Kürbisfest des Ortsverschönerungsvereins

Auch „Bischofsmütze“ fehlt nicht

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Verein zur Ortsverschönerung feiert sein erstes Kürbisfest und schließt damit das Jahr ab. 

Babenhausen - „Zurück zu den Wurzeln“ – das ließ sich am Samstag beim Ortsverschönerungsverein Sickenhofen (OVV) an der Zwitscherklause behaupten. Am Waldrand lud die 102 Personen umfassende Vereinigung zu ihrem ersten Kürbisfest ein. Von Michael Just

Nicht alle Gäste wussten, dass der OVV die Zwitscherklause 1978 errichtet hatte und hier früher große Vatertagsfeste feierte. „Das ist aber schon ein paar Tage her. Mit dem Kürbisfest war es uns nun wichtig, die Hütte wieder aufleben zu lassen“, sagt die erste Vorsitzende Bettina Mathes.

Unter dem Motto „Alles Mögliche rund um den Kürbis“ luden die rund 20 aktiven Erwachsenen und 15 Kinder die Bürger ein, ein paar gesellige Stunden in herbstlicher Atmosphäre zu verbringen. Der Sonnenschein sorgte dafür, dass die Sickenhöfer reichlich kamen, und zwar mit dem Fahrrad.

Neben den Getränken gab es leckere Suppen und Kuchen. Zur Kinderbelustigung gehörte eine Apfelsaft-Presse. „Im Mittelpunkt stehen aber unsere Kürbisse“, hob Bettina Mathes heraus. Diese wurden neben einem Stand mit Kleinkunstwerken für die Vereinskasse verkauft.

Wässern, wenn Petrus keinen Regen schickte

Bereits seit dem Frühjahr gediehen die rund 40 Pflanzen auf einem Acker der Familie Scheuermann. Die Kinder der Sickenhöfer Kita warfen auf sie ein waches Auge. Genauso wie Rentner Friedel Scheuermann, der die Gewächse immer feucht hielt, wenn Petrus von oben für längere Zeit keinen Regen schickte. „Jetzt ist es soweit, die Kürbisse sind dick und rund. Dazu leuchten sie im Herbstgestöber“, so eine zufriedene Vorsitzende. Gezogen wurden Ess- und Zierfrüchte in allen Farben, Größen und Formen, darunter auch die längliche „Bischofsmütze“.

Um die Kürbisse für den Verkauf attraktiv zu machen, wurden sie am Freitagabend drei Stunden lang im alten Rathaus von Groß und Klein mit allerlei Materialien aus der Natur verziert. Viele Kinder malten sogar lustige Gesichter drauf. Das taten sie so schön, dass einige Erwachsene beim Kürbisfest sich manchmal gar nicht getrauten, die Kunstwerke zu verkaufen.

„Dafür sind sie doch gemacht“, gab die junge Marie ihr eindeutiges Einverständnis. Zum Kürbisfest war eine Shuttle-Dienst im Einsatz. Der Pferde-Planwagen fuhr am Morgen zweimal vom Ort zum Waldrand und mittags wieder zurück.

Starke Oberarme gefordert

Dass der Herbst gekommen ist, verriet nicht nur die bunte Natur, sondern auch die Apfelpresse von Michael Muckenschnabel. Das einige Jahrzehnte alte Gerät hat der Sickenhöfer repariert und wieder hergerichtet. Es kam einst aus der Ingelheimer Maschinenfabrik und wurde zum Keltern von Trauben hergestellt. „Damit pressen wir die Trauben, die die Schutzhecke unseres Hauses abwirft. Äpfel gehen aber genauso gut“, sagt Muckenschnabel. Die Kinder stellten schon bald fest, dass es zum manuellen Drehen der Presse starke Oberarme braucht. Da fiel das Trinken des frischen Mostes leichter.

Für den OVV stellte das Kürbisfest gewissermaßen den Jahresabschluss dar. Hier orientiert man sich man sich am Gartenjahr, das nun ebenfalls zu Ende geht. 2013 zeigte sich der Verein, um den es zuvor viele Jahre still war, äußerst rührig. Über einen Zeitraum von zwölf Wochen entstand an neun Terminen mit Langzeitarbeitslosen eine „Insekteninsel“. In der Feldstraße wurde eine bepflanzte Verkehrsinsel mit Ruhebank eingeweiht. Am Bach erhielten die Sandsteintröge neues Grün, genauso wie die Blumenampeln. Dazu wurde der zweite Rosenbogen über den Bach gelegt. Laut Mathes liege ein aktives Jahr hinter dem OVV.

Und was kommt 2014? Laut der Vorsitzenden würden die Pläne erst im Winter gemacht. Man könne aber sicher sein, dass ein weiteres Unkraut-Eckchen im Ort verschwindet. Dazu stehe das zweite Kürbisfest an. „Das soll zukünftig das große Fest des Vereins werden“, weiß Mathes.

Quelle: op-online.de

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