9. Wein- und Spargelfest

Was fehlt, ist eine Hoheit

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Guter Wein mundet auch bei Regen.

Babenhausen - Sie heißt Anna Hochdörffer, ist 25 Jahre jung und wer sie sieht, blickt nicht nur in die Augen einer Schönheit, sondern auch in die einer Hoheit. War sie 2011/12 die Pfälzische Weinkönigin, begleitet sie dieses Jahr das Amt der deutschen Weinprinzessin. Von Michael Just

Am Wochenende hätte die Landauerin dem 9. Babenhäuser Wein- und Spargelfest gut zu Gesicht gestanden. Indes: „Sie hat leider schon einen anderen Termin“, sagte ihr Vater Hans-Martin Hochdörffer. Der Winzer aus der Pfalz gehörte zu den vier Weingütern, die auf dem Marktplatz ihre edlen Tropfen ausschenkten.

Als Organisator Helmut Fendt am Samstagmittag kurz nach 14 Uhr das Fest eröffnete, hatte er weniger die deutschen Weinhoheiten vor Augen als das Wetter. Zuvor hatte der Himmel nämlich seine Schleusen geöffnet. „Wir hoffen, dass das der letzte Schauer war“, sagte er mit Blick auf den Mix aus Sonne und Wolken. Mit Fendt sprachen auch Stadtrat Reinhard Rupprecht in Vertretung der Bürgermeisterin sowie Uwe Bülter für den Kreis Grußworte.

Sonntag fiel in weiten Teilen dem Regen zum Opfer

Seit dem ersten Wein- und Spargelfest hat dieses deutlich an Größe zugelegt. So sind mehrere Stände dazugekommen. Dieses Jahr war sogar ein Angebot mit Fisch dabei. Auch das musikalische Rahmenprogramm wurde in Ergänzung zum Samstagabend stetig erweitert. Den Sonntag baute Fendt musikalisch voll aus, seit 2012 organisiert die Stadt als fester Partner morgens einen Jazz-Frühschoppen. Die Spargelgerichte liegen in den Händen der Familie Laganga, den neuen Pächtern des „Schwartzen Löwen“.

Nach der Eröffnung zeigte sich der Zustrom zum Fest noch als verhalten. Die Hoffnung lag auf dem Samstagabend und dem Sonntag. Ersterer erwies sich als der erhoffte Magnet bei warmen Temperaturen, als es sich bis in die späten Stunden mit T-Shirt sitzen ließ. Der Sonntag fiel in weiten Teilen dem Regen zum Opfer. Beim Jazz-Frühschoppen standen auf der Bühne mehr Leute als davor. 2014 will Helmut Fendt zwei große Zelte zur Sicherheit gegen Regen aufstellen. Auf die hatte man dieses Jahr für eine schönere Optik des Marktplatzes bewusst verzichtet.

Hans-Martin Hochdörffer mit dem Portrait seiner Tochter Anna, die dieses Jahr zu den deutschen Weinhoheiten zählt.

Wie ein Besucher scherzte, wäre es eigentlich an der Zeit, dass Babenhausen eine Spargelkönigin kürt. Auch der Besuch von Weinhoheiten, etwa aus Groß-Umstadt, stünde dem Fest gut an. Einige träumten sogar gleich vom Stelldichein der deutschen Weinkönigin mit ihren beiden Prinzessinnen, darunter Anna Hochdörffer, in der Gersprenzstadt. Deren Foto zierte am Stand ihres Vaters sogar das Etikett einer Weinflasche, die für den guten Zweck verkauft wurde. Laut Hans-Martin Hochdörffer sei es gar nicht so einfach, das Trio auf ein Fest zu bekommen. Die Termine mache das Deutsche Weininstitut über ein halbes Jahr vorher aus. So hätte seine Anna einen proppenvollen Terminkalender. Sogar nach Kanada oder Tokio würde zum Repräsentieren gereist. „Eben überall, wo deutscher Wein getrunken wird“, verdeutlicht der 53-Jährige.

Das Weingut der Hochdörffers umfasst rund 40 Hektar und hat eine 500-jährige Tradition im Heimatort. Bei zehn bis 15 Weinfesten ist die Familie aus der Pfalz jährlich vertreten. In wenigen Tagen wird ein Stand beim königlichen Weinfest ins Sanssouci vor den Toren Berlins aufgebaut. Auch hierhin kann Anna Hochdörffer ihren Vater aufgrund anderer Termine nicht begleiten. Das Familienoberhaupt hat auch noch zwei Söhne, von denen sich jetzt einer in Südafrika weitergebildet hat. Den Blick über den Tellerrand sieht der Experte als wichtig: „Der Rebenschnitt oder die Pflege des Weinbergs sind überall gleich. Bei der Lese und dem kellerwirtschaftlichen Arbeiten zwischen Gärung und Abfüllung gibt es aber beachtliche Unterschiede“, führt er an. Wer das Weingut mal in die nächste Generation führt, steht noch nicht fest. Anna Hochdörffer hat dafür aber keine schlechten Karten. Die aktuelle deutsche Weinprinzessin wird in ihrer Familie als die geborene Politikerin angesehen: „Mit ihrer diplomatischen Art kann sie alles bewegen was sie will“, erklärt der Vater.

Quelle: op-online.de

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