Großprojekt in Babenhausen: Schießstand des SV Hergershausen wird 650 000 Euro kosten

Direkt ans Vereinsheim (rechts) der Hergershäuser Schützen, in dem sich „Simo’s Restaurant“ befindet, schließt sich der 75 Meter lange neue Schießstand an. Im Laufe des Jahres dürfte er in Betrieb gehen. 
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Direkt ans Vereinsheim (rechts) der Hergershäuser Schützen, in dem sich „Simo’s Restaurant“ befindet, schließt sich der 75 Meter lange neue Schießstand an. Im Laufe des Jahres dürfte er in Betrieb gehen.

Der Schützenverein Hergershausen biegt beim größten Projekt seiner 63-jährigen Vereinsgeschichte auf die Zielgerade ein: Im Laufe des Jahres wollen die Schützen ihren neuen Schießstand neben dem Vereinsheim am Ortsausgang gen Sickenhofen einweihen.

Babenhausen - Zwar einigte sich der Verein auf seiner Mitgliederversammlung vor wenigen Tagen darauf, noch keinen konkreten Fertigstellungstermin festzulegen, um sich nicht zu sehr unter Druck zu setzen. „Auch innen ist der Schießstand inzwischen aber zu 90 Prozent ausgebaut“, macht Klaus-Dieter Spaniol Hoffnung auf baldigen Vollzug.

Spaniol ist Vorsitzender des SV Hergershausen, wurde auf der Versammlung als erster Mann des 130 Mitglieder zählenden Vereins im Amt bestätigt. Georg Werner Herget wurde zum Stellvertreter gewählt, Gudrun Spaniol zur Schriftführerin, Siegfried Scholz zum Kassenwart und Reinhard Ergang zum Sportleiter. Der SVH ehrte ihren alten und neuen Vorsitzenden zudem für 40 Jahre Mitgliedschaft im Verein. Inge Grimm ist sogar schon seit 50 Jahren dabei, was beiden die Goldene Ehrennadel des Deutschen Schützenbunds einbrachte.

In infrastruktureller Sicht dominiert weiter der neue Schießstand das Vereinsgeschehen. Und das nicht nur, weil die Hergershäuser Schützen ihren alltäglichen Sportbetrieb derzeit nicht im größten Babenhäuser Stadtteil durchführen können und zu den Schützen nach Dieburg ausweichen müssen. Mehrere tausend Stunden ehrenamtlicher Arbeit wird das Projekt bis zu seinem Abschluss erfordert haben.

Denn lediglich den 75 Meter langen Rohbau erledigte ein Unternehmen. Darüber hinaus ist der größte Teil des Fortschritts in Eigenleistung erbracht worden, auch dank begabter Handwerker im Verein oder im direkten Umfeld seiner Mitglieder. Sie alle wollen das Werk in diesem Jahr vollenden. Am Ende stehen wird eine Anlage mit zehn Bahnen, die für alle Kaliber geeignet ist und bei der auf 50 oder 25 Meter entfernte Ziele geschossen werden kann. „Die Anlage wird zudem als Schießkino ausbaufähig sein“, blickt Spaniol voraus. In einem Schießkino können bewegliche Ziele dargestellt werden. Beispielsweise Jäger nutzen solche Anlagen in ihrer Ausbildung. Unterschiedliche Jagdszenen können simuliert und damit realitätsnahe Trainingssituationen geschaffen werden.

Zunächst einmal ist aber die gängige Nutzung des neuen Schießstands geplant. Die Anlage wird vollelektronisch ausgestattet; vor ein paar Tagen wurde die Lüftung mit einer Leistung von 22 000 Kubikmetern aufgestellt. Die Installation von Beleuchtung und Elektrik wird der nächste wichtige Schritt sein. Bei den Kosten nimmt auch der Brandschutz (Boden, Decke und Wände im neuen Hergershäuser Schießstand werden schwer entflammbar sein) einen stattlichen Anteil ein.

„Der Lärm- und Schallschutz aber ist das Hauptthema“, betont Spaniol. Schließlich waren eben jene in einem Schießstand naturgemäß erzeugten Geräusche ursächlich für den Neubau. Im Zuge der Erweiterung Hergershausens Richtung Sickenhofen und damit auch rund um das Sportgelände der Kickers sowie eben auch des Schützenvereins musste der SVH seinen alten, funktionierenden Schießstand abreißen. Nur der Neubau gewährleistet das Einhalten der gesetzlichen Vorgaben bei Lärm- und Schallschutz.

Mittlerweile rechnet Spaniol mit Gesamtkosten des Projekts in Höhe von 650 000 Euro. Für den Abriss des alten Schießstands als Voraussetzung für die Entwicklung des Wohngebiets erhielten die Schützen 380 000 Euro. Das Land steuerte einen Zuschuss zum Neubau von 60 000 Euro bei, der Landkreis 30 000 Euro.

VON JENS DÖRR

Quelle: op-online.de

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