Mehr Plätze für Kleinste

Konzept zur Förderung der Betreuung von U3-Kindern

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In den Kindergärten und Tagesstätten gibt es demnächst Veränderungen.

Babenhausen - Die Betreuung des Nachwuchses beschäftigt die Stadt und den Kindergartenträger Arbeiter-Samariter-Bund (ASB). Ab dem 1. August soll der Rechtsanspruch auf frühkindliche Förderung in einer Tageseinrichtung oder in Kindertagespflege bereits ab dem vollendeten ersten Lebensjahr gelten (U3). Von Stefan Scharkopf

Der Gesetzgeber fordert eine Abdeckung von 35 Prozent. Die Stadt Babenhausen geht einen Schritt weiter und will die Versorgung von 50 Prozent erreichen – und muss dafür einiges tun. Neben den Betreuungseinrichtungen gibt es aber auch noch Tageseltern, die Nachwuchs aufnehmen.

Die Stadtverordnetenversammlung hat am Donnerstagabend mit den Stimmen von SPD, FWB, Grünen und der „Bürger“ ein Konzept zur Förderung der Betreuung von U3-Kindern beschlossen. Die CDU befand das Papier im Grunde ebenfalls für gut, kritisierte aber, dass einige Teile davon nicht in einem „Zustand sind, die jetzt beschlossen werden können“, wie es Fraktionschef Friedel Sahm sagte. Die Befürworter entgegneten, dass der Beschluss einige organisatorische Änderungen herbeiführe und der ASB Zeit haben müsse, dies bis Herbst umzusetzen, beispielsweise die Suche nach Erzieherinnen auf einem leergefegten Arbeitsmarkt.

Alle Parlamentarier sprachen sich dafür aus, dass – wie berichtet – der ehemaligen Kindergarten in Harpertshausen wieder reaktiviert wird. Dort stehen dann Plätze für sechs U3- und neun Ü3-Kinder zur Verfügung. In Harreshausen gibt es derzeit drei U3-Plätze, diese werden auf sechs aufgestockt. Auch in Langstadt sollen sechs statt drei Mädels und Jungs unter drei Jahren untergebracht werden können. Der Kindergarten soll 2014 in eine Kindertagesstätte mit längeren Öffnungszeiten umgewandelt werden. In der Kernstadt werden ab Januar 2014 in der neuen Kita „Kunterbunt“ 30 Plätze angeboten.

In Hergershausen fehlen 14 Plätze

In Hergershausen fehlen 14 Plätze U3 (bei 50% Abdeckung). Hier soll die Umwandlung der seither bestehenden „altersübergreifenden“ Gruppe mit 18 Plätzen in eine „altersgemischte“ Gruppe mit 25 erfolgen; dadurch können sieben Ü3-Kinder zusätzlich in dieser Gruppe untergebracht werden. Dies würde die zweite 25er-Gruppe entsprechend um Ü3-Plätze entlasten, die dann in sechs U3-Plätze umgewandelt werden können. Mit den schon bestehenden sechs Plätzen wären es dann zwölf.

Vor der Sitzung am Donnerstag hatte Bürgermeisterin Gabi Coutandin dazu einen Ortstermin mit der Fachaufsicht. Dabei wurde geklärt, dass es eine kurzfristige Erweiterung des Ruheraums um 36 Quadratmeter durch einen Container-Anbau geben soll. Außerdem soll ein Wickelplatz erweitert und ein zweiter neu geschaffen werden, so dass dann die zwölf Kinder versorgt werden können.

Wie Coutandin in der Sitzung sagte, gibt es derzeit Gespräche mit einem freien Träger, der beabsichtigt eine Betreuungsgruppe in Hergershausen aufzumachen. Kommt das Projekt nicht zustande, werde vor den Sommerferien über eine dauerhafte Erweiterung der Kita entschieden. Welche Kosten durch die Änderungen auf die Stadt zukommen, lasse sich derzeit nicht beziffern, so Coutandin. Das hänge vor allem von der tatsächlichen Frequentierung ab.

Elternbeiträge könnten fällig werden

Die CDU befürchtet, dass höhere Elternbeiträge fällig werden könnten. Dazu sagte die Verwaltungschefin, dass die Stadt jeden Platz mit 70 Prozent unterstütze, den Rest teilen sich das Land Hessen und die Eltern zu gleichen Teilen. Für jedes Ü3-Kind zahle die Stadt monatlich 450 bis 500 Euro, bei den betreuungsintensiveren U3-Kindern – für diese wird unter anderem mehr Personal gebraucht – seien es 900 bis 1 000 Euro. „Unser Ziel muss sein, dass der Elternanteil bei 14 Prozent bleibt“, so Coutandin.

Eltern, die ihre Kinder in eine qualifizierte Tagespflege geben möchten, sollen in Zukunft eine finanzielle Unterstützung erhalten, vergleichbar den Regelungen in anderen Kommunen im Kreis. Zum einen dient diese Maßnahme der Herstellung von mehr Gerechtigkeit. Während die Stadt derzeit, wie erwähnt, 70 Prozent der Betreuungskosten für Kinder in Einrichtungen übernimmt, gibt es keinerlei Entlastung für Eltern, die ihr Kind in Tagespflege geben. Zum anderen erspart die Betreuung in Tagespflege der Stadt erhebliche Investitionen in Personal und bauliche Erweiterungen.

Es soll nun ein Pool von Tageseltern auf- und ausgebaut werden. Damit wird das Frauenforum beauftragt. Im März gibt es außerdem Info-Abende über die Tagespflege und die mögliche Einrichtung eines Waldkindergartens.

Quelle: op-online.de

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