Schule im Kirchgarten

Aktionstag: Schüler widmen sich dem Thema Klimawandel

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Pfarrerin Andrea Rudersdorf baute mit den Grundschülern gestern einen großen Lebensbaum mit individuellem Blattwerk. Am Tag globaler Klimademonstrationen sollte das Thema nicht undiskutiert bleiben.

Weltweit streiken die Kinder freitags für unsere Zukunft, am Freitag gab es landesweit Aktionen und einen globalen Klimastreik. Auch in der Schule am Kirchgarten widmeten sich die Schüler dem wohl brennendsten Thema der Zeit. 

Babenhausen – Im Religions- und Ethikunterricht widmeten sie sich dem Baumsterben und dem Klimawandel, bauten einen großen Baum aus Pappe und versahen ihn mit individualisierten Blättern. Die Idee zur Aktion kam von Pfarrerin Andrea Rudersdorf.

Sie hatte die Fridays for Future-Bewegung bereits im Konfirmationsunterricht eingebracht und mit den Konfirmanden aus West und Ost auch den großen Papp-Baum für die Kirchgarten-Schulkinder vorgefertigt. Jedem der Grundschulkinder oblag es gestern, ein ganz individuelles Blatt für den kahlen Baum zu basteln. Ein Handabdruck war dazu notwendig, der mit Namen versehen den Baum zieren sollte.

Das sehr komplexe und schwierige Thema vom menschengemachten Klimawandel wurde verständlich auf den Unterricht für Grundschüler heruntergebrochen, so dass jedes Kind genau verstehen konnte, um was es geht. Die Schule tut sich schon länger in Umweltfragen hervor, machte gar kürzlich bei der Aktion „Umwelthelden“ des Hessischen Rundfunks mit.

Pfarrerin Rudersdorf begrüßt dies sehr, sollen doch die Kinder frühzeitig für ihre Umwelt sensibilisiert werden. Gerade in den freitäglichen Religions- und Ethikunterricht passe das Thema, gehe es doch auch um die Bewahrung der Schöpfung, und diese sei in allen Religionen verankert.

Rudersdorf betreute auch die Aktion zum weltweiten Klimatag. Und sie legte ihn bewusst in die Bücherei, einen neutralen Ort, der allen Religionen, die an der Grundschule vertreten sind, gerecht wird.

Die über 400 Kinder von der Vorklasse bis zum Viertklässler hatten alle etwas zum Thema beizutragen. Beispielsweise wusste fast jeder Schüler eine „Dreckecke“ in Babenhausen auszumachen, wo sich oftmals Müll finde, der dort nicht hingehört. Von weggeworfenen Plastikflaschen über achtlos in die Ecke geschnippte Kippen bis hin zum Skateboard, das nahe der Schule schon wochenlang in der Gersprenz dümpele, wussten sie zu berichten. Einige meldeten sich und berichteten, schon an Säuberungsaktionen in der Stadt mitgewirkt zu haben. Ein Drittklässler erzählte, er predige zu Hause schon seit langem, die Eltern mögen doch bitte keine Plastikflaschen mehr kaufen, für Getränke gebe es doch welche aus Glas, die man immer wieder verwenden könne. Vergebens.

Vor allem letzteres Beispiel dürfte der umweltbewussten Pfarrerin gefallen haben, ist es doch ihr und der anderen Pädagogen an der Kirchgarten-Schule Ziel, die Eltern auch in solchen Fragen stärker einzubinden. Wenn die Kinder schon derart Flagge zeigten in Sachen Umweltschutz, sei der Unterricht schon von Erfolg gekrönt, meint Rudersdorf.

Auch dass Bewusstsein geschaffen werden kann, ohne die Schule dazu freitags zu verlassen, sieht sie als beispielhaft für die schulische Veranstaltung mit kirchlicher Beteiligung. Luther hätte die Aktion sicher gefallen, setzte er sich doch auch stets für die Bewahrung der Schöpfung ein. Und dass ihm in der Schule am Kirchgarten ein Lutherbaum aus Pappe gewidmet wurde, dürfte ihn nochmehr gefreut haben.

Von Thomas Meier

Quelle: op-online.de

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