Diesmal klappt´s mit dem Wetter

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Auch für die jungen Besucher gab es Angebote. So konnten sie sich bunte Schnüre ins Haar flechten lassen.

Babenhausen -  Nach dem kalten Ostermarkt im vergangenen Jahr sorgen Sonne und angenehme Temperaturen nun für eine gut besuchte Innenstadt. Von Michael Just 

.„Im letzten Jahr hat mir der Osterhase ein Kaninchen gebracht“, erzählt die kleine Eeni über ihr erstes Haustier und die damit verbundene Überraschung. Was er sich wohl dieses Jahr ausgedacht hat? Um das zu erfahren, muss sich die Vierjährige noch eine Woche gedulden, was ihr am Samstag beim Ostermarkt aber leicht fiel.

Hatte echte Ostertradition auf dem Tisch: Zdenek Skornicka.

An der Pfeilwurf-Bude von Carsten Mayer aus Mömlingen im Odenwald schaut sie gebannt, wie die anderen Kinder versuchen, möglichst viele Luftballons zu treffen. Als sie selbst an der Reihe ist, knallt es fünf Mal, auch weil Mayer bei den Kleinsten großzügig Zusatzwürfe verteilt, wenn zu viele Pfeile an den bunten Zielen vorbeifliegen. Für ihr Ergebnis sucht sich Eeni bei der Preisvergabe ein Mini-Pony aus, dessen lange Mähne sich kämmen lässt. Bei strahlendem Sonnenschein erlebte der 23. Babenhäuser Ostermarkt schon am Samstag eine Resonanz, wie sie sich die Organisation und die Schausteller im Vorfeld nur erträumen konnten. Am Sonntag schoben sich die Menschen dann förmlich durch die Altstadt und genossen den warmen Frühlings-Bummel mit Blick auf die vielfältigen Auslagen. Ein paar Besucher erinnerten sich noch an das vergangene Jahr, als es am Samstag so kalt war, dass stellenweise Glühwein ausgeschenkt wurde.

Markt soll nicht weiter wachsen

Für Abwechslung auf dem Markt hatte Helmut Fendt reichlich gesorgt. „Vor 20 Jahren hatten wir nicht mehr als 30 Buden“, erinnert sich der Marktmeister. Heute sind daraus, rechnet man die 70 Hobbykünstler noch dazu, über 200 Stände beziehungsweise Mitwirkende geworden. Vor allem die Mischung macht den Erfolg aus: die halbe Stadt ist integriert, von Vereinen, über das Gewerbe bis hin zu den Hobbykünstlern, die dicht an dicht die Stadthalle füllen. Die Größe des Marktes überraschte auch Landrat Klaus-Peter Schellhaas, der mit Bürgermeisterin Gabi Coutandin den Startschuss gab. „In Babenhausen hat sich viel bewegt“, lautete sein Resumee. Ein Lob gab es für jene Dauerangebote in der Gersprenzstadt, bei denen, ganz mediterran, verstärkt Stühle und Tische ins Freie gestellt wurden. Ebenfalls zugegen: eine Abordnung aus Lichtentanne und Bouxwiller.

Laut Helmut Fendt soll der Markt nicht weiter wachsen. Die Erklärung dafür ist einfach: „Bei jedem Stand müssen auch die Besucherzahlen größer werden, dass alle auf ihren Umsatz kommen.“

Billig-Anbieter für Standgebühr unabdingbar

Die jüngste Neuerung auf dem Ostermarkt war die Integration der Straße An der Stadtmauer in das Geschehen. Mit dieser Idee war ein Rundgang möglich. Dort ließ sich ebenfalls ein Bier trinken, der Hunger stillen oder bei „fliegenden Händlern“ Socken, Taschen, T-Shirts, Gürtel oder ein „Maxi-Spinnwebenbesen“ kaufen. Die Billig-Anbieter sind nicht jedermanns Sache auf einem Ostermarkt, laut Fendt mit ihrer Standgebühr aber unabdingbar, die vielen Nebenkosten wie Werbung, Nachtwache, Gaukler oder das Feuerwerk zu decken.

Bei den Gauklern ist Sepp Strillinger fast nicht mehr wegzudenken. Das Allround-Genie für Unterhaltung kommt extra aus Rottach-Egern, um als Clown mit Magie und Jonglage Kinderherzen zu erfreuen. „Eigentlich bin ich schon in Rente, aber der Helmut will mich immer wieder haben“, erzählt er. Wer sich mit Strillinger unterhält, erfährt, dass er früher als Straßenmusiker auch in Europa unterwegs war und dabei regelmäßig auf die Kelly-Family traf.

Auch für Nachtschwärmer war etwas geboten

Mit einem Osterfeuer, und später noch dem Einsatz von Pyrotechnik, ging hinter der Stadtmühle der Samstag zu Ende. Hier kamen vor allem die Nachtschwärmer auf ihre Kosten, denn mit einem DJ, Sitzgarnituren und der Bewirtung durch den Gewerbeverein ließ sich hier bis nach Mitternacht verweilen.

Der Sonntag brachte dann jenen Ansturm, der für den Gewinn der Beschicker vonnöten war. Vor allem in der Stadthalle bei den Hobbykünstlern ging es eng zu. Wie es sich für Ostern gehört, saß Zdenek Skornicka aus Hanau hinter einen Tisch voll mit geschmückten Ostereiern. „Das sind echte Eier, darunter auch Gänse-, Enten- und Puteneier“, erzählte der Rentner über die alte Familientradition, die von Generation zu Generation in seiner ursprünglich aus Tschechien stammenden Familie weitergegeben wird. Wer zwischen fünf und zehn Euro investierte, durfte eines der Unikate nach Hause tragen. Zu den teuersten Exemplaren gehörte das „Sauerkrautlake-Ei“, das ein gelb-rotes Muster aufwies: In mehreren Arbeitschritten wurde hier unter der Verwendung von Wachs und dem letzten Schritt, dem Einlegen in Sauerkrautlake, das Endprodukt erzielt. „Um die Farben zu erhalten, nicht in die direkte Sonne hängen“, gab der Experte jedem Käufer - neben einem behutsamen Umgang - als kleinen Tipp noch mit auf den Weg.

Ostermarkt bei Traumwetter

Ostermarkt in Babenhausen

Quelle: op-online.de

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