„Keiner schleppt gern weit“

Erster Paketautomat in Babenhausen ermöglicht in Corona-Zeiten kontaktloses Konzept

Babenhausens Bürgermeister Joachim Knoke (rechts) eröffnete gestern offiziell die neue DHL-Packstation am Aldi. Im Hintergrund: Sylvia Kloetzel (Hut) von der Wirtschaftsförderung der Stadt und Mitarbeiter der Deutschen Post.
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Babenhausens Bürgermeister Joachim Knoke (rechts) eröffnete gestern offiziell die neue DHL-Packstation am Aldi. Im Hintergrund: Sylvia Kloetzel (Hut) von der Wirtschaftsförderung der Stadt und Mitarbeiter der Deutschen Post.

In Babenhausen wurde der erste Paketautomat der Stadt aufgestellt. Er kommt genau zur richtigen Zeit.

Babenhausen – Die Stadt hat ihren ersten Paketautomaten. Gestern Vormittag wurde die Packstation von DHL, der Paket- und Expressdiensttochter der Deutschen Post, an der Aldi-Außenwand in der Straße Hinter der Altdörfer Kirche 36 offiziell eröffnet. „Einer von 5 000 in Deutschland“, sagt Postler Friedhelm Schlitt, „Ende des Jahres sollen es schon 7 000 sein.“

110 Pakete fasst der Automat, der modular mit Fächern verschiedener Größe ausgestattet ist. Bürgermeister Joachim Knoke (SPD) begrüßt gerade zu Corona-Zeiten das kontaktlose Konzept. Er rechnet mit einer hohen Akzeptanz in der Südstadt. Tatsächlich wird das System, seit 2002 aufgebaut, immer mehr genutzt. Der große Vorteil für Berufstätige: Kunden können ihre Pakete rund um die Uhr abholen.

Alles, was man braucht, um ein gezielt an die neue Station adressiertes Päckchen zu empfangen, ist eine Packstationskarte und die dazugehörige Postnummer. Die Anmeldung der Karte erfordert die Angabe einer Adresse in Deutschland. Zur Freigabe ist ein Identifizierungsverfahren nötig. Hat man bei sich daheim ein Päckchen verpasst, was dann im Automaten landet, reicht der Code auf der Benachrichtigung.

Verschicken kann man über den Automaten übrigens auch. So einfach geht es: Paketmarke online beziehungsweise direkt vor Ort kaufen und ausdrucken oder mit einem Retourschein freimachen, dann am Display „Sendung einlegen“ auswählen, das Paket scannen und in das aufspringende Fach legen.

Trotz der zeitlichen Flexibilität, die der neue Paketautomat bietet: Manch einer geht doch lieber während der Öffnungszeiten in ein Geschäft und gibt dort persönlich sein Paket ab oder lässt sich seine erwartete Lieferung von einem Menschen in die Hand drücken. Innerhalb der Kernstadt Babenhausen ist beides in der seit längerem etablierten Postfiliale im Schreibwarenlädchen „Zettel & Stift am Eck“, Fahrstraße 4, möglich – und in der seit dem 20. Januar vom Bismarckplatz in das Bauzentrum „Andre+Oestreicher“ umgezogenen Filiale. Timo Kraus, einer der Geschäftsführer des Baustoffhändlers, zieht eine positive Bilanz. „Die Kunden nehmen die Postdienstleistungen gut an. Auswertungen zeigen, dass wir sogar etwas mehr Zulauf haben, als es früher am Bismarckplatz der Fall war.“

Meckereien gab es am Anfang natürlich trotzdem vereinzelt. Der Weg zum Bauzentrum an der Bundesstraße 26 sei weiter als zuvor, meinte der ein oder andere Kunde. Eine Befürchtung, die auch Kraus anfänglich überlegen ließ, ob der Umzug zu ihnen an den Rande der Stadt Sinn mache. Inzwischen haben sich jedoch jegliche Sorgen zerstreut. Besonders der Parkplatz und die praktische Verwendung der Einkaufswägen kämen sehr gut beim Kunden an, sagt er zufrieden: „Keiner schleppt gern weit.“ Zum Vergleich: am Bismarckplatz gab es laut Kraus nur drei Parkplätze, die sich die Kunden der Post mit denen von Matratzen-Concord teilen mussten.

Alle Dienste der Filiale am Bismarckplatz wurden damals eins zu eins übernommen. 120 Postfächer gibt es. Das ist einer der Unterschied zur kleineren Filiale in der Fahrstraße. Im Gegensatz zu dort sind auch alle Finanzleistungen der Postbank nutzbar.

Und es gibt das beispielsweise für Mobil- oder Finanzprodukte notwendige Post-ident-Verfahren. „Besser als früher gefallen den Kunden die durchgehenden Öffnungszeiten“, erzählt Kraus. Unter der Woche ist bis 19 Uhr offen, samstags seit Corona nur noch bis 16 Uhr. Das Personal, das im Januar komplett vom Bismarckplatz zu ihnen gewechselt sei, ist immer noch vollständig im Einsatz. Die Inneneinrichtung und die damit verbundenen Umbaukosten habe die Post getragen.

Wer ein Päckchen bei sich daheim versäumt hat: sieben Tage wird es in der Filiale im Hand- und Heimwerkermarkt gelagert, zwei Tage länger in der neuen Packstation. Retour kann er es in der Kernstadt auch in der Industriestraße 1-5 schicken. zkm

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