Austausch der Generationen für alle ein Gewinn

+
Beim Wettbewerb „ Ideen – Initiative – Zukunft“ der „dm“-Drogerie haben Schüler der Offenen Schule den ersten Preis für die Ausschreibung in Babenhausen gewonnen. Der beinhaltet 1 000 Euro, den „dm“-Mitarbeiterin Andrea Kneissl (Mitte) an die Schüler sowie Lehrerin Barbara Meuer überreichte.

Babenhausen (mj) ‐ „Viele Jugendliche denken, man kann mit Senioren wegen des großen Altersunterschieds nichts anfangen. Aber es ist gerade anders herum“, sagt die zwölfjährige Johanna. Die Schülerin der Offenen Schule muss es wissen.

Im vorigen Halbjahr hat sie zusammen mit zwölf Mitschülern jede Woche einen Nachmittag im Seniorenzentrum Bethesda in Harreshausen verbracht. Dort wurde zusammen gespielt oder sich über das Leben unterhalten.

Der Weg ins Heim hat einen ungewöhnlichen Hintergrund: Zusammen mit ihrem Lehrer Karl-Henning Hamalega nahmen die Siebtklässler an einem deutschlandweiten Wettbewerb der Drogeriemarktkette „dm“ teil. Unter dem Motto „Ideen – Initiative – Zukunft“ schrieb diese einen Wettbewerb für jedermann aus, bei dem es galt, mit kleinen Ideen für die Zukunft Großes zu bewirken. In der Schul-Projektgruppe beschloss man die Teilnahme und befand den Austausch der Generationen als ein wichtiges Zukunftsthema. Unter der Überschrift „Verantwortung für Mensch und Umwelt“ wurde bei der Bewerbung im Internet das Ziel angegeben, dass die Jugendlichen den älteren Menschen vermitteln möchten, „dass sie durchaus Interesse haben, Zeit mit ihnen zu verbringen, ihnen zu helfen und sich auszutauschen.“

Vielfältige Themen

Neben dem Spielen von „Mensch ärgere dich nicht“, „Kniffel“ oder „Tic Tac Toe“ hätten sie viel geredet, bilanzieren die Schüler. Die Themen zeigten sich dabei als äußerst vielfältig: „Einmal haben wir erklärt, was Inline-Skates sind“, sagt Julia. An einem Tag seien auch Tränen geflossen. „Das war, als die ältere Frau erzählt hat, wie ihr Vater im Zweiten Weltkrieg starb. Da haben wir sie dann getröstet“, berichtet der 13-jährige Canso. Nicht selten hatten die Gespräche etwas von einer Zeitreise, denn die Erfahrung, dass sich die Nachkriegskinder Bälle aus alten Lappen und Wolle nähen mussten, um spielen zu können, ist für die Schüler von heute nur schwer vorstellbar. Wie Johanna anmerkt, haben sowohl die Schüler als auch die Senioren sehr aufmerksam zugehört, wenn die andere Seite etwas erklärt oder erzählt hat. Viele Hausbewohner seien schon deshalb begeistert gewesen, weil der Besuch der Teenager sie von ihrem Alltag abgelenkt hat. Einige waren aber auch dabei, die lieber ihre Ruhe wollten. Lehrer und Schüler kamen nach den Erfahrungen der vergangenen Wochen zu dem Entschluss, dass man das ungewöhnliche Projekt und damit den Austausch der Generationen auf alle Fälle weiterführen sollte.

Dafür spricht nicht zuletzt der Erfolg im Wettbewerb: Bei der Präsentation im Drogeriemarkt in Babenhausen, wo es an einem Nachmittag die Aufgabe der Kunden war, den Stadt-Sieger zu küren, setzte man sich gegenüber den beiden anderen Themen durch. Mit großem Abstand ließ man die Projekte um den Energie sparenden „Solar-I-Pod“ und die „Lehre über den Klimaschutz mit Versuchen zu neuen Zukunftstechnologien“ hinter sich. Der Gewinn kann sich sehen lassen: 1000 Euro, über deren Verwendung sich die Schüler schon Gedanken gemacht haben. Zum einen will man Spiele für das Seniorenheim anschaffen, von denen es laut den Jugendlichen noch nicht genügend im Haus gibt. Zum anderen sollen bei der nächsten Klassenfahrt sozial schwache Schüler unterstützt werden.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare