Geflügelzuchtverein feiert Gickelsfest

Viel zu heiß für Rühreier

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Roland Pöschl (Dritter von links) mit seinem gut gelauntem Küchenteam beim Gickelsfest.

Babenhausen - An Züchter-Nachwuchs mangelt es beim Geflügelzuchtverein. Zum Gickelsfest strömen aber Jung und Alt auf die Zuchtanlage. Von Petra Grimm 

Unter den Sonnenschirmen und Bäumen ließ es sich am Sonntagmittag beim Gickelsfest des Babenhäuser Geflügezuchtvereins gut aushalten, zumal das eine oder andere Lüftchen über die gepflegte Anlage mit den neun Parzellen, dem Teich und Vereinsheim wehte. Die Gäste, viele waren mit dem Rad gekommen, genossen nicht nur Speis und Trank, sondern auch die gesellige Atmosphäre. Aber der Ansturm auf das Vereinsgelände war nicht ganz so groß, wie sonst. „Es sind wegen der Hitze schon einige Gäste weniger“, sagte Festwirt Roland Pöschl, der das Fest mit seinem 15-köpfigen Team aus Freunden und Verwandten zum dritten Mal für den Verein managte.

Als der aktuell 47 Mitglieder zählende Geflügelzuchtverein, vor allem wegen des hohen Durchschnittsalters und dem daraus resultierenden Helfermangel, das Fest nicht mehr allein stemmen konnte, sprang zunächst für einige Jahre das inzwischen aufgelöste Babenhäuser Männerballett „Hypertonics“ in die Bresche, ehe Pöschl übernahm. Der ehemalige Wirt des „Hanauer Tores“ freut sich, mit seinem engagierten Team das Babenhäuser Traditionsfest zu erhalten. Außerdem „einmal im Jahr Wirt zu sein, das brauche ich“, sagt er lachend.

Die hochsommerliche Hitze schlug sich auch in der Nachfrage der Besucher nieder. Vor allem alkoholfreie Getränke gingen gut. „Es wird auch viel alkoholfreies Weizenbier getrunken“, so Pöschl, in dessen Open-Air-Küche saftige Steaks, Spießbraten und Leberkäse mit Spiegelei brutzelten. „Auf Rühreier verzichten wir in diesem Jahr sicherheitshalber wegen der Hitze. Die verderben zu schnell“, so der Festwirt, der im Vereinsheim eine große Theke mit selbst gebackenen Kuchen aufgebaut hatte.

Einige Besucher flanierten durch die Anlage, deren neun Parzellen mit Stallungen alle vermietet sind, wie der stellvertretende Vorsitzende Willibald Geißler sagte. Bei diesem Wetter sucht sogar das Federvieh den Schatten, wie zu beobachten war. „Sie legen auch weniger“, erklärte Vorstandsmitglied Hans Trippel. Geißler und Trippel gehören zu den nur noch acht aktiven Züchtern des Babenhäuser Vereins, die Gänse, Großhühner, Zwerghühner und Tauben heranziehen. Menschlichen Nachwuchs, um dem Mitgliederschwund entgegenzuwirken, gibt es kaum. „Und wenn, dann sind es eher ältere Leute, die dazu kommen, und keine Jugendlichen. Das ist eigentlich bei allen Geflügelzuchtvereinen ein Problem“, sagte Geißler, der seit 1962 in Babenhausen Mitglied ist und seit über 40 Jahren auch bei den Geflügelzüchtern in Schaafheim. „In Schaafheim ist der einzige Verein, von dem ich weiß, dass es auch einige junge Leute unter den Züchtern gibt“, so Geißler. Warum es dort besser läuft mit dem Nachwuchs, kann er aber auch nicht erklären. Eins sei klar, so die beiden erfahrenen Züchter: „Das ist ein Hobby, das Zeit und auch Geld kostet. Und wer Tiere hält, muss sich kümmern und braucht eine Vertretung, wenn er in Urlaub fahren will.“

Bilder: Babenhausen und Stadtteile

Um die Pflege der Anlage außerhalb der Parzellen, für die jeder Mieter selbst zuständig ist, kümmert sich Hans Trippel ehrenamtlich. Als Platzwart hat der Senior mit dem Blätter aufrechen, Rasen mähen und anderen Arbeiten alle Hände voll zu tun. Die lange Hecke wurde kürzlich in einer Gemeinschaftsarbeit geschnitten. Seine Ehefrau Ria hält das Vereinsheim sauber. Ebenfalls ehrenamtlich.

Das Vereinsheim wird im November wieder für Publikum geöffnet, denn dann laden die Züchter zur traditionellen Lokalschau ein, um ihre Zuchterfolge zu präsentieren. Zuvor werden die Tiere wieder von Preisrichtern bewertet. Auch der Umzug der Lokalschau von der Stadthalle ins Vereinsheim vor drei Jahren ist der Tatsache geschuldet, dass der Aufwand für die wenigen Züchter zu groß und die Arbeit mit Auf- und Abbau zu viel wurde. Aber die Lokalschau, ebenso wie das Gickelsfest, geht weiter. Man muss sich nur zu helfen wissen.

Quelle: op-online.de

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