„Frechdachs“ mit Federn

Tierpatenschaftsprojekt „Unsere Hühner“ beendet

+
Das Abschlussbild: Eeni und Benno (vorne) sowie Selina und Niusha (hinten) zeigen ihre Urkunden, die sie von Elfriede Hofmann und Hans Trippel (beide vom Geflügelzuchtverein) bekommen haben. Den Pokal dazu hält Günther Titz (Kinder- und Jugendförderung).

„Mit den Hühnern kuscheln“ – für Niusha waren dies die schönsten Momente in den zurückliegenden Monaten. „Frechdachs“ hat sie ihren Zwerg-Orpington genannt, weil er „eben frech war“. Sie kennt ihn quasi seit dem Schlüpfen aus dem Ei. 

Babenhausen – Fast jede Woche hat die Schülerin seit dem Frühjahr die Anlage des Babenhäuser Geflügelzuchtvereins besucht, um sich um „Frechdachs“ zu kümmern, den Stall sauber zu machen und so einiges über Hühner, Eier und eben die Zucht zu erfahren. Diese Woche endete das Tierpatenschaftsprojekt zwischen dem Geflügelzuchtverein und der städtischen Kinder- und Jugendförderung.

„Vier bis fünf Kinder waren jede Woche da“, freut sich Elfriede Hofmann über das junge Publikum. Die Kassenwartin des Geflügelzuchtvereins hatte das Projekt initiiert, um eine leer stehende Parzelle mit Leben zu füllen. Und die insgesamt sieben angemeldeten Kinder haben die Zeit genossen, auch wenn dazu notwendige, aber eben nicht so schöne Arbeiten wie das Kotbrett sauber machen gehörten. Ganz unbefangen nehmen sie das in den zurückliegenden Wochen groß gewordene Federvieh liebevoll auf den Arm. Auch wenn sie das ein oder andere Mal gepickt wurden, wie Benno berichtet.

„Der Hahn ist der König des Hofes. Sein Reich verteidigt er mit seinem kräftigen Schnabel und seinem scharfen Sporn. Sein Gefieder ist prächtig gefärbt“, ist in Ordnern nachzulesen, den die Schüler mit viel Wissenswertem gefüllt haben. Und: „Damit die Henne beim Brüten geschützt ist, hat sie ein unauffälliges Federkleid.“ Auch wissen die Hühnerpaten nun, was es mit den Ziffern auf den Eiern auf sich hat und dass man am besten Eier bei lokalen Landwirten kauft.

In der Zeit auf der Anlage haben die Kinder auch noch andere Interessen entwickelt. Sie gärtnerten und pflanzten unter anderem Tomaten an. Zum Programm gehörte außerdem ein Ausflug zum Tierfutterhändler Eidebenz in Babenhausen.

Eigentlich wollten die Kinder ihre Hühner bei der für vergangenes Wochenende geplanten Lokalschau präsentieren. Diese musste aber aus personellen Gründen abgesagt werden. Dennoch hatten die Schüler ihre Hühner, um die sich zukünftig Hans Trippel kümmern wird – er hatte zuvor bereits das Tagesgeschäft geschultert –, in der Vorwoche herausgeputzt. Ein weiterer Höhepunkt blieb ihnen bislang verwehrt. Das Legen der ersten Eier. Das sollte in den kommenden Wochen der Fall sein, schätzt Hofmann. Spätestens dann wird es ein Wiedersehen auf der Zuchtanlage geben.

Dass das Projekt nun ausläuft, hat einen, zumindest für den Verein, erfreulichen Grund: Es hat sich ein neuer Züchter gefunden, der die Parzelle nutzen wird.

VON NORMAN KÖRTGE

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare