Eckehard Colmar hätte sich gefreut

Tischtennis-Erstligist TSV bleibt nach Premierenrunde in Langstädter Sporthalle

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Auch nach der Premierenrunde bleibt der Tischtennis-Erstligist TSV Langstadt in der Foto:

Es war eine Premieren-Saison in der 1. Tischtennis-Bundesliga der Frauen, wie sie sich der Turn- und Sportverein (TSV) Langstadt nicht schöner hätte ausmalen können.

Langstadt – Nicht nur, dass der Babenhäuser Stadtteil-Klub bis ins Halbfinale vorstieß und dort sogar an einer Sensation gegen den späteren Deutschen Meister aus Berlin schnupperte. Auch wirtschaftlich ging die Kalkulation laut Teammanager Manfred Kämmerer auf. Beim Zuspruch des Publikums war man in Langstadt die nationale Nummer eins.

Eckehard Colmar hätte sich gefreut. Der vor einigen Jahren verstorbene Gründer der Tischtennis-Abteilung des TSV Langstadt, nach dem seit 2017 die einstige Markwaldhalle benannt ist, hätte mit besonderem Genuss sicher nicht nur auf die sportliche Abschlusstabelle des Oberhauses geschaut. Denn noch weiter oben als dort rangiert Langstadt in der Zuschauertabelle. Genauer: auf dem ersten Platz, mit großem Vorsprung auf den Zweiten. „Wir hatten in unserer ersten Erstliga-Saison inklusive der Play-offs einen Schnitt von 260 Zuschauern pro Heimspiel“, sagt Kämmerer. Einmal, im Halbfinale gegen Berlin, war die Colmar-Halle mit 320 Zuschauern sogar ausverkauft. „Da mussten wir leider sogar 20 Leute wieder nach Hause schicken, weil einfach kein Platz mehr war.“

Den hatten die gesamte Runde über die 100 Dauerkarten-Inhaber sicher. Zudem hätten vor jedem Heimspiel stets an die 100 weiteren Zuschauer Gebrauch von der Reservierungsmöglichkeit gemacht. Dabei konnte man dem TSV vorab ankündigen, ein Heimspiel besuchen zu wollen, und musste die reservierte Karte dann spätestens 30 Minuten vor dem ersten Aufschlag in Empfang nehmen. „Das hat funktioniert“, so Kämmerer. Reservierte Karten, die nicht abgeholt wurden und dann kurzfristig an die Tageskasse gingen, seien die Ausnahme gewesen.

Obwohl die Sporthalle in Langstadt zumindest gegen Berlin etwas größer hätte sein dürfen, ist ein Wechsel der Spielstätte in der kommenden Saison auch in Einzelfällen kein Thema. Vor der ersten Erstliga-Saison hatte der TSV Gedanken an ein Heimspiel in einer der Babenhäuser Schulsport-Hallen gehabt. Die sind aber längst verworfen worden. Letztlich reichte die Eckehard-Colmar-Halle aus, zumal der TSV die Bewirtung und den Eingang in die Kulturhalle nebenan verlegen durfte. „Das war für uns ganz wichtig, dass wir die Kulturhalle mitnutzen durften und weiter dürfen“, betont Kämmerer.

Darüber hinaus habe man die Fans gefragt, wo sie dem Langstädter Bundesliga-Team künftig zuschauen möchten. „Sie wollen in Langstadt bleiben“, haben Kämmerer und der Verein erfahren. Dort bekommen sie in der Saison 2019/20 wegen der übergangsweisen Aufstockung auf neun Teams sichere acht Heimspiele geboten. Play-offs gibt es in der nächsten Saison nicht. Dauerkarte (40 Euro) und Tageskarte (6 Euro) bleiben im Preis stabil.

Stabil ist außerdem die Lage bei den Sponsoren, die noch vor dem Eintrittsgeld den Löwenanteil des TSV-Bundesliga-Budgets ausmachen. Unter anderem der Trikotsponsor hat verlängert, „wir werden wohl keine große Fluktuation haben“, sagt Kämmerer. Er geht davon aus, „dass zwei, drei Sponsoren mal eine Pause einlegen und zwei, drei neue hinzukommen werden“.

Dass bei den Geldgebern und den Tischtennis-Fans nach dem ersten Jahr in Deutschlands Eliteliga schon eine gewisse Sättigung eintreten wird, glaubt Kämmerer –auch wegen der Neugier auf das personell leicht veränderte Team – nicht: „Das könnte auf Dauer zwar mal ein Thema werden. Für die neue Saison würde ich es aber ausschließen.“

VON JENS DÖRR

Quelle: op-online.de

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