Warten aufs erste Ei

Geflügelzuchtverein und Kinder- und Jugendförderung kooperieren

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Schon ganz vertraut mit den Hühnern: Alexander (von links), Mentor, Benno, Julia und Eeni. 

Die Hühner sind noch nicht so ganz handzahm, dennoch haben die Kinder, vor allem der siebenjährige Benno, sie schon voll im Griff. Er greift ganz beherzt zu und weiß auch genau, wie er das Zwerg-Orpington-Huhn halten muss.

Babenhausen – „Ich hatte schon mal Gänse, die sind fast so zu halten wie Hühner. “ Auch wenn die größeren Wasservögel erheblich gefährlicher sind als Hühner. „Wenn die mit ihrem Flügel gegen das Bein schlagen, kann das brechen. “.

Benno und fünf andere Kinder, die den offenen Treff der Kinder- und Jugendförderung (Kijufö) besuchen, nehmen an einem neuen Projekt teil. Sie kümmern sich auf der Zuchtanlage des Babenhäuser Geflügelzuchtverein um die fünf Zwerg-Orpingtons und besuchen diese regelmäßig dienstags, aber nicht nur Benno schaut mehrmals in der Woche immer mal wieder bei dem lieben Federvieh vorbei.

Eeni, neun Jahre alt, mag Hühner, am liebsten die Kleine, allerdings keine frechen Vögel. Außerdem im Projekt mit dabei sind auch noch Julia (10 Jahre), Alexander (7), Semir (8) und Mentor (6). Und eben Benno. Kontakt zu den Hühnern haben die Kinder erst seit wenigen Wochen. Die Zwerg-Orpingtons sind noch ganz jung, es wird also auch dauern, bis sie ihr erstes Ei legen. Eeni erzählt aber auch, dass sie, schon bevor die Hühner kamen, viel Arbeit hatten.

Auf der Zuchtanlage war ein Platz frei geworden und Vorstandsmitglied Elfriede Hofmann hatte die Idee, mal die Kijufö zu fragen, ob sie sich mit den Kindern des offenen Treffs ein solches auf längere Dauer angelegtes Projekt vorstellen könnte. Die Jugendpfleger, unter ihnen Lara Kresz, konnten das und so legten sie los. „Wir hatten viel Arbeit. Wir mussten den Sand in das Gehege reintragen, wir mussten rechen, wir mussten Glassplitter raussammeln, weil das mal eine Müllhalde war und alles neu machen“, erzählt Eeni. „Einmal die Woche, immer dienstags, kümmern wir uns um die Hühner. Wenn wir einfach mal Lust haben, kommen wir vorbei und gucken nach ihnen“, sagt Julia. „Ich gehe fast jeden Tag hierher“, sagt Benno. Er kuschelt gerne mit den gefiederten Tieren, auch wenn ihm bewusst ist, dass die Hühner das vielleicht nicht so toll finden.

Der Zuchtwart des Vereins, Hans Trippel, versorgt die Hühner die Woche über. Julia weiß sogar, dass die Hühnerrasse Zwerg-Orpingtons blaugesäumt sind. „Wir wollten gemütliche Hühner, keine hektischen und auch nicht zu Große“, erklärt Hofmann die Auswahl dieser Rasse. Langfristiges Ziel ist allerdings nicht nur, irgendwann Eier zu bekommen, sondern auch bei der Lokalschau die Hühner auszustellen.

Hofmann ist Kassenwartin im Geflügelzuchtverein und hat schon einige Projekte an der Schule im Kirchgarten gemacht. „Da habe ich schon mal eine Klasse ein ganzes Jahr über begleitet, aber das ist immer schlecht in den Unterricht zu integrieren.“ Mit der Kijufö wurde das Projekt besprochen, aber auch mit dem Vorstand. „Das kostet ja auch Geld und der Verein trägt das alles.“ Hofmann betrachtet das als Nachwuchsförderung, auch wenn sie sich keine gar zu großen Hoffnungen macht, dass auch langfristig Kinder in den Vereine eintreten. „Aber wenn man gar nichts macht, dann kann es nichts werden.“

Auf jeden Fall lernen die Kinder eine Menge, nicht nur über die Hühner. „Wir haben schon durchgenommen, was die Tiere essen, was es für Hilfsmittel und Werkzeuge gibt, um die Hühner zu versorgen.“ Auch über die Unterschiede zwischen Boden-, Käfig- und Freilandhaltung wurden die Kinder informiert. Auf die Frage nach der Arbeit haben die Kinder keine Antwort. Das Versorgen der Tiere oder das Unkrautjäten begreifen sie offensichtlich gar nicht als solche.

Kresz ist begeistert davon, wie die Kinder mitmachen. Mittlerweile hat sich eine relativ feste Gruppe von Kindern herauskristallisiert, die regelmäßig die Hühner betreuen. Neun bis zehn sind angemeldet, aber nicht alle kommen jede Woche. „Meist sind es sechs Kinder, das ist wohl auch für die Hühner ganz angenehm.“ Aber die Kinder haben auf der Anlage auch noch andere Interessen entwickelt. Sie gärtnern: Tomaten sind gepflanzt worden und auf die Äpfel des Baumes, der schon auf der Parzelle stand, sind sie schon ganz heiß. „Die haben Lust drauf, mal was Eigenes zu machen“, ist Kresz’ Erfahrung. Es ist noch einiges angedacht, als nächstes soll eine Insektenbadewanne angelegt werden. Kresz freut sich, dass die Kinder so motiviert sind und sich vor keiner Arbeit scheuen.

Auf jeden Fall ist jetzt schon klar, was mit den Eiern geschieht, wenn die Hühner voraussichtlich nach den Sommerferien die ersten legen. „Wir werden mal einen Kuchen oder einen Pfannkuchen daraus backen“, sagt Hofmann, „wir lassen es uns hier auch gut gehen.“   

zba

Quelle: op-online.de

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