Entwurf für „Alte Gärtnerei“ vorgestellt

„Das passt nicht da hin“

Babenhausen - Der Entwurf für eine mögliche Bebauung des Areals der Gärtnerei Grünewald erregt die Gemüter. Das wurde am Montagabend auf der eigens zu diesem Thema ein- berufenen Bürgerversammlung in der Stadthalle deutlich. Zirka 250 Babenhäuser waren gekommen. Von Norman Körtge 

Claus Schunk bleibt optimistisch. Auch am Morgen nach der Bürgerversammlung in der Stadthalle, in der der Projektplaner des Aschaffenburger Unternehmens Kalkan den Entwurf für eine Bebauung des Areals an der Ecke Martin-Luther-Straße/ An der Stadtmauer der breiten Öffentlichkeit vorgestellt hatte. „Dass es da zwei Meinungen gibt, war klar. Auch, dass die Gegner immer lauter sind als Befürworter“, weiß er aus Erfahrung. Schunk jedenfalls warb für das Projekt (siehe auch Infokasten), das für Babenhausen ein echter Gewinn sei.

Allerdings ist die Stadtgesellschaft tief gespalten, fühlt sich vor allem nur unzureichend informiert. Deshalb hatte Stadtverordnetenvorsteher Friedel Sahm (CDU) nach zwei ergebnislosen Bauausschuss- und einer einer Stadtverordnetenversammlung – in ihnen ging es um den Aufstellungsbeschluss – nun zur Bürgerversammlung geladen.

Zum Gesicht des Widerstandes gegen das von Schunk präsentierte und von Bürgermeister Joachim Knoke (SPD) unterstützte Bauvorhaben (wir berichteten) wurde an dem Abend Anwohnerin Edith Kratz. Sie war als Sprecherin der erst vor wenigen Tagen ins Leben gerufenen „Bürgerwehr Kirchgärten“ als Sprecherin erkoren worden. Den militärisch geprägten Begriff relativierte und erklärte Kratz auf Nachfrage: „Wir wehren uns gegen das Bauvorhaben“. 20 Mitglieder würden zu der Gruppe gehören. Ihre Hauptforderung an Stadtverwaltung und Lokalpolitik: Auf dem Gelände nur eine Bebauung mit Einzelgebäuden zulassen. Dementsprechend sprach sie sich vehement gegen die vorgestellte Riegelbebauung mit den Flachdächern aus. Das würde einfach nicht an den Rand der Altstadt, zwischen evangelischer und katholischer Kirche passen. Die Kammbauten seien mit den knapp 16 Metern zu hoch und würden wie Klötze wirken. Kurtz monierte vor allem, dass aus der Präsentation von Schunk eine Visualisierung der Gebäude entfernt worden sei, die noch im Bauausschuss zu sehen gewesen sein soll. Ihr Verdacht: Die wahren Ausmaße der Gebäuderiegel soll verschleiert werden.

Bilder: Babenhausen und Stadtteile

Ein Vorwurf, den Schunk so nicht stehen lassen konnte. Diese Visualisierung sei veraltet gewesen und eigentlich in diesem frühen Planungsstadium auch nicht üblich. In dem gezeigten, mittlerweile siebten Entwurf sei die Höhe um 1,70 Meter reduziert worden. Die Gesamthöhe erklärte Schunk damit, dass zum einen in den Gewerberäumen die Deckenhöhe knapp bei vier Metern liegen würde und zu anderem in den Wohnungen bei knapp drei Metern. 2,50 Meter seien nicht mehr Standard, so der Immobilienfachmann. Und wenn es zu einem Bebauungsplanentwurf komme, werde es auch wieder eine 3D-Ansicht des Bauvorhabens am Rande der Altstadt geben.

Andere Anwohner gaben zu Bedenken, dass die ohnehin wegen Kita und Grundschule stark frequentierte Martin-Luther-Straße den zusätzlichen Verkehr nicht bewältigen würde und durch den Schattenwurf der hohen Gebäude in den benachbarten Gärten nur noch Moos wachsen würde: „Ihr nehmt uns die Lebensqualität.“ Dem Vorschlag, ein Geschoss einfach weg zu lassen, entgegnete Schunk, dass sich dann das Projekt wahrscheinlich nicht mehr rechnen würde.

Quelle: op-online.de

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