Doppelmord von 2009 beschäftigt noch immer

„Mein Mann ist kein Mörder“

Babenhausen - Der Doppelmord vom April 2009 beschäftigt nach wie vor viele Menschen. Von Stefan Scharkopf 

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War Andreas Darsow derjenige, der am besagten Freitag zunächst seinen Nachbarn Klaus Toll mit mehreren Schüssen tötete, danach dessen schlafende Ehefrau und schließlich auch versuchte, die behinderte Tochter umzubringen? Oder sitzt der dreifache Familienvater unschuldig im Gefängnis? Das ZDF hat Anja Darsow monatelang begleitet, hat ihren Mann im Gefängnis besucht, Interviews geführt. Innerhalb der Reihe „37 Grad“ zeigt der Sender am Dienstag, 25. März, um 22.15 Uhr die Dokumentation mit dem Titel „Mein Mann ist kein Mörder“.

Für Anja Darsow bricht nach dem Doppelmordfall im Zuge der Ermittlungen eine Welt zusammen. Einige Monate nach den tödlichen Schüssen klingelt die Polizei an der Tür der Darsows. Die Beamten nehmen den Familienvater wegen zweifachen Mordes an seinen Nachbarn fest. „Mit diesem Klingeln fing alles an. Man hat ein normales Leben, Familie, Job und plötzlich ist nichts mehr wie vorher“, sagt die Ehefrau heute. Obwohl es keine Beweise, nur Indizien gibt, verurteilt das Gericht Andreas Darsow zu lebenslanger Haft.

Warum sind Familie und Freunde von der Unschuld ihres Mannes überzeugt?

Ungläubig hört die 36-jährige im Gerichtssaal diese Worte. Doch nach anfänglicher Verzweiflung beginnt die dreifache Mutter zu kämpfen: Sie ist davon überzeugt, dass ihr Mann unschuldig ist, und will dies beweisen. „Wenn jemand so eine Tat begeht und man hat es nicht gemerkt, dann stimmt was in der Beziehung nicht. Dann ist der Mensch krank, und das hätte ich gemerkt“, sagt sie. Viele im Ort, Nachbarn, Familie, der Verein Monte Christo und unabhängige Prozessbeobachter unterstützen sie. Auf einer Internetseite veröffentlicht Anja Darsow Prozessakten und vorhandene Indizien – auch entlastende, die ihrer Meinung nach vom Gericht nicht berücksichtigt wurden.

Wie berichtet, darf die Familie alle zwei Wochen Andreas Darsow im Gefängnis besuchen. Der jüngste Sohn war noch ein Baby, als der Vater verhaftet wurde. Er kennt seinen Papa nur als Gefangenen, hinter Schloss und Riegeln. „Mein Ziel ist: Die JVA-Tür geht auf, und mein Mann kommt als freier Mann wieder raus. Dafür kämpfe ich“, sagt die Babenhäuserin. Ihre große Hoffnung ist nun Anwalt Gerhard Strate, ein Spezialist für Wiederaufnahmeverfahren. Strate hat offiziell das Mandat für das Wiederaufnahmeverfahren angenommen. Der Hamburger Strafverteidiger hatte in der Vergangenheit bereits Erfolge mit Wiederaufnahmeverfahren; beispielsweise in den Fällen Monika Böttcher (Weimar) und aktuell im bayrischen Justizskandal um Gustl Mollath.

Doppelmord in Babenhausen: Prozessauftakt (2011)

Doppelmord in Babenhausen: Prozessauftakt

Warum sind Familie und Freunde von der Unschuld ihres Mannes überzeugt? Wie lebt eine Frau mit ihren Kindern, deren Mann als Mörder verurteilt wurde? Wie verarbeitet die Familie die Gefängnisbesuche? Gibt es ein Wiederaufnahmeverfahren? All´ diese Fragen werden im Bericht angesprochen.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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