Vielfältiges Festprogramm

1250 Jahre Schlierbach: 300 000 Euro fürs Aufhübschen

Das Jubiläumsjahr haben die Schlierbacher bereits in der Silvesternacht ausgiebig begrüßt: Menschen in der Ortsmitte am historischen Rathaus 
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Das Jubiläumsjahr haben die Schlierbacher bereits in der Silvesternacht ausgiebig begrüßt: Menschen in der Ortsmitte am historischen Rathaus 

Erst Kling. Und dann: Bummbummbumm. Ungeachtet aller Feinstaub- und Klimadebatten haben zahlreiche Schlierbacher das neue Jahr um Mitternacht am Rathaus mit Sekt und Feuerwerk begrüßt.

Babenhausen - Das politisch nicht ganz korrekte Verhalten ist aber mit Nachsicht zu beurteilen. Schließlich haben die Schlierbacher in ein Jubiläumsjahr hineingefeiert - und damit gleich das opulente Festprogramm zur urkundlichen Ersterwähnung vor 1250 Jahren eröffnet.

„Wir haben schon vor drei Jahren mit den ersten Planungen fürs Festprogramm begonnen“, berichtet Ortsvorsteher Reinhard Selzer. „Im März 2018 war dann eine Bürgerversammlung, mit 60 Besuchern. Daraus sind fünf Arbeitsgruppen entstanden –Jahresveranstaltungen, Kinderprogramm, Jubiläumsfest, Festschrift sowie Sponsoring und Marketing. Alle zwei Monate haben wir uns zum Plenum getroffen.“ Die Fäden liefen bei einem harten Kern von ungefähr 25 Leuten zusammen.

Das ist eine ordentliche Personaldecke für ein Gemeinwesen mit derzeit 660 Einwohnern. „Vielleicht ja bald 700“, wirft Schaafheims Bürgermeister Reinhold Hehmann beim Pressegespräch zum Jubiläum ein und spielt damit auf ein Bauprojekt der Innenverdichtung an. Selbst dieser Zuwachs wird aber nichts dran ändern, dass es in Schlierbach keine Einkaufsmöglichkeit mehr gibt und keine Kneipe – vom Sportlerheim der Fußballer einmal abgesehen. Damit ist einer der drei Vereine genannt, zu denen auch noch die Freiwillige Feuerwehr und der Gesangverein Liederkranz gehören. Gemeinsam richten sie alle Jahre die Schlierbacher Kerb aus, eine weit über die Grenzen des Dörfchens hinaus beliebte Veranstaltung. „Bei uns ist es so schön ruhig“, wendet der Ortsvorsteher das Bild ins Positive.

Dass es an den Ufern des Schlierbachs aber mal sehr viel lebhafter als heute zugegangen ist, soll ein historischer Ortsrundgang am 14. März vermitteln. Für dessen Organisation ist Klaus Reining zuständig, der im „harten Kern“ ebenso besondere Verantwortung übernommen hat wie Karl-Heinz Sehnert für den Marsch der Leibeigenen am 13. und 14. Juni in drei Etappen vom Kloster Lorsch quer durch den Odenwald bis nach Schlierbach.

Ein Kodex aus dem Kloster Lorsch, der heute in Würzburg verwahrt wird, ist die früheste derzeit bekannte urkundliche Erwähnung des Dorfs. Und wer hat die entdeckt? Bürgermeister, Ortvorsteher und Koordinatorin Heike Gehrig sehen sich fragend an. Dann sagt Selzer: „Jedenfalls ist die Jahreszahl fast allen Schlierbachern bekannt. Wir haben ja schon die 1200 Jahre gemeinsam gefeiert.“ Mehr wird wohl bei der Akademischen Feier am 31. Mai zu erfahren sein. Dies ist übrigens das exakte Jubiläumsdatum.

Also: Im Jubiläumsjahr wird es ganz schön lebhaft in Schlierbach. Damit die Kulisse stimmt, hat die Gesamtgemeinde zur Aufhübschung öffentlicher Gebäude wie Rathaus, Kirche und alte Schule 300 000 Euro spendiert – und sponsert das Jubiläumsprogramm mit 35 000 Euro. Daraus wird auch die Jubiläumsschrift finanziert, die bis März vorliegen soll. Schon fertig ist eine Broschüre mit Erläuterungen zum Gesamtprogramm, die an vielen öffentlichen Orten zu finden ist.   

sr

Infos im Internet unter schlierbach1250.de.

Quelle: op-online.de

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