Alte Beschlüsse sollen aufgehoben werden

"Boßwenhain": Reihenhäuser statt Gewerbe

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Die teilweise unansehnliche Gewerbebrache an der Frankfurter Straße könnte schon bald einer Reihenhaus-Bebauung weichen.

Babenhausen – Da ist sie, die womöglich breite Mehrheit für einen Grundsatzbeschluss zum Baugebiet „Boßwenhain“. Von Norman Körtge

In der Bauausschuss-Sitzung am Dienstagabend votierten die Vertreter von CDU, SPD, Grünen und FDP für einen von Bürgermeister Joachim Knoke (SPD) eingebrachten Änderungsantrag zu einem CDU-Antrag. Die Freien Wähler stimmten dagegen.

Vorbehaltlich der Zustimmung in der Stadtverordnetenversammlung am Mittwoch, 27. Februar, sieht der Grundsatzbeschluss im Kern vor, dass der im Jahr 1993 getroffene Aufstellungs- und der 1996 gefasste Umlegungsbeschluss aufgehoben werden sollen. Zuvor wird der bestehende Rahmenvertrag mit der einst zur Entwicklung des „Boßwenhain“ beauftragten GSL GmbH aus Stuttgart zeitnah gekündigt. Durch vorhabenbezogene Bebauungspläne sollen dann das Areal des ehemaligen Iroplast-Geländes an der Frankfurter Straße sowie einige weiter nördlich gelegene Flächen entwickelt werden.

Wie berichtet, hat die Vista-Reihenhaus GmbH bereits die Gewerbefläche gekauft und möchte darauf 53 Reihen- und 34 Doppelhäuser errichten. Vom Tisch ist damit vorerst, dass angrenzend daran ein Tegut- und ein Drogeriemarkt angesiedelt werden und auf der westlichen Ackerlandfläche Wohnbebauung entsteht. Allerdings solle eine Erschließungsmöglichkeit abgesichert werden. Das im November vorgestellte Baugebiet „Boßwenhain“ fällt somit deutlich kleiner aus.

Bürgermeister Joachim Knoke (SPD) begründet die Änderung „mit juristischen Bewertungen wie auch praktischen Erwägungen zur Umsetzung“. Mögliche Regressforderungen an die Stadt, etwa von Grundstücksbesitzern, seien geprüft worden. Knoke bezeichnete sie als „managebar“.

Kritik kam von FWB-Fraktionsvorsitzendem Wolfgang Heil. Er bezeichnete das Vorgehen Knokes als Vor- und Rückwärtsrolle. Auch habe die Außendarstellung der Stadt gelitten: „Als Investor wäre ich zukünftig extrem vorsichtig“, meinte er. Auf Nachfrage Heils bestätigte der Verwaltungschef, dass der Grund für die Entscheidung gegen den Lebensmittelmarkt im Inhalt des Kooperationsvertrages zwischen der Stadt und der Kasernenkonversionsgesellschaft liege.

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Heil hatte immer wieder angezweifelt, dass dies der Vertrag so hergebe. Investor Christof Mahnel vom Projektentwickler CMB ließ dies sogar juristisch prüfen und kam zu einer gegensätzlichen Antwort. Auf Nachfrage sagte er gestern, dass mit dem zu erwartenden Stadtverordnetenbeschluss das Projekt Tegut-Ansiedlung nicht weiter verfolgt werde. Die Entscheidung der Lokalpolitiker könne er genauso wenig verstehen wie die 180-Grad-Wende des Rathaus-Chefs. Ihnen allen hätten die Belege für die Notwendigkeit des Lebensmittelmarktes und dass dieser eben nicht kontraproduktiv für die Kasernenentwicklung sei, vorgelegen: „Das war nicht zum Wohl der Bürger“, ist sich Mahnel sicher.

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Quelle: op-online.de

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