Erwachsene über ihre beruflichen Erfahrungen

Architekt und Polizist beliebte Jobs

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Berufsorientierung aus ersten Hand: Sabine Rademacher war eine von zahlreichen Referenten, die im Bachgymnasium von Ausbildung, Karriere und ihrem Berufsleben plauderten.

Babenhausen - Studium, Lehre oder freiwilliges soziales Jahr? Für angehende Abiturienten wird es höchste Zeit, Entscheidungen für die Zukunft zu treffen. Bei dieser Herausforderung gaben an der Bachgauschule ehemalige Schüler und Eltern Entscheidungshilfen. Von Ursula Friedrich 

„Ich habe im Krankenhaus geputzt, war bei der Deutschen Post, bin außerdem Industriekauffrau“, erzählt Sabine Rademacher, die nun noch einmal umsattelt, und Sozialwissenschaften studiert. Ihren Zuhörern macht sie Mut: „Kein Ziel ist zu weit - manchmal steht man nur zu weit unten. Deshalb bemüht euch um höhere Ausgangsqualifikationen - vielleicht ist auch eine Lehre nach dem Abitur das Richtige.“ Am zweiten Aktionstag für rund 200 Schüler gaben Erwachsene Einblicke in ihr Berufsleben, schilderten das Auf und Ab auf der Karriereleiter und sprachen über persönliche Erfahrungen bei der Qual der Berufswahl. Schüler der elften und zwölften Klassen nahmen in den Klassenräumen Platz, wo außerdem Chemiker, Maschinenbauer, Juristen, Physiker und Lehrer ihre Arbeit vorstellten. Ganz oben auf der Beliebtheitsskala der Berufsangebote standen Architekt und Polizeibeamter.

Knapp 40 Schüler lauschten den Schilderungen des Kripobeamten Frank Toercsvarly. Er kämpfte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und die Verbreitung pornografischer Bilder im Internet. War als verdeckter Ermittler organisierter Kriminalität auf der Spur: „Uns interessiert nicht der Klein-Dealer, der ein paar Gramm Haschisch vertickt“, erzählte der Kripomann, er ist den „dicken Fischen“ auf der Spur. Doch: Als er verdeckter Ermittler war, drohte die Familie zu scheitern, die Ehe stand auf dem Spiel. „Jetzt bin ich im Betrugskommissariat“, sagte Toercsvarly - hier ist auch Freizeit wieder planbar. Trotz privater Einschränkungen ist ein Beruf bei der Polizei beliebt: „Wir haben in Hessen jährlich rund 6 000 Bewerber, 300 bis 500 werden genommen“, wusste Toercsvarly.

„Ich habe meinen Lebensweg fest im Kopf.“

Wenig populär ist eine Karriere als Hauptschullehrer. „Dabei mache ich meinen Beruf immer noch mit Begeisterung“, sagte die Aschaffenburger Hauptschullehrerin Carmen Adler. Nach ihrem Auftritt vor kleinem Publikum zog sie optimistisch Bilanz: „Ich glaube, eine habe ich überzeugt.“ Zahlreiche Schüler waren bereits mit festen Vorstellungen gekommen. „Ich habe meinen Lebensweg fest im Kopf“, erklärte Sophia, sie möchte Medizin studieren. Marvin ist nach der Begegnung mit Sozialwissenschaftlerin Sabine Rademacher in seiner Absicht gefestigt, mit Kindern zu arbeiten: „Ich werde Grundschullehrer“, sagte der junge Mann. Dass Berufswünsche klare Gestalt annehmen, liegt an der Unterstützung durch das Oberstufengymnasium. „Wir bekommen gute Anregungen, waren auch bei der Ausbildungsmesse Hobit und haben engagierte Lehrer“, sprach die mögliche Ärztin Sophia dem Kollegium ein dickes Lob aus.

Top Ten der unbeliebten Berufe

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Quelle: op-online.de

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