Bewährtes und Modernes

Blasorchester brillieren in der Stadthalle in Babenhausen

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Seien ganze Bandbreite zeigte das Blasorchester unter Dirigent Philip Bräutigam. 

Gleich zwei runde Geburtstage feierte das Blasorchester Babenhausen bei seinem Jahreskonzert am Samstagabend in der Stadthalle.

Babenhausen – Zum einen ist das Orchester der Erwachsenen 70 Jahre alt geworden, das Jugendorchester, liebevoll Jumbo getauft, feiert immerhin sein 20-jähriges Bestehen. Deshalb wurde auch so manche Überraschung aus dem Ärmel gezaubert. Eines der Stücke der Erwachsenen dirigierte Christoph Bernius, er hatte dabei auch schon in den 1990er Jahren den Takt angegeben.

Die Vorsitzende Simone Reidel begrüßte die zahlreichen Gäste in der Stadthalle, gab aber schnell das Mikrofon an die beiden Moderatoren Jolanda Ludwig und Klaus Mohrhardt ab, die die Zuhörer fachkundig und mit vielen Informationen zu den einzelnen Stücken durch das Programm führten.

Bevor die Großen spielen durften, war aber das Jugendorchester unter Dirigent Uwe Wittenberger dran. Hier konnten die Zuschauer schon einmal den Moderatorennachwuchs sehen und hören, jedes Stück wurde von unterschiedlichen Orchestermitgliedern angesagt. Ein neues Mitglied konnte mit Lars Reidel auch im Jumbo willkommen geheißen werden. Die jungen Musiker begrüßten die Zuhörer mit dem passenden Stück „A little opening“ von Thiemo Kraas. Es kamen aber auch ganz moderne Stücke zur Aufführung, „Hello“ von der britischen Sängerin wurde ebenfalls intoniert.

Auch die Jumbos, die jungen Musiker, beherrschen bereits ihr Metier.

Ohne eine Zugabe durften die Jugendlichen nicht vor der Bühne. Moritz Schnur erzählte vorher eine kleine Geschichte. Bei der Probe sei sein Lieblingsstück gar nicht dabei gewesen, zu seiner Freude habe er es doch dann auf dem Notenständer gefunden. „Das Stück, das ich mir schon immer gewünscht hatte, das Video zum Stück, das sechs Millionen Mal gesehen wurde, woran ich einen sehr großen Anteil hatte“, erzählte Schnur und erntete viel Gelächter. „Despacito“ von Luis Fonsi liebt Schnur seit 2017 und durfte es nun als Zugabe spielen.

Dass große Orchester hatte es sich zur Aufgabe gesetzt, einen Querschnitt durch sein musikalisches Wirken der letzten Jahrzehnte zu zeigen. Es eröffnete sein Programm mit dem Stück „Musik for a Festival“, bei dem es schon sein Können zeigen konnte. Mit einer schmetternden Fanfare begann das Stück, um dann im Mittelteil von laut auf sehr leise und ruhig umzuschalten. Für das Orchester war es dann kein Problem vom ruhigen Mittelteil mit einem furiosen Trommelwirbel zur anfänglichen Lautstärke und Kraft zurückzufinden.

Dem eigenen Anspruch, eine große Bandbreite seines musikalischen Schaffens zu zeigen, wurde das Orchester gerecht. Es wurden Klassiker der Blasmusik, wie die „Leichte Kavallerie“ von Franz von Suppè und Will van der Beek oder die „Annen-Polka“ von Johann Strauß gespielt. Aber mit dem Frank-Sinatra-Medley zeigte das Orchester, das es auch ganz anders kann.

Die Moderatoren zeigten viel Fachkunde über die zu spielenden Stücke. „The Wind in the Willows kündigte Jolanda Ludwig an. Der englische Kinderbuchklassiker stammt aus dem Jahr 1908, wurde 2002 von Johan de Meij in eine Komposition für symphonisches Blasorchester umgesetzt. Ludwig erzählte über die Hauptfiguren des Stückes, einen Maulwurf, eine Wasserratte, einen Dachs und einen Kröterich. Aber sie betont auch, dass der Zuhörer im Hintergrund das Stück „Die Moldau von einem Komponisten namens Smetana hören kann“.

Auch vom großen Orchester wurde stürmisch eine Zugabe gefordert. „Land of make believe“ war die Wahl des Orchesters unter Dirigent Philip Bräutigam, als die Zuhörer dann den Saal immer noch nicht verlassen wollten, spielte es noch einmal Sinatra mit dem Ohrwurm „I did it my way.“   

zba

Quelle: op-online.de

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