ASV Hergershausen

Werbung um Mitglieder als Herausforderung

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Winteridylle: Einer der drei Teiche des ASV Hergershausen.

Hergershausen - Gut im neuen Jahr angekommen sind die Angler des ASV Hergershausen. Beim Jahresschlussschoppen trafen sie sich kurz vor Silvester, um in gemütlicher Runde einen Rückblick auf 2013 und einen Ausblick auf 2014 zu werfen. Von Michael Just 

Das Anglerheim bot eine Anlaufstation für Mitglieder, Freunde und jene Stammgäste, die den öffentlichen Wirtschaftsbetrieb jeden Sonntag gerne nutzen. „Heute geht es ausschließlich um die Geselligkeit. Natürlich haben wir dafür etwas Ordentliches zu essen“, so Vorsitzender Michael Jaust zu der Veranstaltung, die es seit rund zehn Jahren gibt.

Im Gegensatz zu allen Vermutungen wurde kein Fisch in der Küche zubereitet, sondern warmer Presskopf. „Das ist eine Spezialität aus dem Kreis Offenbach. Den macht uns eine Metzgerei aus Harpertshausen“, fügt Jaust hinzu. Dazu wurde Böhmisches Kraut gereicht, das Steffi Elster, eine ältere Dame und ebenfalls Vereinsmitglied, nach einem alten Rezept kocht. Sogar eine Tombola wartete beim Schoppen, und das mit Preisen, deren Wert in vierstelliger Höhe lag. Wer das nötige Glück hatte, durfte sogar einen neuen TV-Flachbildschirm nach Hause tragen.

Zufriedenes Resümee

Vor allem die Feste in Betracht ziehend, betrachtet Jaust 2013 mit einem zufriedenen Resümee: „Das hat gepasst. Unser Teichfest hatte erneut gutes Wetter, genauso wie der 1. Mai.“ Für den Vorsitzenden ist es immer wieder erstaunlich, wie der Tag der Arbeit das Vereinsgelände zum „größten Radparkplatz der Nation“ werden lässt. Beim Teichfest im August durften sich die Besucher auf Forellen in verschiedenen Ausfertigungen sowie das „beste Seelachsfilet der Region“ freuen. Durch große Portionen, beste Qualität, eine selbstgemachte Panade als Gewürzträger sowie ein schwimmendes Bratverfahren entstehe laut dem 60-Jährigen ein Filet, das es so saftig und schmackhaft nur in Hergershausen gibt.

Im letzten Jahr kam der ASV an einer Großinvestition nicht vorbei. So wurden für die Pflege des Geländes beim Mähen maschinell aufgerüstet, was mit 13 000 Euro zu Buche schlug. Da sich solche Summen nicht alleine mit Mitgliedsbeiträgen finanzieren lassen, fand innerhalb des Vereins eine erfolgreiche Suche nach Spendern statt. Derzeit zeigt sich der ASV als finanziell gesund aufgestellt: Es gibt keine Kredite, für Notfälle existieren Rücklagen. Das Vereinsheim erweist sich als stolzer Mittelpunkt am Erlensee mit seinen drei Teichen und der nahen Gersprenz. Aufgrund des gemütlichen und gepflegten Ambientes wird das Haus gerne als Treffpunkt für Mitglieder und Ausflügler gleichermaßen genutzt.

ASV-Vorstand nicht ganz sorgenfrei

Zum Jahresabschlussschoppen trafen sich Mitglieder, Freunde und Gönner im Vereinsheim.

Und dennoch ist der ASV-Vorstand nicht ganz sorgenfrei: Zu denken gibt vor allem die Mitgliederzahl, die mit 190 zwar nicht gering, aber dennoch rückläufig ist. Vor allem der hohe Altersdurchschnitt macht sich mehr und mehr bemerkbar, dazu rückt von unten wenig nach. Beim Nachwuchs befindet sich der Verein, trotz zweier engagierter Jugendbetreuer, momentan in einer Tiefphase. „Obwohl wir vor wenigen Jahren noch die stattliche Zahl von über 25 Heranwachsenden hatten, laufen uns die Jugendlichen in der Pubertät, inklusive der ganz jungen Erwachsenen, gerade mal wieder davon“, berichtet Jaust.

Um gegenzusteuern, wurde vor nicht allzu langer Zeit eine Lösung ausgearbeitet. Mit dem Erreichen der Volljährigkeit wird der Nachwuchs automatisch zum passiven Mitglied, was auch einen niedrigeren Beitragssatz bedeutet. Damit will der Verein möglichen Austritten zuvorkommen. Im Alter lässt sich dann ohne Aufnahmegebühr jederzeit wieder unproblematisch mit dem Angeln anfangen. Volljährige dürfen natürlich auch weiterhin aktiv bleiben, müssen sich dazu aber erklären. Diesen Weg sieht der ASV als die beste Lösung. Auffallend ist, dass von den jüngeren Mitgliedern derzeit viele aus der Umgebung stammen. „An die Jugend in unserem Ort kommen wir nicht ran“, berichtet Jaust. Von den Auswärtigen wird die Gewässergüte, das rege Vereinsleben und das Gemeinschaftsgefühl geschätzt. „Da eilt uns ein Ruf voraus“, sagt der Vorsitzende.

Fischerstechen beim ASV Hergershausen

Fischerstechen beim ASV Hergershausen

Für die Zukunft sieht er die fallende Mitgliederentwicklung als die größte Herausforderung. Und noch eine Tatsache beschäftigt den Versicherungsmakler: Nach über 20 Jahren an der Spitze des ASV, dem 15 Jahre als Schriftführer vorangingen, sucht der 60-Jährige mittelfristig einen Nachfolger. Auch hier wird die Frage nicht einfach zu lösen sein, wer ihn beerben kann und will.

Quelle: op-online.de

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