Jörg Kabierske zu den Gefahren im Netz

Sicher im Internet surfen

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Aufmerksam hörten die Schüler zu, was Jörg Kabierske ihnen über die im Internet lauernden Gefahren zu sagen hatte. Viele arbeiteten mit und teilten eigene Erfahrungen mit ihren Kameraden.

Babenhausen - Computer, Smartphones, Internet – über die Gefahren im Netz sprach gestern der Regensburger Medienpädagoge Jörg Kabierske mit den Dritt- und Viertklässlern der Babenhäuser Schule im Kirchgarten. Von Katrin Muhl 

Die Schüler wussten verblüffend gut Bescheid über Cyberkriminalität und Jugendschutz – allerdings auch über die Inhalte gewaltverherrlichender Online-Spielen ab 18 Jahren. Weil er zu viel von sich und seiner Wohnung im Internet preisgegeben hat, wird „der Ausposauner“ über Nacht ausgeraubt. Er ist die Hauptfigur im gleichnamigen Trickfilm, den Medienpädagoge Jörg Kabierske aus Regensburg gestern den Dritt- und Viertklässlern der Schule im Kirchgarten vorführte, um sie für die Gefahren im Netz zu sensibilisieren. Die waren allerdings mitnichten ahnungslos, wussten bereits erstaunlich gut über Cyberkriminalität Bescheid. „Es gibt Hacker, die können private Daten ausspionieren“, meldete sich ein Junge zu Wort. Ein Mädchen sprach von „Kettenbriefen, die Angst machen“ und von „falschen Gutscheinen, die man auch weiterschicken soll“, andere Kinder redeten von „Viren“, „angeblich kostenlosen Spielen“, und „Dieben, die zu einem nachhause kommen, weil sie rausgefunden haben, wo man wohnt.“

Gegen Viren und Hackerangriffe helfe, wie beim PC, auch beim Smartphone oft schon ein Antivirus-Programm. Das gibt es im App-Store kostenlos zum Herunterladen. „Wisst ihr wie das geht?“ – die Frage hätte sich Kabierske sparen können.

Die meisten Schüler nutzen bereits die Messenger-App „WhatsApp“. Obwohl in den Geschäftsbedingungen ein Mindestalter von 16 Jahren angegeben ist, haben sie sie fast alle selbst heruntergeladen. „Wer seine Eltern immer vorher fragt, wenn er sich etwas aus dem Internet ziehen will, bekommt fünf Pluspunkte“, sagte Kabierske. Erziehungsberechtigte und Lehrer sind für ihn die wichtigsten Ansprechpartner in Sachen Jugendschutz im Netz. „Als mein Sohn in der fünften Klasse war, hat er Musikvideos auf YouTube angeschaut. Plötzlich wurde ein Musikvideo abgebrochen und ein Nackedei-Film war zu sehen“, berichtet er. „Iiieehhh“, kommentierten die Kinder. „Genau, ihr wollt das nicht sehen und ihr könnt nichts dafür, wenn euch sowas passiert. Also sprecht in so einem Fall mit euren Eltern, die werden euch garantiert nicht ausschimpfen“, riet Kabierske.

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Dasselbe gelte, wenn Freunde partout jugendgefährdende Inhalte konsumieren wollen. Gewaltverherrlichende Spiele zum Beispiel, die die Schüler nicht nur beim Namen kannten. Auf die Frage, wer schon einmal solche Online-Games gespielt habe, gingen einige Finger hoch. Mit großen Augen schaute ein Mädchen seine Sitznachbarin an, die sich ebenfalls gemeldet hatte. „Aber dafür seid ihr doch gar nicht alt genug“, sagte Kabierske. Denn freigegeben sind die Spiele erst ab 18 Jahren. Kabierske erklärte dem jungen Publikum, warum es diese Altersbegrenzung gibt und hob besonders die Nachahmungsgefahr hervor. Ein Junge pflichtete ihm bei, seine Mama habe in der Zeitung gelesen, dass ein Jugendlicher wie im Spiel „GTA“ ein Polizeiauto geklaut und sich eine Verfolgungsjagd mit den Ordnungshütern geliefert habe. „Ganz schön dumm“, fand er das.

Kabierske ist mit seinem Vortrag über Gefahren im Internet das vierte Jahr Gast an der Schule im Kirchgarten. Die letzten drei Mal hat er das Thema mit Viertklässlern besprochen. Weil immer mehr Drittklässler ein Smartphone besitzen, so Schulleiterin Silke Schulz-Mandl, durften beide Jahrgangsstufen von ihm lernen. Nächstes Jahr sind nur die dritten Klassen dran.

Quelle: op-online.de

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