Bungalow-Areal abgesucht

Blindgänger in Babenhausen: Schrott und eine Bombe

Etwa anderthalb Meter tief im Sandboden steckte der Blindgänger auf dem Acker hinter dem Bethesda-Seniorenzentrum. Bei der Sondierung des Geländes kam auch allerhand Metallschrott zum Vorschein. Fotos: Polizei Südhessen /Körtge
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Etwa anderthalb Meter tief im Sandboden steckte der Blindgänger auf dem Acker hinter dem Bethesda-Seniorenzentrum. Bei der Sondierung des Geländes kam auch allerhand Metallschrott zum Vorschein.

Zwei verrosteter Eimer, eine ovale Transportbox aus Metall, ein Rohr und ein paar auf den ersten Blick nicht erkennbare Schrottteile liegen auf dem kleinen Haufen am Rand des Ackers hinter dem Bethesda-Seniorenzentrum in Harreshausen.

Harreshausen – Ein paar Mal hatte das Sondierungsgerät in der vergangenen Woche auf dem Feldstück, auf dem ein Senioren-Bungalow-Wohnpark entstehen soll, etwas angezeigt. Die Mitarbeiter des beauftragten Unternehmens stießen vor allem auf verborgenes Altmetall. Und auf jene 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Um sie zu entschärfen, war am Freitag das gesamte Dorf evakuiert worden (wir berichteten). Gegen 16 Uhr hatten Spezialisten des Kampfmittelräumdienstes die Gefahr gebannt.

Die vorerst gute Nachricht für die Harreshäuser: Zumindest auf dem für die Senioren-Bungalows vorgesehenen Areal sind keine weiteren Bomben oder Munitionsreste zu erwarten. „Die Sondierungsarbeiten sind abgeschlossen“, berichtet auf Anfrage Tom Best vom Christlichen Sozialwerk Harreshausen und Vorstand der Baugenossenschaft von der für Neubauprojekte vorgeschriebenen Maßnahme.

Zu der größten Herausforderung der Evakuierung Harreshausens gehörte zweifelsohne das Räumen des Seniorenzentrums. Auch, weil etliche Bewohner liegend transportiert werden mussten. „Es lief alles ruhig und reibungslos“, resümiert Presse- und Öffentlichkeitsarbeiterin Nicole Damm-Arnold: „Die Kollegen haben super zusammengearbeitet und die Senioren den ganzen Tag über gut betreut.“ Ein Großteil der Heimbewohner verbachte die Zeit in der Sporthalle an der Joachim-Schumann-Schule. Gegen 19.30 Uhr seien schließlich alle Bethesda-Bewohner wieder zurück gewesen.

Gerade sie hatte auch Bürgermeister Joachim Knoke im Blick, als er auf eine zügige Evakuierung des Stadtteils hoffte: „Um so früher sind auch alle wieder zuhause“, sagte er. Zumal bei den Liegendtransporten eben nicht alle auf einmal zurück ins Bethesda gebracht werden konnten.

Im Großen und Ganzen ist alles gut verlaufen, zieht der Rathaus-Chef eine Bilanz. Er habe viele positive Rückmeldungen erhalten. Bei der Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Bereichen – Stadt, Feuerwehr Rettungsdienst und Polizei – sei Hand-in-Hand und sehr routiniert gearbeitet worden. Ähnlich wie bereits vor drei Jahren, als mitten im Wohngebiet Ost bei Kanalbauarbeiten eine Fliegerbombe entdeckt worden war.

Warum die Bombe in den Acker einschlug, darüber kann nur gemutmaßt werden. „Vielleicht wollte der Bombenschütze den Bahnhof treffen, hat aber dann die Bombe zu spät ausgeklinkt“, lautet Knokes Theorie.

VON NORMAN KÖRTGE

Quelle: op-online.de

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