Ideen für Verbesserungen

B26 darf nicht „attraktiver“ werden

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Bürgermeisterin erarbeitet mit Amtskollegen Ideen für Verbesserungen auf Bundesstraße. Aus Sicht Babenhausens war und ist der dreistreifige Ausbau der B26 nur sinnvoll in Zusammenhang mit der Realisierung der großen Südumgehung. Das Parlament hatte bereits 2010 Alternativen zu den drei Streifen genannt.

Babenhausen - Hinter dem dreistreifigen Ausbau der B 26 steht ein Fragezeichen. In einem Schreiben hat die hessische Straßenbauverwaltung Hessen Mobil die Finanzierbarkeit in Frage gestellt. Von Stefan Scharkopf 

Für Babenhausen, das ist Konsens in der Politik, macht ein dreistreifiger Ausbau nur in Verbindung mit der großen Südumgehung Sinn – doch deren Planung liegt auf Eis.

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Um eine pragmatische Lösung zur besseren verkehrlichen Gestaltung der B 26 zwischen Dieburg und Babenhausen zu finden, traf sich Bürgermeisterin Gabi Coutandin mit ihren Kollegen Walter Blank (Münster) und Werner Thomas (Dieburg) im Dieburger Rathaus. Anlass war das jüngste Schreiben von Hessen Mobil, in dem unbefriedigende Planungsvorschläge unterbreitet und zudem die Finanzierbarkeit deutlich in Frage gestellt wurde. Als gemeinsame Ziele wurden bei dem Arbeitstreffen der Verwaltungschefs formuliert, dass der Verkehrsfluss auf der B26 verbessert werden solle, ohne dadurch einen Anreiz für eine höhere Nutzung dieses Straßenabschnittes zu schaffen. Gleichzeitig solle die Verkehrssicherheit für den Fußgänger- und Radverkehr erhöht werden.

Für Babenhausen interessant

Aus Babenhäuser Sicht sind dabei folgende Punkte interessant: Errichtung eines Fuß- und Radwegs entlang der B26 zwischen Dieburg und Babenhausen, Einrichtung von Kreisverkehrsanlagen an allen Knotenpunkten auf der Strecke und sichere Querungshilfen für die Stadtteile Harpertshausen, Hergershausen und Sickenhofen (z.B. Fußgängerbrücke). Hessen Mobil soll nun diese Vorschläge prüfen und Stellung beziehen. „Die von uns vorgeschlagenen Maßnahmen erfordern keinen dreistreifigen Ausbau der B 26 und stellen unseres Erachtens einen erheblichen Beitrag zur Mitteleinsparung dar, so dass eine schrittweise und zeitnahe Umsetzung möglich sein sollte,“ so Bürgermeisterin Coutandin.

Die Babenhäuser Stadtverordnetenversammlung hatte den Verzicht auf den dreistreifigen Ausbau bereits im Sommer 2010 als Alternative genannt. Die seitherige Planung sei überdimensioniert und scheitere nicht nur an den hohen Kosten, sondern auch an der Akzeptanz der Bürgerschaft. Der neue Vorschlag solle eine umweltverträglichere, bezahlbare und einfachere Lösung ermöglichen.

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Das Stadtparlament hatte sich im Juni 2010 unisono darauf verständigt, dass die große Südumgehung zwischen dem westlichen und östlichen Ortseingang (Einfahrt Kiesgrube Hardt bis Aschaffenburger Straße 110) Priorität haben müsse. Ohne Südumgehung mache ein dreistreifiger Ausbau, der bis Sickenhofen gehen sollte, keinen Sinn, weil sonst der Verkehr vor dem Stadtteil ins Stocken gerate. Als Alternative zur Planung des damaligen Amts für Straßen- und Verkehrswesen (heute Hessen Mobil) schlugen die Rathauspolitiker vor, die B 26 zweistreifig zu belassen, die Stadtteile Harpertshausen und Hergershausen mit je einem Kreisel und bevorzugt einer Fußgängerbrücke anzubinden. Befürwortet wurde der Bau einer parallelen, getrennten Fahrbahn für den landwirtschaftlichen Verkehr von Altheim kommend südlich der B 26. Das eingesparte Geld soll vordringlich in die Realisierung der großen Südumgehung fließen.

Im Dezember 2011 hatte der damalige hessische Verkehrs- und Wirtschaftsminister Dieter Posch (FDP) der Stadt aber mitgeteilt, dass die Planungen zum Bau der großen Südumgehung vorerst gestoppt seien. Als entscheidenden Grund nannte Posch die beschlossene Schuldenbremse. Bürgermeisterin Gabi Coutandin sagte gestern, dass die Stadt nach wie vor an der großen Südumgehung festhalte. „Wir werden, jetzt, da sich die neue Landesregierung zusammengesetzt hat, erneut das Gespräch suchen.“

Quelle: op-online.de

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