Auch Kleinstspenden willkommen

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70 Personen informierten sich am Donnerstag über den neuen Verein. Vorstandsmitglied Manfred Müller berichtete.

Babenhausen ‐ Schon der Auftakt hatte gute Resonanz erfahren: 27 Personen waren am 14. Februar ins Restaurant „Zum Schwanen“ gekommen, um der Gründungsveranstaltung des neuen Babenhäuser Vereins „Lebens-Mittel-Punkt“ beizuwohnen. Von Jens Dörr

19 von ihnen traten bei, auch fanden sich mit Manfred Müller, Helmut Fendt, David Jocham, Hans-Dieter Vogel, Jutta Krüger und Petra Graff sechs Personen, die die gleichberechtigten ersten sechs Vorstandsmitglieder bilden. Bei dem Verein handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt von Institutionen, Unternehmen, Vereinen, Kirchen und Bürgern in Kooperation mit dem Magistrat der Stadt Babenhausen. Der Verein möchte einen Lebensmittelladen für sozial Benachteiligte etablieren, Austauschmöglichkeiten und Anlaufstelle schaffen und so die Lage in deren Haushaltskasse und Psyche entspannen (wir berichteten).

Am Donnerstagabend wurde der Zuspruch der öffentlichen Premiere noch einmal deutlich übertroffen: Rund 70 Gäste kamen ins ehemalige Geschäft der Farben Willand GmbH in der Schloßgasse, wo der „Lebens-Mittel-Punkt“ – der Laden wird heißen wie der Verein – seine Bleibe haben soll. Auch wenn man sich aktuell noch in Mietverhandlungen mit dem Besitzer befinde, wie Vorstandsmitglied Manfred Müller am Donnerstag kurz erwähnte. Intensiver ging er auf den Anlass des Abends ein: Interessierten am Ort des baldigen Geschehens aufzeigen, wie sie sich zukünftig beim neuen gemeinnützigen Verein einbringen können.

Das kann im Wesentlichen auf drei Ebenen geschehen. Erstens: durch Arbeitseinsatz. Man brauche Leute, die im Büro, dem Laden und der Beratung der Nutzer des „Lebens-Mittel-Punkts“ helfen, aber auch Fahrer, die die Lebensmittel holen, sowie Personen, die beim Einpacken unterstützen. In diesem Zusammenhang sagte Müller ausdrücklich, dass es nicht um das „Opfern von Zeit“ gehe. „Wir suchen vielmehr Leute, die bereit sind, mit Freude etwas zu geben“, sagte er. Denn schließlich stehe beim „Lebens-Mittel-Punkt“ der Mensch im Zentrum, er sei zugleich kein Almosenempfänger. Erste Helfer hätten bereits ihren Einsatz versprochen. Wie viele Personen ihre Arbeitsstunden insgesamt wöchentlich leisten müssten, kann der Verein derzeit noch nicht konkretisieren. Das hänge wie so viel Erwogenes davon ab, wie der Laden letztlich angenommen werde.

Zweite Möglichkeit des Helfens: durch eine Mitgliedschaft im Verein. Die Beiträge fließen komplett in das Projekt, Vollzahler sind mit 40 Euro dabei, Mitglieder mit Anspruch auf Ermäßigung zahlen 20 Euro. Juristische Mitglieder – etwa kleine Betriebe – könnten sich mit einen Beitrag von 120 Euro pro Jahr engagieren.

Für größere Betriebe mit mehr Finanzkraft hat sich der Verein die dritte Möglichkeit der Unterstützung überlegt: monetäre Zuwendungen nach dem „3-2-1-Prinzip“. Soll heißen: Ein Unternehmen unterstützt den Verein im ersten Jahr mit 3 000 Euro, im zweiten Jahr mit 2 000 und im dritten Jahr noch mit 1 000.

Viel werde aber auch davon abhängen, wie der Lebensmittelhandel inklusive Supermärkten, Bäckern und Obsthändlern mit am Strang ziehe. Müller wies in diesem Zusammenhang noch einmal darauf hin, dass im Laden keine Fleisch-, Fisch- oder Tiefkühlprodukte angeboten werden sollen. Helfen könne man auch durch Kleinstspenden: Wer demnächst in den Supermarkt gehe, solle einfach zwei Päckchen Butter statt einem kaufen und die Hälfte eben dem „Lebens-Mittel-Punkt“ geben.

Auch andere Vorhaben hat der Verein in den vergangenen Wochen konkretisiert: Für das Geschäft in der Schloßgasse, das zwar zentral, aber doch außer Sichtweite der Fußgängerzone liegt, gibt es bereits eine Einrichtungsplanung für Anlieferungszone, Verkaufs- und Kommunikationsfläche, die Toiletten und weitere Bereiche. Zudem wird aktuell die Satzung überarbeitet. Die Suche nach großflächiger Unterstützung ist auch nach dem gut frequentierten Donnerstagabend noch nicht passé. Präsentiert wurden auf einer Stellwand indes schon einmal erste größere Sponsoren des redlichen Vorhabens.

Quelle: op-online.de

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