Ansturm aufs königliche Gemüse

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Auch nach dem Spargelessen herrschte im gutgefüllten Festzelt in Sickenhofen beste Laune vor.

Sickenhofen - Kurz vor 18 Uhr ging am Samstagabend das letzte Spargelgericht über den Tresen. „Unser ,königliches Gemüse‘ ist komplett ausverkauft“, sagte Hanna Cordier vom Organisationsteam des Sickenhöfer Spargelfestes, das der Freundeskreis der CDU zum 17. Mal auf die Beine stellte. Von Petra Grimm

„Es gibt nur noch Spargelsuppe. Die wird heute nicht so nachgefragt. Wahrscheinlich weil es so warm ist“.

Immerhin eineinhalb Zentner des geadelten Gemüses, das der Spargelbauer Jürgen Mahr für das traditionelle Fest gespendet hatte, waren zu Spargelsalat, Spargelsuppe und zum ersten Mal auch Stangenspargel, der mit Schnitzeln angeboten wurde, verarbeitet worden. „Wir hatten nur 50 Portionen Stangenspargel vorbereitet. Die waren schnell weg. Da müssen wir im nächsten Jahr wohl mehr einplanen“, sagte Hanna Cordier.

Schon um die Mittagszeit war der Festplatz vor der Friedel-Wiesinger-Halle gut besucht. Für die Kinder waren eine Hüpfburg und ein Schminkstand aufgebaut. Zwei Musiker sorgten für Live-Musik und am Weinstand, den Monika Heinlein mit einem Helferteam betreute, ließen sich die Besucher unter anderem Prosecco mit Erdbeeren munden. Natürlich mussten auch die Gäste, die in den Abendstunden anreisten, nicht hungern. Auf dem Grill brutzelten auch nach dem Spargelausverkauf Steaks und Würstchen.

Erlös fließt in den Erhalt der alten Schule

„Rund 40 Leute sind zur Vorbereitung und Durchführung des Festes nötig. Am Donnerstag haben allein 15 Frauen den Spargel geschält“, sagte der neue Ortsvorsteher Friedel Sahm. „Es sind sogar Leute aus Harreshausen und Langstadt als Helfer dabei. Und es haben auch Sickenhöfer Dienste übernommen, die nicht zum Freundeskreis der CDU gehören, sondern in der SPD oder bei den Grünen sind“, freute sich Sahm.

Neben der großzügigen Spargelspende, unterstützten auch die beiden Musiker das Fest, indem sie umsonst spielten. Dass der Erlös des Festes, wie im Vorjahr auch, in den Erhalt der alten Schule im Ortsteil fließen wird, ist sicher ein Grund für das Engagement so vieler. Die Vereinsgemeinschaft und der Ortsbeirat wünschen sich ein Dorfgemeinschaftshaus, das die Vereine, Senioren und die Jugendlichen nutzen können, ähnlich wie in Hergershausen.

Ziel nicht aus den Augen verlieren

„Da ziehen wir alle an einem Strang“, sagte Bettina Mathes, die für die Grünen im Ortsbeirat sitzt und im Vorstand des Ortsverschönerungsvereins ist. Am Samstagabend war sie am Weinstand im Einsatz. „Es gibt dazu noch keinen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung. Bis Ende Juni werden zwei Sickenhöfer Architekten ein Konzept zur Sanierung des Gebäudes erarbeiten, das der Ortsbeirat in Abstimmung mit den Vereinen dem Magistrat zuleiten wird. Dann müssen der Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung darüber entscheiden“, erklärte Sahm.

Der komplette Erlös des Traditionsfestes, das 1985 auf Initiative des im vergangenen Jahr verstorbenen Dr. Klaus Lötzsch zum ersten Mal stattfand, zehn Jahre pausierte und 2010 wieder auflebte, soll auch in Zukunft für den Erhalt des alten Schulgebäudes genutzt werden. „Wir können mit dem Fest zur Unterhaltung des Gebäudes beitragen. Denn es gibt ja laufende Kosten, wie Heizung und Strom, die wir mitfinanzieren können. Schon deshalb wäre es schön, wenn das Spargelfest erhalten bleibt und von den Sickenhöfern auch in Zukunft durch ihren Besuch unterstützt wird. Dass wir unser Ziel nicht aus den Augen verlieren“, sagte Sahm, der sich am Samstag jedenfalls über einen Mangel an feierfreudigen Gästen nicht beschweren konnte.

Quelle: op-online.de

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