Ausflüge in komische Oper

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Beim Blasorchester wird keine „Dicke-Backen-Musik“ gespielt. Das Ensemble ist im anspruchsvollen sinfonischen Bereich der Blasmusik zuhause.

Babenhausen (mj) ‐ „Was wir derzeit haben ist kein Sommer, sondern viel eher ein milder Winter“, sagte ein Besucher des Serenadenkonzerts des Babenhäuser Blasorchesters am Sonntagabend.

Nicht nur die Zuhörer, auch die Musiker hätten sich für ihren Auftritt sicherlich einen lauen und damit wärmeren Sommerabend gewünscht. Stattdessen musste man froh sein, dass es regenfrei blieb und der Wind auf der Wiese hinter der Stadtmühle nicht zu kühl wurde. An der Qualität der Darbietungen konnte dies aber nichts ändern. Fast in Bestbesetzung waren die Bläser mit über 45 Aktiven angetreten, dabei füllten die Bühne eine Vielzahl verschiedener Instrumente, die von Tenor- und Waldhörnern bis zum Euphonium reichte.

Das Klangerlebnis wurde noch durch einen Bass und diverse Schlaginstrumente ergänzt. Die Bühne hatten die Musiker improvisiert und äußerst zweckdienlich gebaut. Vor einem lokalen Industriebetrieb bekam man schwere Spanplatten, die normalerweise den Warenversand gegen Beschädigungen absichern. Auf Euro-Paletten mit einem Akku-Schrauber befestigt entstand so eine Bühne, mit der vor allem ein wackelfreier Untergrund auf dem weichen, unebenen Rasen vor der Remise erreicht wurde. „Das sind Komponenten, die auch die Qualität der Aufführung beeinflussen“, so Vorsitzender Klaus Mohrhardt.

Seit 1995 gibt es das Serenadenkonzert an wechselnden Plätzen, der Schlosshof diente ebenfalls schon als Aufführungsort. Leider bot sich das Schloss diesmal wegen der Sanierungsarbeiten nicht an. „Das kann man verstehen, ohnehin wäre das Risiko zu groß, dass da etwas passiert“, bedauerte Mohrhardt. Nichtsdestotrotz erwartete die Zuhörer ein breit gefächertes und damit gut gemischtes Programm aus vielen Bereichen, das Dirigent Christoph Bernius zusammengestellt hatte.

Besonders hochkarätig erwiesen sich die Ausflüge in die komische Oper mit einem Stück von Rossini oder in den Musicalbereich mit „Porgy und Bess“ oder „Beauty and the Beart.“ Die Tritsch-Tratsch-Polka sorgte ebenso für Kurzweil wie die „Blues Brothers“ sowie ein Potpourri von Frank Sinatra, so dass für alle Generationen in den Besucherreihen etwas dabei war.

Wie gewohnt wurde beim Blasorchester schon bald deutlich, dass hier keine „Dicke-Backen-Musik“ gespielt wird, sondern dass das Ensemble im besonders anspruchsvollen sinfonischen Bereich der Blasmusik zuhause ist. Mit der Auswahl vieler beschwingter Stücke, die für das Sommerkonzert typisch sind und im Gegensatz zum etwas „ernsteren“ Jahreskonzert stehen, dürfte kein Besucher sein Kommen bereut haben.

Quelle: op-online.de

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