Weiche Wolle zum Verlieben

Babenhäuserin baut kleine Alpaka-Zucht auf

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Wenn es ums Essen geht, verlieren sie jede Scheu: Mit Apfelspalten lockt Katrin Bickert ihre fünfköpfige Alpaka-Herde an. Der neue Zuwachs ist das vier Wochen alte Fohlen „Bailey“ (rechts).

Babenhausen - Am Rande von Babenhausen gibt es einen kleinen Fleck Anden: Karin Bickert hegt und pflegt eine kleine Alpaka-Herde. Vor wenigen Wochen hat es Nachwuchs gegeben. Von Walter Kutscher 

Nur zögerlich nähert sich ein braunes Pferd dem Zaun der Koppel. Es scheut und weigert sich, den Weg weiter zu gehen. „Alles gut“, flüstert die Reiterin, während sie den Hals tätschelt. Sie steigt ab und führt das Reittier an dem Zaun vorbei. „Er hat immer solche Angst vor den Alpakas“, sagt die Reiterin zu Karin Bickert und lacht. „Alle Pferde reagieren so, weil sie Alpakas nicht kennen“, erklärt sie. Auch in Babenhausen waren die Tiere ein seltener Anblick, bis Bickert sich in die Paarhufer verliebte.

Vor acht Jahren hatte Karin Bickert aus der Babenhäuser Ziegelhüttenstraße eine Begegnung der besonderen Art. Erstmals sah sie die Vierbeiner aus den südamerikanischen Anden – Alpakas. Diese Tiere sind inzwischen auch in Deutschland häufig anzutreffen und Karin Bickert hat sie in ihr Herz geschlossen. Wie sie erzählt, hat sie im vergangenen Jahr mit zwei Stuten angefangen, eine kleine und hochwertige Hobbyzucht aufzubauen. Die Tiere hat sie von einem Züchter aus Erlenbach am Main bekommen und inzwischen betreut sie gemeinsam mit ihrem Mann Peter Bickert eine Herde von zurzeit fünf Tieren auf einer Weide am westlichen Stadtrand von Babenhausen.

Jüngster Spross dabei ist „Bailey“, das vier Wochen alte Fohlen. Das jüngste Mitglied springt munter mit den großen Tieren über die Grünfläche. Dabei wird alles erkundet, was es sieht. Immer unter den Augen der Mutter. Zutraulich und scheu zugleich, so lässt sich der Charakter der Tiere beschreiben: Man kann sich auf der Weide bewegen, ohne dass die Paarhufer sich daran stören. Nur angefasst werden, das wollen sie nicht unbedingt. Aber für ein Apfelstück drücken sie auch ein Auge zu.

Alpakas sind echte Herdentiere

Täglich schaut Karin Bickert nach der Herde. Auf der benachbarten Weide versammeln sich noch einige Ponys, um die sich Bickert ebenfalls kümmert.

Alpakas stellen eine domestizierte Kamelform dar, die in Südamerika seit Jahrhunderten wegen ihrer Wolle gezüchtet werden. Als Herdentiere fühlen sie sich in kleinen Gruppen am wohlsten. Auch die Tiere auf der Babenhäuser Wiese mussten in den letzten Tagen eine Schur über sich ergehen lassen. Dies erledigte ein ausgebildeter Scherer, der aber im Gegensatz zur Schafschur die Tiere nicht zwischen den Beinen festhalten kann. Er arbeitet deshalb mit einem tischähnlichen Gestell, auf dem die Vierbeiner festgebunden werden. Dadurch können die Tiere sich nicht selbst verletzen.

Gelegentlich wandert Bickert mit ihrer Herde in den Wiesen entlang der Gersprenz und der Lache sowie zwischen Ziegelhütte und Reiterschänke. Dazu nimmt sie auch immer wieder Familien und Gruppen mit. Wer Bickert und ihre Alpakas mal begleiten möchte, kann eine Anfrage per E-Mail an braunkarin980@yahoo.de schicken.

Quelle: op-online.de

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