Unternehmerfrühstück bei ACC

Arbeiten an der Visitenkarte

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Die Gäste durften beim Unterin den bequemen Flugzeugsitzen Platz nehmen.

Babenhausen - Die Firma ACC bereitet Kabinen für Fluggesellschaften auf. Beim Unternehmerfrühstück der städtischen Wirtschaftsförderung konnten Babenhäuser Unternehmer einen Blick in die Hallen der Firma werfen und sich von Ablauf und Erfolg überzeugen. Von Michael Just

Beginnt jetzt die Geschäfts- oder Urlaubsreise? Dieses Gefühl dürfte einige Babenhäuser Gewerbetreibende gestern Morgen ereilt haben, als sie in die komfortablen Sitze sanken, die sonst in der Business-Class eines Großraumflugzeugs zu finden sind. Doch die gut gepolsterten Sitzangebote befanden sich nicht in einem Airbus oder einer Boeing, sondern im Besprechungsraum der Aviation Cabin Consulting GmbH (ACC).

Die Babenhäuser Firma war diese Woche Gastgeberin des Unternehmerfrühstücks, das die Wirtschaftsförderung der Stadt vor rund fünf Jahren ins Leben rief. Über 30 Babenhäuser Gewerbetreibende nahmen teil und führten die jüngste, zweimal im Jahr stattfindende Veranstaltung, zu einem Erfolg.

„Die Kabine ist die Visitenkarte einer Fluggesellschaft“ – mit diesem Slogan wirbt die ACC, die seit 2005 im Ostheimer Weg Flugzeugsitze instand hält. Doch bevor Firmengründer Najim Allous seine Gäste auf einen Rundgang mitnahm, hatte Sylvia Kloetzel, Fachbereichsleiterin für Wirtschaft und E-Government im Rathaus, noch drei kurze Info-Beiträge organisiert. Zum einen stellte Manuela Stumm von der Kreisagentur für Beschäftigung das Projekt „Leben und Arbeiten in Babenhausen II“ für Langzeitarbeitslose vor. Professor Dr. Jörg Kupjetz von der FH Frankfurt zeigte auf, wie sich beim Schließen von Verträgen Fehler vermeiden lassen. Pia Sue Helferich gab als „e-Business-Lotsin“ wichtige Infos weiter, die beim Handel im Internet für Rechtssicherheit sorgen.

Der interessanteste Teil dürfte aber der Gang durch die ACC-Hallen gewesen sein. „Damals entschieden wir uns für Babenhausen, weil die Gebäudemieten sehr günstig waren“, erzählt Geschäftsführer Allous. Seitdem befindet sich seine Firma auf Expansionskurs. Heute werden mehr als 90 Mitarbeiter beschäftigt, die, wie es offiziell heißt, an der „Maintenance von Flugzeugsitzen und der Kabine“, arbeiten. Damit sind erster Linie Erhalt, Aufarbeitung und Pflege der Sitze gemeint. Um sie im besten Zustand zu erhalten, werden sie ausgebaut und nach Babenhausen gebracht. Dort findet eine fachmännische Reinigung und Reparatur statt. Zuerst erfolgt mittels EDV die Erfassung und die Begutachtung der Sitze. Weisen Plastikteile leichtere Schäden auf, werden sie mit Spezialharz repariert, geschliffen und lackiert.

Nach Babenhausen kommen sowohl Stoff- als auch Lederbezüge. Letztere sind doppelt so teuer, halten aber viermal so lange wie Stoffbezüge. Das Leder wird stets per Hand gereinigt. Bei allen Arbeitsschritten kommen nur umweltfreundliche Reinigungsmittel zum Einsatz. Mit dem Slogan „Neuwertigkeit ist unser Anspruch“, will ACC eine konsequente Qualitätsausrichtung offenbaren. Die bedarf es auch: So ist das Unternehmen seit Jahren exklusiver Partner von Lufthansa und damit der renommiertesten deutschen Fluggesellschaft. Eine durchgehende Qualitätskette gewährleistet ACC zudem mit einer eigenen Logistik. Die hauseigene Spedition übernimmt den Transport der Sitze. In den bald vier ACC-Hallen in Babenhausen lassen sich bis zu 24.000 Sitze lagern.

Wie ACC-Geschäftsführer Najim Allous sagt, sieht er seinen Betrieb weiter auf Expansionskurs. Zum einen liegt das an der stetig wachsenden Passagierzahl im Flugbereich, zum anderen hat ACC eine Produktion für benötigte Ersatzteile von Flugzeugsitzen in Langen aufgebaut. So staunten die Teilnehmer des Frühstücks nicht schlecht, wie im Ostheimer Weg wirtschaftlicher Erfolg funktioniert. „Wer hätte gedacht, dass es hier in der Region so etwas gibt. So ein Unternehmen würde man eher in einer größeren Kommune vermuten“, sagte Silke Seum von ZIW Zeitarbeit. Auch über die Größe von ACC ist sie erstaunt: „Die kennt man in Babenhausen doch eigentlich nur von Continental.“

Airlines und ihre Flugbegleiterinnen

Airlines & ihre Flugbegleiterinnen

„Für die Teilnahme hat mich bewegt, mal zu sehen, was aus den Traditionsgebäuden der Cellba geworden ist“, sagt Ralf Fehrensen. Dazu ist der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater generell an der Luftfahrtbranche interessiert. Sein Tagesfazit fällt überrascht aus: „Hier im Ost-heimer Weg ist es richtig belebt. Das hat man so gar nicht mitgekriegt.“

Quelle: op-online.de

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