Biomasse heizt den Schülern ein

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Holger Gehbauer, technischer Betriebsleiter Gebäudemanagement des Da-Di-Werks (rechts) und Architekt Thomas Eßmann (dritter von links) erläutern die Funktionsweise der Heizungsanlage.

Babenhausen - Der Landkreis hat in die Anlage an der Bürgermeister-Willand-Straße rund 2,25 Millionen Euro investiert. Die Kapazität reicht auch für den Neubau des Gymnasiums aus. Von Stefan Scharkopf

Der äußere Rahmen verrät schon, was sich drinnen abspielt: Es dreht sich alles um Holz, und das Bauwerk spiegelt die Funktion wider. Die Fassade aus Lärchenscheiten ist die entsprechende Übersetzung der Biomasseheizung auf die Außenhaut. Die Heizzentrale auf dem Schulgelände an der Bürgermeister-Willand-Straße wurde jetzt von Mitarbeitern des Da-Di-Werkes des Landkreises Darmstadt-Dieburg eingeweiht. Gebaut als Biomasseheizung mit Brennstoffen aus Holzhackschnitzeln und Pellets versorgt sie die Eduard-Flanagan-Schule, die Sporthallen und die Joachim-Schumann-Schule. Für die geplante Mensa und auch die Bachgauschule – so sie denn von der Martin-Luther-Straße an die OSB umzieht – reicht es ebenfalls dicke. Im Inneren ist zudem viel Platz fürs Lagern von Holzschnitzeln und die Technik.

Die Anlage ist nicht die einzige an den Schulen im Landkreis, aber bis dato die größte. Einmal pro Woche bringt derzeit ein Lkw eine Fuhre von etwa 60 Kubikmeter an Brennmaterial vorbei. Die Anlieferung erfolgt unmittelbar von der Bürgermeister-Willand-Straße ohne weitere Beeinträchtigung des Schulgeländes. Es gibt zwei Kessel mit einer Gesamtleistung von 1,2 Megawatt, wie der technische Betriebsleiter Gebäudemanagement des Da-Di-Werks, Holger Gehbauer, sagt. Die Kaminhöhe von etwa 13 Metern ergibt sich aus der Leistung der Brenn-öfen.

Nur die Bodenplatte ist nicht aus Holz

Wie Architekt Thomas Eßmann erläutert, besteht das Gebäude bis auf die Bodenplatte aus Holzbaustoffen mit wenigen Ergänzungen durch Stahl. Die Materialien sind zu großen Teilen unbehandelt und damit sehr reduziert eingesetzt. Da die Anforderungen an den Wärmeschutz entfallen, konnte mit einfachen Details gearbeitet werden. Das Dach ist flach geneigt und begrünt. Die Grundrissabmessungen betragen 14,3 auf 25,5 Meter.

In seiner Höhenentwicklung nimmt die Gebäudekubatur die Anforderungen aus dem Innenraum auf und reagiert auf die Nachbarn: Entlang des Fußweges zur Flanagan-Schule nach Westen hat das Gebäude nur eine Höhe von 3,8 Metern, ähnlich wie die Traufen der Lernstätte. Die größte Höhe ist bei der Anlieferung für die Hackschnitzel mit 7,4 Meter an der Nordseite erforderlich. Für die Schüler sehr schön: Entlang des Fußweges zur Flanagan-Schule gewähren mehrere Fenster Einsicht in das Innere des Gebäudes, so dass der Aufbau der Technik verfolgt werden kann.

Schallgeschütztes Gebäude

Alles in allem hat der Landkreis Darmstadt-Dieburg als Schulträger rund 2,25 Millionen Euro inklusive Außenanlagen investiert, wobei ein Großteil auf die Technik entfällt. 200.000 Euro kommen vom Land Hessen als Fördermittel. Wichtig war dem Landkreis auch, dass die Anwohner nicht durch den Betrieb gestört werden. Das Gebäude ist schallgeschützt, so dass wenig von innen nach außen dringt.

Die Heizanlage läuft nun seit sechs Wochen. Bei den derzeit milden Temperaturen werden nicht beide Kessel benötigt; wird´s kälter, schaltet sich der zweite automatisch zu. Dass das Brenngut optimal verheizt wird, zeigt ein Blick auf die angefallene Asche - etwa drei Eimer voll in den anderthalb Monaten.

Quelle: op-online.de

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