Aufladen an der Stadtuhr

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Bürgermeisterin Gabi Coutandin eröffnete gestern die neue Stromtankstelle und zeigte die Anschlüsse der Station.

Babenhausen ‐ Ein neuer Schritt in Richtung innovative Energietechnik ist gestern in Babenhausen beschritten worden: Die erste Stromtankstelle im Landkreis wurde eingeweiht. Von Jasmin Frank

„Mit dem Bau von Elektroautos kommt die Automobilindustrie zwei Entwicklungen nach, die derzeit vorherrschen. Zum einen werden die Preise für Benzin immer höher, so dass eine kostengünstige Alternative gefragt ist, zum anderen steigt die Sensibilität der Nutzer für den Klimaschutz, so dass die Verwertung von Öl weniger gefragt ist“, sagte Bürgermeisterin Gabi Coutandin über den Hintergrund der Initiative für strombetriebene Fahrzeuge.

Wer sich ein neues Auto kaufen will und sich über die Antriebstechnik Gedanken macht, braucht ein flächendeckendes Netz von Versorgungsstationen. Deshalb hat sich die Verwaltung von Babenhausen für den Anschluss bei Park & Charge entschieden, da Autofahrer damit auf ein europaweit gleichartiges Stromtankstellensystem zugreifen können. In Babenhausen sind drei verschiedene Anschlüsse vorhanden, die somit alle derzeit in Pkws vorhanden Techniken abdecken. Dadurch könnten drei Fahrzeuge gleichzeitig betankt werden.

„Das Auftanken dauert in der Regel etwa zwei Stunden. Wir haben die Station deshalb in der Nähe der Fußgängerzone angebracht, damit die Fahrzeughalter die Zeit nutzen und in Babenhausen bummeln und einkaufen können. Damit ist die Stromtankstelle auch ein Stück Wirtschaftsförderung“, erklärt Sylvia Kloetzel von der Stadtverwaltung.

Weitere Kosten für die Anlage sind sehr gering

Die Idee für die neuartige Technologie entstand bereits bei der Teilnahme der Stadt am hessischen Modellprojekt „Kommunen testen den emissionsfreien Lieferverkehr“. Zwar konnte das Testfahrzeug die Stadtverwaltung wegen der damals noch geringeren Reichweite nicht restlos überzeugen, doch die Entscheidung für einen Anschluss zum Betanken von Elektroautos fiel schon im September 2009. Dazu wurde die Stadtuhr auf dem Stadthallenparkplatz neu gestaltet und zahlreiche Tiefbauarbeiten und Elektroinstallationen durchgeführt. Unterstützt wurde die Stadtverwaltung dabei von der Sparkasse Dieburg, die sich für die Erneuerung der Uhr stark machte, und von der Großostheimer Firma Heger Elektrotechnik, die die Kosten für die Ladestation übernahm, so dass der Beitrag der Stadt selbst unter 10 000 Euro blieb.

Die weiteren Kosten für die Anlage sind sehr gering und beschränken sich auf eine minimale Wartung. „Uns ist ganz wichtig, dass die Anlage zur Minimierung des CO2-Ausstoßes beiträgt. Deshalb verwenden wir hier natürlich nur Strom aus erneuerbaren Energien, wie übrigens in allen anderen öffentlichen Einrichtungen der Stadt auch“, so die Bürgermeisterin.

Sie strebt damit ein Nebeneinander der Residenzstadt und der innovativen Stadt an, zu der auch die Umgestaltung des ehemaligen Kasernengeländes und das Solarprojekt eines privaten Investors auf dem ehemaligen Kiesabbausee Richtung Rodgau gehört.

Quelle: op-online.de

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