nicht irgendein Preis: Er honoriert mittelständische Unternehmen, die ihre hohe wirtschaftliche und innovative Leistungskraft mit der Schaffung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen sowie sozialem Engagement verbinden. Verliehen wird er vom Wirtschaftskomitee Deutschland, einem sozialen, gemeinnützigen Bundesverband für „Wirtschaft -Bildung - Arbeit“, kurz WBA, mit Sitz in Berlin.

„Werte und Verantwortungskultur werden in unserer Gesellschaft im Hinblick auf eine soziale Kälte gerade neu definiert. Sie gehen mit bestem Beispiel voran“, lobte Bürgermeisterin Gabi Coutandin Firmeninhaber Dieter Aumann in ihrer Begrüßung. Sowohl seine Werte als auch seine Glaubwürdigkeit würden aktuell an sozialen und kulturellen Projekten in der Stadt sichtbar, die der Bauunternehmer mit Leben füllt. Coutandin nannte unter anderem das Heimatmuseum, an das die Aumann-Stiftung Hand anlegt, um „einen Traum zu verwirklichen“.

„Wichtigstes Kapital sind die Menschen“

„Das wichtigste Kapital sind die Menschen“, sagte WBA-Präsident Siegfried Auffermann. Diese Erkenntnis lasse sich in vielfältiger Form im Firmencredo von Dieter Aumann wiederfinden. Der WBA-Präsident betonte in diesem Zusammenhang die dringende Notwendigkeit einer sozialen Marktwirtschaft. Werde diese gekappt, könne man „Land unter“ in Deutschland vermelden. Auffermann bedauerte mit Blick auf diverse Umfragen, dass weite Teile der Bevölkerung und selbst Unternehmerfamilien den Begriff der Sozialen Marktwirtschaft nicht definieren könnten. Dabei sei gerade sie es, die die Grundlage des Wohlstandes in Deutschland darstelle und eine herausragende staatspolitische Bedeutung einnehme.

Dass Dieter Aumann eben diese Bedeutung erkannt hat, machte Daniel Quak, Präsident der französischen Sektion des WBA, deutlich. Er erinnerte an Aumanns soziales Engagement innerhalb und außerhalb des Unternehmens sowie die Arbeit seiner zwei Stiftungen. „Sie stehen für 112 Jahre Nachhaltigkeit - sie haben den Preis wirklich verdient“, äußerte Quak. Die Glückwünsche des Kreises überbrachte die erste Kreisbeigeordnete Rosemarie Lück. Des weiteren gratulierte Heinrich Kolb, der als Stadtverordneter, Mitglied des Bundestages und als Babenhäuser Unternehmer sprach.

„Gefüge aus Ökonomie und Ökologie“

Seit 2004 wird der Goldjupiter verliehen. Von vier Millionen möglichen Unternehmen in Deutschland haben bisher nur rund 25 Firmen diesen großen Wirtschaftspreis erhalten. In seiner Dankesrede sagte Dieter Aumann, dass ein Familienunternehmen zum Verstehen und Umsetzen des modernen Begriffs „Nachhaltigkeit“ eigentlich keine Seminare brauche: „Zu unserem Erhalt müssen wir langfristig, fast in Zeiträumen von Generationen denken“, konstatierte der 72-Jährige. Nur mit lukrativen Verträgen, wie sie bei börsennotierten Unternehmen an erster Stelle stehen, käme man im Mittelstand nicht weit. „Will man den eigenen Enkeln etwas Bleibendes hinterlassen, dann geht das nur mit regionaler Verantwortung und einem Gefüge aus Ökonomie und Ökologie“, bekräftigte der erfolgreiche Firmenchef.

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